FrauenLeben/Im Blickpunkt Michaela Stradner (Wirbelwind für Schnee, Politik, Bauernhof und Medien)

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Ich liebe Hüte -  Passend als Tante der Braut oder doch beim Pferderennen in Ascot? Ich liebe Hüte - Passend als Tante der Braut oder doch beim Pferderennen in Ascot?

In der Großgemeinde Schwarzautal lebt, wohnt und arbeitet Michaela Stradner. Im Stall bei den Zucht- und Mastschweinen ist Michi die Bäuerin. In ihrem Kreativ-Büro hat sich Michaela Stradner zur PR- und Kommunikations-Spezialistin entwickelt. Mit Gespür, Seele und Herz und einer höchst vertieften Freude am Leben. Diese Lebensfreude entwickelt sich manchmal oder sehr oft zu einer Art „Wirbelwind“. Ehemann Wolfgang kennt die temperamentvollen „Sturmböen“ seiner Michi, die er dann wieder auf das Wesentliche ein wenig orten kann.

Michaela ist von Natur aus ein extremer und sympathischer Wirbelwind. „Schlafhauben“ haben bei ihr Null Chance. Sogar Robbie Williams hatte sie in Wien voll „im Griff“. Jedenfalls ist Michaela Stradner außerhalb des Saustalls nicht nur eine PR- und Medien-Expertin, sondern auch frisch gewählte Obfrau in der Gemeinde Schwarzautal und zudem im Landesvorstand der Frau in der Wirtschaft Steiermark. Deshalb hat sie ein riesiges Herz für Frauen, die voll in der täglichen Arbeit stehen. Michaela Stradner weiß, was Arbeiten und Leisten bedeutet. Und dass es gerade die Frauen in den Betrieben sind, die oftmals die tägliche Arbeit leisten und in Gefahrenzeiten auch das Ruder des Betriebes halten müssen. Schlussendlich war es immer das Skifahren, das Michaela Stradner zur „geistigen Erdung“ brachte. Die Flachlandlerin, vorerst aus Kittenbach in der Gemeinde Kirchbach mit ihrer impulsiven Freude am Profi-Skifahren. Michi hätte es geschafft, doch der Traummann Wolfgang aus dem Schwarzautal hatte der Michi die Sterne unter den Schweindln versprochen. So fand sich die Geschichte der Michaela Stradner ...

Robbie Williams ganz privat in Jogginghose mit Michaela in Wien – So kennen ihn nur wenige.
Im Rennmodus bei den Austrian Race Series auf der Teichalm.

von Michaela Stradner
Menschen miteinander verbinden und daraus Win-Win Situationen entstehen zu lassen, das ist meine größte Stärke. Vor drei Jahren habe ich diese Eigenschaft bzw. Leidenschaft zu meinem  Beruf gemacht.  „Michividuum“ - ein Individuum wie jedes andere auch und doch speziell. Der perfekte Name für mich als PR- und Kommunikationsberaterin - befand meine beste Freundin Christine, die mich schliesslich schon seit meiner Schulzeit kennt.  
Aufgewachsen in Kittenbach als Nesthäkchen in einem Mehr-Generationen-Haushalt, gaben mir meine Eltern und Großeltern bestes Rüstzeug fürs Leben. Alle Menschen sind gleich. Behandle andere, wie du gerne behandelt werden möchtest. Sei immer respektvoll. Nimm dich selbst nicht so wichtig. Hab Freude daran, was immer du tust. Sie gaben mir die Möglichkeit, mich zu entfalten und alles auszuprobieren, was mir Spass machte. Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar. Werte, die mir wichtig sind, die ich auch meinen Kindern und meinem Enkelkind versuche, weiterzugeben. Anderen Menschen ein Lächeln zu entlocken ist heute gar nicht mehr so einfach. In dieser schnelllebigen, hektischen Zeit Energie zu tanken. Dabei ist es so einfach.
Mit 44 Jahren stehe ich mitten im Leben. Gesundheit ist mir wichtig. Alles andere lässt sich richten. Mich bringt kaum etwas aus der Ruhe. Mein Geheimnis ist kein Geheimnis. Ich habe Spass am Leben. Denn ich habe nur eins. Dessen bin ich mir bewusst und ich will keine Zeit damit vergeuden, mich über Dinge zu ärgern, die ich nicht ändern kann. Und wenn ich etwas ändern will, beteilige mich aktiv daran. Das ist mein Zugang zu Gesellschaft und Politik.  Nicht nörgeln und besser wissen. Mitgestalten.
Vielleicht liegt der Grundstein für meine Lebensenergie und positiven Ausstrahlung, die mir nachgesagt wird, in meiner Kindheit. Diese Bodenständigkeit, gemixt mit  ein bisschen Ver­rücktheit.  
Da ich als kleines Mädchen sehr quirlig war (das hat sich bis heute, glaube ich, nicht großartig verändert) und in meiner Kindheit Schirennen noch als Volksfest gefeiert wurden, beschloss ich, Schirennfahrerin zu werden. Es gab ja schliesslich perfekte Voraussetzungen dafür. Total sportliche Eltern und hohe Berge, so weit das Auge reicht. Anscheinend muss ich als kleines Kind schon ein gewisses Überzeugungs- und Kommunikationstalent gewesen sein, jedenfalls habe ich mich durchgesetzt. In der Schule mussten wir einmal einen Aufsatz zum Thema „Was ist dein größter Traum“ schreiben. Mein Sitznachbar schrieb: „Ich werde Bauer“, mein Traum war es, Weltmeisterin zu werden. Ich habe ihn ausgelacht. Und heute bin ich Bäuerin – und er mein Tierarzt.

Frau in der Wirtschaft Steiermark ­ neuer Landesvorstand: Anna Harrer, Vorsitzende Gabi Lechner, Michaela Stradner, Katharina Lang (v.l.n.r.).
Verrückte Idee mit Kreativität ­­– Schifahren mit einem Bikini aus CD´s.
Social-Media-Beratung at it´s best.

Aber Schifahren ist heute noch immer meine  Energiequelle. In der Natur im Schnee kann ich abschalten, nur für mich sein.
Warum Bäuerin? Ich bin doch Michividuum.  Weil ich beides bin oder noch viel mehr? Oft werde ich unterschätzt. Das mag ich. Ob Gummistiefel oder High-Heels, ich trage beides. Vielleicht, weil es so konträr und doch verbindend ist. Aber da gibt es auch noch Turnschuhe in allen Farben. So bunt, wie mein Schuhkasten ist auch mein Leben. Immer offen für Neues sein und doch das Altbewährte zu schätzen wissen. In meiner Zukunftsplanung als Jugendliche war der Beruf Bäuerin zumindest nicht vorgesehen, wollte ich nach der Matura doch Managerin eines Konzerns werden, Verantwortung übernehmen. Hätte da nicht plötzlich die Liebe dazwischengefunkt. Kann ich nicht – gibt’s bei mir nicht.  Mein Mann Wolfgang ist mein Ruhepol. Er erdet mich, wenn ich’s mal übertreibe mit meinem Übermut. Wir ergänzen uns. Meine Schwächen sind seine Stärken und umgekehrt. Wir führen auch seit nunmehr 20 Jahren zusammen unseren Schweinezucht- und Mastbetrieb im Schwarzautal.  Ich mag das Traditionelle und das Moderne. Die Ruhe, aber auch die Dynamik. Lebendig muss ich mich fühlen, in dem, was ich tue. Das übertreibe ich leider manchmal gerne. Es ist unter anderem schon vorgekommen, dass ich aufgrund von Übermotivation beim Mähen mit dem Rasentraktor im Graben gelandet bin und diesen komplett zerstört habe. Wahrscheinlich zu schnell vom Schildkröten- in den Hasenmodus geschaltet. Kann passieren. Ein bisschen zuviel Benzin im Blut. Möglicherweise.
Unsere zwei Kinder sind bereits erwachsen. Ich glaube, es gibt nichts Schöneres für ein Kind, als auf einem Bauernhof groß zu werden. Zeit für seine Kinder zu haben, ist für mich wahrer Luxus und unbezahlbar. Ob ein gemeinsames Mittagessen oder einfach nur miteinander reden. Wo wir wieder bei der Kommunikation wären: Rebecca führt nun ihre Gespräche auf Englisch, da die Liebe sie nach Schottland verschlagen hat und Raffael kommuniziert als Hofnachfolger meist statt mit mir, in landwirtschaftlichen Angelegenheiten.
Langweile kenne ich nicht. Ich lache gerne, alleine, mit Freunden, mit meiner Familie, mit Bekannten, mit völlig Fremden oder auch mal über mich selbst. Ich mag aber auch die Sachlichkeit, Themen, die mich berühren,  mich beschäftigen.
 Ich möchte etwas bewegen. Im Kleinen und im Großen. Und ich liebe Menschen. In all ihrer Vielfalt und Eigenart. Aber vor allem mit Herz.

Süd-Ost Journal

"Für die Menschen, für die Region"