Schauspieler Martin Weinek ist ein Uhudler-Winzer aus Leidenschaft

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Uhudler-Winzer Martin Weinek mit seinem Schauspielerkollegen Christoph Krutzler vor seinem Heurigen in Eberau. Uhudler-Winzer Martin Weinek mit seinem Schauspielerkollegen Christoph Krutzler vor seinem Heurigen in Eberau.

Interview: Dorian Krois
SOJ: Wie viele Wurstsemmeln hast du als Inspektor Kunz in der Krimi-Serie „Kommissar Rex“ geworfen?
Martin Weinek: Auf diese Frage sage ich immer „weiß ich nicht“. Genug, viele auf jeden Fall! Tausende! 13 Jahre lang habe ich ja die Rolle gespielt.
SOJ: Schaust du dir manchmal die alten Folgen an?
Martin Weinek: Ich schaue eigentlich überhaupt nicht fern. Erstens habe ich in Wahrheit keine Zeit, außerdem ist das geschriebene Wort das bessere für den Kopf. Natürlich würde ich es noch einmal machen, ganz klar. Ich bin da schon sehr dankbar, dass ich die Rolle spielen durfte. Es war eine sehr lehrreiche, aber auch eine sehr harte Zeit. Die meisten stellen sich ja vor, dass es toll ist, Filmstar zu sein und dass das ein lustig-nettes Leben ist. Das stimmt aber nicht. Es ist heftig. Man steht natürlich in der Öffentlichkeit, das hat Vor- und Nachteile und es wäre fatal, wenn es nicht so wäre, dass man damit bekannt wird. Dann hätte man wohl etwas falsch gemacht. Also das gehört absolut dazu, aber das ist eben ein Teil vom Beruf.
SOJ: Steht du lieber vor der Kamera oder auf der Bühne?
Martin Weinek: Mit einem guten Stück, das toll ankommt stehe ich lieber auf der Bühne. Weil, da habe ich dann sofort die Reaktion vom Publikum. Beim Film weiß ich das nicht, da bekomme ich dann die „Watschn“ oder die Freude erst viel später. Es ist beides gleich, letztendlich. Beim Film musst du ohnehin alles viel längerfristig planen, beim Theater ist alles direkt. Also ich mache beides gern.
SOJ: Ein regionales Theaterprojekt mit dir ist ja das Uhudlertheater...
Martin Weinek: Ja, das findet immer im September in Heiligenbrunn statt. Heuer sind auf jeden Fall wieder Christoph Krutzler, Petra Gumpold und mittendrin der Martin Weinek dabei. Sowie Dr. Wolfgang Preinsperger. Das ist mal so die Stamm­mann­schaft, die da antreten wird.
SOJ: Worum geht es dabei?
Martin Weinek: Es geht immer grundsätzlich um den Uhudler, es geht ums Leben, um den Alkohol und ums Trinken. Weiters um schräge Situationen, die jeder schon erlebt hat und wo wir Schauspieler die große Gabe haben, dass wir es zulassen können, damit umgehen können und es den Menschen so zeigen, dass sie sagen „ja mei, genauso deppert ist man“ und „genauso lustig war das“. Also um solche Sachen geht es bei uns. Das Uhudlertheater wird heuer zum dritten Mal stattfinden (Infos: www.uhudlertheater.at).
SOJ: Der Uhudler ist wichtig für die Region und du bist selbst Uhudler-Winzer. Wie lange machst du das schon?
Martin Weinek: Seit 15 Jahren etwa. Vielleicht auch schon 20 Jahre, ich bin ja schon älter jetzt. Ich komme in ein Alter, in dem man schon von zig Jahren redet.
SOJ: Welche Sorten baust du an?
Martin Weinek: Wir haben Blaufränkisch, Cabernet, Zweigelt, Welschriesling, Grünen Veltliner und mehrere Weissweinsorten für unseren Gemischten Satz.
SOJ: Was macht für dich den Uhudler aus?
Martin Weinek: Was mir schon immer getaugt hat war, dass der Uhudler ein reines Bioprodukt ist. Weil man ja keine Spritzmittel braucht. Ich bin jetzt aber kein Öko-Freak, dass muss ich auch dazu sagen. Nichts desto trotz trinkst du gerne etwas, wo du weißt dass da kein Gift hingekommen ist. Ich kenne jetzt aber keinen, der groß Bio auf den Uhudler draufschreibt. Aber das gehört hinausposaunt, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass Uhudler Bio ist.
SOJ: Was ist mit dem alten Sprichwort, dass man nach zu starkem Genuß aussieht wie ein Uhu?
Martin Weinek: Wer zuviel sauft, schaut von allem aus wie ein Uhu, das ist einfach so (lacht). Dass das speziell vom Uhudler kommt ist natürlich mehrfach wiederlegt und alles ein Blödsinn. Für mich ist das ganz etwas Gesundes der Uhudler. Weil eben keine Chemie dabei ist.
SOJ: Du bist ja gebürtiger Steirer. Was hat dich eigentlich hierher verschlagen?
Martin Weinek: Der Uhudler! (lacht). Nein, ursprünglich war es die Liebe. Nicht nur zum Uhudler, aber auch. Und dann eigentlich schon die Liebe zur Gegend. Das ist auch absolut das, was mich hier hält. Das ist so eine schöne Gegend, wie es sie sonst kaum wo gibt in Österreich. Diese sanfthügelige Landschaft mit diesen tollen Weinen. Also man kann hier wirklich sitzen und blöd schauen den ganzen Tag, wenn man es sich leisten kann.
SOJ: Du betreibst mit deinem Weinek´s Schenkhaus am Kulmer Weinberg in Eberau ja auch einen Heurigen. Stehst du da auch selbst in der Küche?
Martin Weinek: Ja und das sehr gerne. Koch ist ja auch ein Beruf, der mich wahnsinnig interessiert, weil er sehr kreativ ist. Ich gehe dann natürlich auch immer wieder hinaus in den Service. Also man trifft mich hier immer an, wenn wir geöffnet haben. Das nächste Mal von 2. bis 15. August, jeweils ab 12 Uhr.
SOJ: Deine letzte Fernsehproduktion war ja der ORF-Landkrimi „Grenzland“, der im Südburgenland gedreht wurde. Wann ist die Ausstrahlung?
Martin Weinek: Ich glaube im Dezember. Es wird aber am 20. Juli in Bildein beim Mondscheinkino eine Burgenland-Premiere in Anwesenheit einiger Darsteller geben. Beginn ist um 21 Uhr. Infos unter www.kukuk.at. Es freut mich sehr, dass es uns gelungen ist, für die heimische Bevölkerung eine Kinovorstellung zusammenzubringen.

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