FrauenLeben/Im Blickpunkt Karola Sakotnik (Powerfrau mit seelischem Tiefgang)

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Fast immer lächelnd... So kennnen ihre Freunde Karola Sakotnik. Fast immer lächelnd... So kennnen ihre Freunde Karola Sakotnik.

Mit Leichtigkeit „Durchbeißen“. Zielgenau und zielstrebig immer etwas Außergewöhnliches machen. Eine Powerfrau mit Künstlerseele und sozialem Grundgewissen als Grundlage für all die vielen Dinge des Lebens. Ist nun Karola Sakotnik Künstlerin, Abenteurerin, Globetrotterin, Sprachentalent, Rote Nasen-Akteurin, Touristikerin, Theater-Direktorin, Medienfachfrau oder Trainerin für Führungskräfte? Karola Sakotnik ist alles davon. Nicht nur Bruchteile oder ein bißchen von überall. Karola ist eine Perfektionistin in allen Bereichen ihrer Lebensziele. Schon als Kind durch ihre ganz persönliche Freude am Lernen und Erfahren geprägt. Die Eltern unterstützten die Talente der kleinen Karola, die sich als Fünfjährige so sehr wünschte, Klavierspielen zu lernen. Somit maturierte sie später gar im Fach Klavier. Mit einer angeborenen inneren Freude ging sie an den schulischen Alltag heran und maturierte am Schluß mit Auszeichnung. Karola ist ein unglaublicher Menschenfreund. Sie hat eine Überportion Lebensfreude und verschließt keineswegs die Augen vor den „Jammertälern“ dieser Welt. Als Teil der Roten Nasen in weltweit zahlreichen Flüchtlingslagern, um ein wenig die Lachmuskeln von traumatisierten Menschen zu „streicheln“. Karola mag sehr gerne Kinder. Das Schicksal war mit ihr persönlich sehr hart. Dreimal hat sie ein Kind verloren. Schwere Unfälle und lebensbedrohende Krankheiten konnte sie ohne Folgen überwinden. Die Freude an neuen Dingen, an weiteren Zielen und die damit verbundene Perfektion haben Karola Sakotnik unglaublich stark gemacht.

Karola als Entertainment-Direktorin auf dem „Traumschiff“.
Karola als Rote Nasen-Akteurin in einem Lager.

von Karola Sakotnik
Für mich ist es immer wieder eine Herausforderung, in drei Sätzen zu antworten, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Nicht weil ich so unerklärliches mache, sondern weil ich Dinge immer anders angehe als viele andere. Gründlicher, viele Facetten beleuchtend und in die Tiefe gehend. Beharrlich, zielstrebig und gleichzeitig erfüllt von einer tiefen Lebensfreude und Leichtigkeit. Woher das kommt? Das kann ich nicht so genau sagen, ich denke aber, ich bin damit bereits auf die Welt gekommen. Aber vielleicht beginne ich erst einmal damit, in welchem Bereich ich tätig bin, um dann dazu zu kommen was mich ausmacht. In meinem Leben geht es um Kultur: um Kunst und Kultur, um Interkulturalität und um Unternehmenskultur. Es hat immer sehr vielversprechende Chancen gegeben, und gleichzeitig wurde meine Beharrlichkeit immer wieder auf die Probe gestellt.
Bereits als Fünfjährige hatte ich meinen ersten Umzug hinter mir, hatte mein geliebtes Musik-Konservatorium in Graz zurücklassen müssen. Zwei Jahre später. Endlich waren meine Hände groß genug, um Klavier lernen zu dürfen. Was ich mit Begeisterung tat. 10 Jahre lang, sogar maturiert habe ich in Klavier. Nach der mit Auszeichnung absolvierten Matura stand ich vor der Wahl, Künstlerin zu werden oder doch Sprachen, genauer gesagt Dolmetsch, zu studieren. Das erste Mal hat mich ein Glaubenssatz behindert. Er lautete: Menschen die so intelligent sind, dass sie mit Auszeichnung maturieren, können keine guten Künstler werden. Denn: Künstler seien nicht kognitiv begabt. Keine Ahnung, wo ich diesen Glaubenssatz aufgeschnappt habe, aber er saß sehr tief. Erst als einer unserer Professoren am Dolmetsch Institut Graz zum wiederholten Mal erklärt hat, dass wir sowieso nie als Simultandolmetscher arbeiten könnten, weil diese Jobs im Europäischen Parlament oder in Strasbourg nur EU Bürgern zugänglich seien, habe ich mir zugetraut, es als Künstlerin zu probieren. Gesagt, getan.
Ich versuchte es zuerst  mit der Aufnahmeprüfung an der Jazzhochschule Graz. Als  das nicht beim ersten Mal klappte, habe ich mich an die Aufnahmeprüfung an der Scuola Teatro Dimitri gewagt. Meine drei Jahre Dolmetsch Studium haben mir dort sehr geholfen. War der Unterricht  doch auf Italienisch, Französisch und nur in Teilen auf Deutsch. Im Anschluss an das Diplom das erste Engagement in der Schweiz. Eine Tournee mit Freilufttheater, gespielt auf der Plätzen der kleinen Städtchen der Deutschschweiz. Meine erste -positive- Kritik: in der Zürcher Zeitung! Ein erstes Interview in einem Schweizer Magazin.
Zurück nach Österreich. Ich war 25, hatte meinen zukünftigen Mann getroffen und ihn, den Witwer mit zwei kleinen Kindern, ein Jahr später geheiratet. Lange sollte diese Ehe nicht halten. Das Zusammenleben mit den beiden Kindern hat mich jedoch sehr geprägt. Und die beiden waren auch der Grund, warum ich nach der Scheidung nicht nach Wien oder Mailand gegangen bin, sondern Graz die einzig möglich Stadt war, in der ich erst einmal arbeiten wollte. Ich fühlte mich den Kindern einfach verbunden und sie hatten bereits einmal eine Mutter verloren. Also wollte ich zumindest so gut es unter diesen Umständen ging, zur Verfügung stehen.
1994. Die Roten Nasen wurden gegründet, und das Next Liberty. Bei beiden war ich Teil des ersten Ensembles. Ich legte meinen Lehrauftrag an der Pädagogischen Akademie Graz Eggenberg zurück und arbeitete nur noch als Künstlerin. Insgesamt rund 20 Produktionen in 5 Jahren. 1997 meine erste große Rolle im Musical: Hair. An der Grazer Oper. Ich war so stolz! Und jedes Mal eine gute Kritik. Angebote nach Portugal, USA und Italien trudelten ein. Bühnenerfolge bis 2000!
Mein Vater starb im Alter von knappt 43 Jahren an einem Herzinfarkt. Der, der nicht geraucht und täglich Sport betrieben hatte. „Überlastung des gesamten Körpersystems“ hat sein Internist vermutet, oder eine geplatzte Ader. Meine eigene Gesundheit war nicht wirklich stabil. Immer wieder hatte ich mit ernsthaften Krankheiten zu kämpfen oder hatte lebensgefährliche Unfälle. Dreimal habe ich ein Kind verloren. Im Jahr 2000 dann die Diagnose einer Autoimmunerkrankung, mit akutem Schub. Ich musste meine Karriere von einem auf den anderen Tag abbrechen und mich einer Photo-Chemotherapie unterziehen. Um nicht zu verzweifeln, hab ich mich an der Uni eingeschrieben. Etwas, das ich seit Jahren noch einmal machen wollte. Ich entschied mich für Kultur- und Medienmanagement. Aus Interesse, und auch ein wenig pragmatisch, denn falls die Krankheit wirklich unheilbar war, wie damals noch kommuniziert wurde, hätte ich zumindest weiterhin die Möglichkeit gehabt, etwas zu bewirken. Und falls ich wieder gesund werden sollte, hätte ich endlich meine Verträge lesen und auch verstehen können.

Karola mit dem Direktor eines Schul-Camps.
Karola aktiv beim Musical Hair in der Oper.
Karola mit dem Opernsänger Rolando Villazon.

Es sollte anders kommen. Beinahe 20 Jahre später blicke ich auf eine sehr erfolgreiche Karriere im Tourismus, genauer gesagt der Luxuskreuzfahrt, zurück. Erst als Theaterleitung an Bord der AROSAblu, dann als Programmchefin von AIDA Cruises in Hamburg und als  dritte Station wurde ich künstlerische Leitung von Hapag Lloyd Kreuzfahrten mit dem Schwerpunkt der MS EUROPA. Mit diesem Programm – meiner Neu-Inszenierung des Kultur- und Entertainmentprogramms – haben wir mehrmals hintereinander den Preis für das einzige Fünf-Sterne-Plus Schiff der Welt erhalten, dazu gehört auch das beste Entertainment auf einem Hochseeschiff. In dieser Zeit begann der Boom, ein Schiff nach dem anderen wurde gebaut. Ich hatte Angebote: diese zu entwickeln, oder zu Roncalli zu gehen, oder als Freelancer beratend tätig zu sein. Ich entschied mich zu letzterem und dazu, wieder nach Österreich zu gehen. Und ich stand wieder auf der Bühne. Diesmal als Moderatorin und als Sängerin. Dazu wurde ich immer öfter eingeladen, mit Führungskräften an ihrer Wirkung und ihren Präsentationen zu arbeiten.
Ein wenig war das, wie wenn sich plötzlich alles ineinander fügt. 2013 habe ich meine Coaching Ausbildung in New York gemacht. Parallel dazu war ich wieder bei den Roten Nasen, diesmal im internationalen Office. Im Sommer 2013 habe ich den ersten Einsatz meines damaligen Projekts vor Ort geleitet. Drei Wochen Emergency Smile in Kamerun, psychosoziale Unterstützung durch Humor und Clownerie für kriegs- und foltertraumatisierte Menschen. Weitere Länder sollten folgen: Jordanien, die Ukraine und Griechenland. Wir sind in Flüchtlingslager gereist, haben Clownsstücke aufgeführt und Workshops für die Kinder und  ihre Eltern angeboten. Die Flüchtlingswelle 2016 hat diesem Projekt zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit verholfen. Und mir sehr viel Know How im psychosozialen Bereich eingebracht und ich habe insgesamt 15 Clownsstücke inszeniert.
Wissend was Selbstausbeutung mit der Gesundheit macht, setzte ich Ende 2016 einen Schlussstrich. Seit 2017 begleite ich Führungskräfte bei ihrem Weg in die Zukunftsfähigkeit, inszeniere Marken und Musicals, begleite ein Kulturentwicklungsprojekt des Vulkanlandes und schreibe an meinem ersten Buch. Ja, und ich stehe wieder auf der Bühne, als professionelle Speakerin. Mein Thema ist der Mensch im digitalen Zeitalter, mit seiner Einzigartigkeit und der Fähigkeit zu gestalten, empathisch zu sein und humorvoll zu sein. Und ich baue meine Akademie auf: Future Skills Farming, Anbau und Ernte von Innovationen. Bei uns können Menschen lernen,  was sie für die zukünftige Arbeitswelt brauchen.

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