FrauenLeben/Im Blickpunkt: Franziska Koch-Sonnleitner („Koch kocht“)

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Franziska mit ihrem Walter bei der Liebes-Hochzeit im Jahr 2016. Franziska mit ihrem Walter bei der Liebes-Hochzeit im Jahr 2016.

Franziska Koch-Sonnleitner als „Koch kocht“ unterwegs

Die Faszination eines Lebens ... Die Faszination, was ein Mensch im Leben so bewirken kann. .. Und dazu ohne Gier, dafür mit der „Sprache des Herzens“. Franziska hatte keine „güldenen“ Wurzeln. Dafür die Gabe, eben schnelle und gescheite Entscheidungen zu treffen und mit der höchst fleißigen Tugend, immer Zeit, Zukunft und Visionen einzubringen. Dazu soviel an Potential, an Weisheit und Sinn zu besitzen, um Gesprächspartnerin und „Muse“ für ihren Ehemann zu sein, der durch sein Wissen & Wesen jahrelang dem ORF mit seinen Sendungen „Schilling“ und „ECO“ eine ganz spezielle Note von Intelligenz verleihen durfte. Dieser Dr. Walter Sonnleitner ist seit 2016 der Mann von Franziska. Die charmante Oststeirerin hat in ihrem Leben so viele Stufen der beruflichen Möglichkeiten durchlebt. Bodenständigkeit, mit dem Sinn für Ehrliches und Gutes hat Franziska gefestigt. Deshalb fand sie auch so eine intensive Zuneigung zum Kochen. Einfach Kochen! Die Rezepte dieser Welt, die Speisen der regionalen Küchen und all das, was so auf den Tellern die Herzen höher schlagen lassen. Bei den Dominikanern in Wien war Franziska eine höchst beliebte Köchin. Hier stieg sie in den bescheidenen Luxus der Klosterrezepte ein. Somit die Wahrnehmung der „ehrlichen Lebensmittel“. Eben Hausmannskost in bester Konzeption. Seit Jahren bringt sie ihre kulinarischen Einprägungen auch in fremde Küchen. Unter „Koch kocht“ bietet Franziska Koch-Sonnleitner „mobiles Kochservice“. Weiters gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem einstigen ORF-Wirtschaftsredakteur, Erlebnis-Kochkurse, Kochkurse für Singles und „Frühstücks-Kochen“. Kurse in Wien und im Hartberger Bio-Ring-Hotel. Franziska Koch-Sonnleitner setzt auf frische Bio-Lebensmittel. Auf bestes Gemüse und Obst aus der Region und auf Fleisch von den Rindern, Schweinen und Lämmern aus der Bio-Landwirtschaft. „Koch kocht“ sollte man sich merken ...

Die Kleinste ist Franziska mit drei Schwestern und Cousine auf dem Bauernhof.
Franziska mit ihrem Gatten Dr. Walter Sonnleitner auf der Rudolfina Redoute 2019.

von Franziska Koch-Sonnleitner
Wenn Eltern fix vorbestimmen, was ihre Kinder einmal werden sollen – werden müssen, dann meinen sie es ja grundsätzlich auch gut. Das Problem dabei ist:  gut gemeint, ist nicht immer auch gut - nämlich für die Betroffenen. Dass ich später einmal den elterlichen Bauernhof übernehmen sollte, war eigentlich schon vor meiner Geburt so beschlossen worden. Dass es natürlich ein Unglück ist, als vierte Tochter eines Bauern geboren zu werden, versteht sich von selbst. Ich hätte ein „Bua“ werden sollen und Franz heißen, so wie der Vater und der Großvater, eben die jeweiligen Hofübernehmer vor mir. Aber ich bin halt eine Franziska geworden, sollte einen „tüchtigen Bauern“ heiraten und die bäuerliche Tradition weiterführen. Studieren oder bürgerliche Zivilberufe zu erlernen, so wie meine drei Schwestern,  das stand für mich nicht in der Planung.
Nach einem schweren Schicksalsschlag – meine Mutter verstarb ganz plötzlich, als ich erst 18 Monate alt war – bin ich aber vorerst nicht am Hof, sondern bei meiner Tante und meinem Onkel in Hartberg aufgewachsen. Bestimmt durch die Festlegung meines Lebens­planes auf den Beruf einer Bäuerin, war dann auch mein Bildungsweg ganz klassisch: Nach der Grundschule in die ländliche Hauswirtschaftsschule und als Lehrabschluss die Landwirtschaftliche Fachschule in Haidegg, die ich im Jahr 1979/80 mit Auszeichnung absolvierte.
Im Alter von 25 Jahren habe ich nach dem plötzlichen Tod meines Vaters den Bauernhof übernommen. Als ich zum ers­ten Mal als Betriebsführerin am Maisbau-Tag teilnahm, wurde ich noch unter 250 Landwirten als einzige Frau begrüßt. Das waren eben noch andere Zeiten!
Aus ökonomischer Sicht wurde mir sehr schnell klar, dass ich den klassisch geführten Mischbetrieb meines Vaters umstellen musste, um als Landwirtin überleben zu können. So habe ich damals sehr rasch mit der Aufzucht und Verarbeitung von Freilandputen am Hof begonnen. Erst viel später ist mir bewusst geworden, dass ich die erste Direkt-Vermarkterin in meinem Dorf war. In dieser Zeit habe ich geheiratet und eine Familie gegründet, aus der zwei prächtige Söhne hervorgegangen sind. Die beiden sind auf dem Bauernhof aufgewachsen und studieren jetzt erfolgreich an Technik-Universitäten.
Der Anschluss an die EU 1995 hat jedoch für viele Bauern einschneidende Veränderungen gebracht, häufig überhaupt die Aufgabe des familiär geführten landwirtschaftlichen Betriebes. Nach Aufgabe dieser bisher noch erfolgreichen Wirtschaftsform am Hof erfolgte die Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen.
Privat hat sich auch einiges in meinem Leben geändert. Nach meiner Scheidung bin ich mit meinen Kindern nach Graz übersiedelt. Nun begann für mich ein Lebensabschnitt, in dem ich mich nun beruflich, aber auch in der dazugehörigen Ausbildung neu orientieren musste. Die Ausbildung zur Ernährungsberaterin, Kurse in Managementtechnik, Kommunikation, Per­­sönlichkeitsbildung, und Marketing, das waren nur einige Ansätze zur Berufsfortbildung. Auch die Unternehmer- und die Gastgewerbeprüfung habe ich abgelegt. Inzwischen war es mir aber immer wichtig, neben Beruf, Kindererziehung und Weiterbildung die Kernsubstanz von meinem Bauernhof zu erhalten.

Wenn „Koch kocht“ kocht Franziska das Wunschmenü für ihre Kunden.
Kardinal Dr. Schönborn erfreute sich immer an Franziskas Kulinarik.

Da ich stets die Vision vor Augen hatte, irgendwann wieder auf meinem Bauernhof leben zu können, bin ich weiterhin mit Freunden aus dem Raum Hartberg in Verbindung geblieben. Irgendwann habe ich dann auch eine Veranstaltung auf Schloss Stubenberg besucht – und dort habe ich dann prompt meinen derzeitigen Mann kennen gelernt. Es war reiner Zufall. Er war ja kein Unbekannter, und ich war eben eine von seinen vielen Fans, die seine Wirtschaftssendung „Schilling“, später „ECO“, regelmäßig mit großem Interesse verfolgt haben. Wir hatten uns in einer Pause am Buffet angestellt. Als ich ihm eröffnet hatte, „dass mir seine Stimme gut gefällt“, sind wir ins Gespräch gekommen. Sehr bald stellte sich heraus, dass wir beide mit großem Interesse die wirtschaftliche Strukturentwicklung auf dem Lande und die sozialen Folgen des massiven Bauernsterbens verfolgt haben, und dass wir nach Maßnahmen suchten, die diese Entwicklung bremsen könnten.
Aus diesem gemeinsamen Interessens-Ansatz heraus haben wir zusammen mit Dr. Schleicher, dem Schlossbesitzer zu Stubenberg, die „Stubenberg-Akademie“ als privates Weiterbildungs-Institut gegründet. Ich wurde in den Vorstand berufen. Es gab einige interessante Veranstaltungen im Schloss und wir haben sehr bald entdeckt, dass wir nicht nur angeregt über Bildungspolitik, sondern auch über ganz persönliche Dinge miteinander sprechen konnten und wollten.
In der Folge haben wir einen langgehegten gemeinsamen Traum verwirklicht: Wir haben eine Alm mit Almhütte in der Nähe von Knittelfeld bewirtschaftet. Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Abenteuer war, dass uns so viel Gemeinsames verbindet, dass es auch für eine Ehe reichen könnte!  
Vorerst bin ich aber noch für eine Zeit lang nach Wien gezogen. Nicht nur, um diesem Mann nahe zu sein, sondern vor allem, um als Wirtschafterin und Köchin im Innenstadtkloster des Dominikanerordens tätig zu werden. In dieser Zeit habe ich meine Kenntnisse und meine Liebe zum Kochen vertieft und im Anschluss an diese Tätigkeit die „Lehrabschlussprüfung für Köchin/Koch“ nachgeholt.
Einer der Ordens-Zugehörigen bei den Dominikanern war auch unser Kardinal Dr. Schönborn. Wenn er zum Besuch angesagt war, habe ich natürlich immer etwas Besonderes auf den Speiseplan gesetzt. Einmal ist er aber unangekündigt gekommen.  Da hatte ich einfach Bratwürstel mit „Erdäpfelröster“ und Kohlrabi-Gemüse gekocht und es war mir sehr peinlich, dass ich ihm kein Extra-Menü bieten konnte. Er aber ist zu mir in die Küche gekommen und hat sich dafür bedankt, dass er endlich einmal wieder Hausmannskost genießen durfte.
Dazwischen habe ich dann noch Erfahrungen mit zwei anderen Bereichen des professionellen Kochens gemacht: dem Catering-Business zur Versorgung von Firmen-Personal, anstelle der nicht mehr rentablen Werksküchen und der Gas­tronomie in einem eleganten Land-Hof-Betrieb.
Nun ist es eine fast logische Folgerung, dass ich mit all meinen Erfahrungen, die ich in verschiedenen Stationen meines Lebens gemacht habe, zusammen mit meinem Mann, dem langjährigen ORF-Wirtschaftsredakteur und Sachbuch-Autor, Dr. Walter Sonnleitner, wieder ganz auf meinen Bauernhof zurückkehre.
Mit der Gründung meines Unternehmens – „Koch-kocht.at“ (nomen est omen) biete ich mobiles Kochservice an. Weiters gestalte ich, gemeinsam mit meinem Mann, Erlebnis- Kochkurse, wo wir mit den Teilnehmern zuerst in den Garten, auf die Wiese und den Wald gehen, um zu zeigen, wo die guten und frischen Zutaten herkommen, die wir dann gemeinsam verkochen werden. Mit den Schätzen der Natur beladen, gehen wir in unsere Küche und die Teilnehmer verkosten dann mit Stolz das gemeinsame Werk!
Gerne wird dieses Angebot nicht nur von Familien, sondern auch von Gruppen und Büro-Teams angenommen, wo sie dann bei „Teambuilding“ Erlebnissen ein völlig neues Bild von ihren Freunden oder Kollegen bekommen können.

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