Spitze Feder

 

krois federVon Komm. Rat Hannes Krois

Die Alm, die Kühe, die Wölfe, die Hunde, höchst dumme Alm-Touristen und das „Tiroler Kuhurteil“. Ein teuflischer Mix aus Negativpunkten, der für die Almbauern die Grenzen des Ertragbaren schon längst überschritten hat. Erstens sollten die Alm-Touristen geistig in sich gehen und nachdenken. Denn schlussendlich hat jeder m² in Österreich und auch sonst wo einen Besitzer. Ob nun Wald oder Alm. Es sind zumeist Bauern oder diverse Forstbetriebe, denen die Flächen auf den wunderschönen Hochlagen gehören. Im Sommer weiden hier die Rinder und Schafe. Für die Erzeugung von Milch, Käse und Fleisch. Alles biologisch, wie es speziell auch die Städter sehr gerne mögen. Die traditionelle tägliche Almarbeit der Bauern hat schon längst an Idylle und Romantik verloren. Die Touristen aus der Stadt tanken Sauerstoff für die Lunge, sonnen sich wegen Körper-Optik und Vita­min B und fühlen sich dem Himmel näher. Natürlich geht man mit Kind und Hund „Kuhli-Muhli“ schauen.
Kühe gehören nun mal zu dieser himmlischen Idylle. Das glauben all jene, die eine Kuhherde mit einem Streichelzoo verwechseln. Kühe mit Kälbern sehen in den Touristen eine potentielle Gefahr für den Nachwuchs. Dass das Rindvieh somit seine Hörndln wie in einem Stierkampf aufrichtet, das liegt in den Genen dieser Wiederkäuer. Die von den Touristen mitgebrachten Hunde sind sowieso für die Kühe höchst bedrohlich. Sind doch diese kläffenden Vierbeiner mit den Wölfen engstens verwandt. Dass die Wölfe auch die Hunde nicht ausstehen können, wissen ja die Kühe nicht. Jedenfalls reicht esjetzt den Almbauern und es gibt in der Steiermark die ersten Wanderwege, die für Hunde gesperrt sind. Zugleich brauchen dann auch die Almbauern nicht mehr die verhassten „Hundstrümmerln“ entsorgen. Auslöser für all den Wirbel, war das bislang diskutierte Urteil eines Tiroler Richters, wonach ein Bauer nach einem Kuh­angriff gegen Hund und Touristin ziemlich heftig verurteilt wurde. Von Touristen und Hunden gereizte Kühe sind keineswegs streichelweich. Dass dafür die Alm-Bauern als Besitzer der Kühe rechtlich belangt werden, zeigt die derzeitige Rechtslage nach dem Tiroler Urteil. Deshalb spielen die Almbauern nicht mehr mit und starten mit dem Verbot der Mitnahme von Hunden. Entgegen der Wunschträume der Touristiker sind die meisten Almbauern sowieso nicht mehr heiß auf all die Freizeitkraxler aus den Städten. Überall hinterlassen sie Plastiksackerln, Dosen und sonstigen Müll. Die Wölfe, denen es in der guten Bergluft der Steiermark besonders gut gefällt, hinterlassen gerissene Schafe und Rinder. Die qualvoll zugerichteten Tiere betrachten die Tierschützer erstrangig als Nutztiere. Der Wolf steht immer noch in einer Art schützenswerten Position. In Richtung Wolf haben die Almbauern so richtig die Schnauze voll. Wenn die Alm-Bauern nicht mehr ihre Tiere im Sommer auf der Alm lassen, dann gibt es auch keine Almbutter mehr. Vielmehr verwildern die Almen und auch Idylle und Romantik sind dahin. Schöne Ferien und bitte keine Kühe streicheln!!!

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