Bürgermeister Martin Weber – Wissen aus Wien für Tieschen genutzt

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Größtes Engagement und Zielstrebigkeit zum Wohle der Bürger zeichnen BR Bürgermeister Martin Weber aus. Größtes Engagement und Zielstrebigkeit zum Wohle der Bürger zeichnen BR Bürgermeister Martin Weber aus.

Bürgermeister Martin Weber – Wissen aus Wien für Tieschen genutzt

Bundesrat und Sicherheitssprecher Martin Weber setzt in Tieschen auf Bürgerbeteiligung und ein gedeihliches Miteinander.

SOJ: Als Bürgermeister haben Sie im Vorjahr sehr auf Bürgerbeteiligung in Tieschen gesetzt?

Martin Weber: Wir haben in rd. 10 Veranstaltungen mit der Bevölkerung die Zukunftsthemen für eine weitere erfolgreiche Gemeindeentwicklung ausgearbeitet. Einiges davon setzen wir bereits um. Zum Beispiel erneuern wir für unsere Familien unser Freibad für die nächsten 30 Jahre. Wir stärken mit einem „3 % Tieschen-Bonus“ unsere Lebensmittel-Nahversorger im Ortskern. Wir möchten heuer noch für unsere Älteren mit dem „Betreutes Wohnen“-Projekt starten. Im Sommer organisieren wir wieder die „Ferien(S)pass-Aktion“ für unsere Kinder.

SOJ: Da gelingt viel im Miteinander?

Martin Weber: Das war nicht immer so. Durch viel zuhören, aufeinander zugehen und einbinden konnte ich das Miteinander stark verbessern.
In der letzten Gemeinderatsitzung wurden alle 24 Tagesordnungspunkte einstimmig gefasst. Die Freibad-Eröffnung am 24. Mai 2019 organisieren der Sport- und der Musikverein gemeinsam mit der Landjugend. Die steiermarkweite „Leis­tungsschau der Einsatzorganisationen“ am 24. Mai 2019 veranstaltet der Zivilschutzverband mit der FF Tieschen. Bei der Angelobung von 560 Soldaten am 26. Juli 2019 versorgt der ÖKB Tieschen die Gäste. Und immer unterstützt dabei die Marktgemeinde. Das Miteinander ist mir sehr wichtig!

SOJ: Da ist heuer viel los in Tieschen – klingt nach viel Arbeit.

Martin Weber: Es macht mir großen Spass die eigene Heimatgemeinde positiv weiter zu entwickeln und gestärkt in die Zukunft zu führen. Ich habe dazu auch ein tolles Team um mich.

SOJ: Die Arbeit in Wien macht auch Spass? Gibt es dort auch ein Miteinander?

Martin Weber: Im Bundesrat arbeiten auch viele Bürgermeister aus allen Bundesländern. Da kann ich österreichweit die Erfahrungen gut austauschen. Im Bundesrat ist die sachliche Zusammenarbeit üblicherweise viel besser als im Nationalrat. Seit dieser Bundesregierung hat sich da einiges verschlechtert. Da werden Gesetzesanträge ohne Begutachtung durchgepeitscht. In überraschenden Abänderungsanträgen Verschlechterungen gegen die Bevölkerung „versteckt“. Mit viel Steuergeld „PR-Arbeit“ gekauft, um die Bevorzugung der Reichen bzw. der Spender zu vertuschen.

SOJ: Können Sie mir ein Beispiel für diese Kritik nennen?

Martin Weber: Unsere Sozialversicherungen sind weltweit die besten. Noch besser geht zwar immer. Aber jetzt werden sie aus machtpolitischen Interessen zerschlagen. Die verlautbarten Einsparungen glaubt nicht einmal die ÖVP-Rechnungshof-Chefin. Die Interessen der Arbeitnehmer werden massiv geschwächt. Nicht morgen oder übermorgen – aber es wird spürbar für die Meis­ten schlechter werden. Durch mehr Selbstbehalte und durch Privatisierungen im Gesundheitsbereich. Leistungsunterschiede bleiben bestehen und Unternehmer bestimmen künftig in der Versicherung der Beschäftigten. In Summe hatten wir noch nie so eine arbeitnehmerfeindliche Regierung.

SOJ: Die Zusammenarbeit in der Steiermark?

Martin Weber: Dort werden die Sozialpartner nicht als Feinde gesehen, sondern eingebunden. Nebenbei geht viel Positives im Land weiter - keine Klientelpolitik wie im Bund. Ein gutes Doppelbudget wurde kürzlich beschlossen. Die beiden Landeshauptmänner Schützenhöfer und Schickhofer arbeiten im Interesse des Landes und deren Bevölkerung gut zusammen. Unser Michael Schickhofer ist mit seinem Elan die Zukunft.

SOJ: Zurück nach Wien und ihre Arbeit als Sicherheitssprecher.

Martin Weber: Unter BM Hans Peter Doskozil wurde die Kaserne Feldbach saniert und das Bundesheer stark aufgewertet. Jetzt warten wir auf den längst versprochenen Zubau in Feldbach sowie auf das Wahlversprechen „1 % vom BIP fürs Heer“. Hier werde ich nicht locker lassen. Für unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte, deren Bedeutung in diesem Winter eindrucksvoll wahrnehmbar war, muss es im Katastropheneinsatz eine Dienstfreistellung bis zu fünf Tagen auf freiwilliger Basis geben. Eine Vergütung für den Arbeitgeber soll es aus dem Katastrophenfonds geben. Es kann nicht sein, dass sie fürs ehrenamtliche Dach abschaufeln auch noch den Urlaub verbrauchen.

SOJ: Danke fürs Interview!

Süd-Ost Journal

"Für die Menschen, für die Region"