FrauenLeben/Im Blickpunkt Sonja Skalnik (Guter „Geist“ der Schlösserstraße)

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Sonja Skalnik, der gute „Geist“ auf Schloss Kornberg im vollen Einsatz für die Familie Bardeau. Sonja Skalnik, der gute „Geist“ auf Schloss Kornberg im vollen Einsatz für die Familie Bardeau.

Die große Welt auf Schiffen und Schlössern

Aufgewachsen als echte „Landratte“ in Mühldorf bei Feldbach, konnte sich Sonja schon immer größter Talente erfreuen. Und so suchte sie sich völlig unbeschwert ihre Lebensziele. Tourismus, Reisen in ferne Länder und besonders Schiffe und Schlösser hatten es der Bad Gleichenberger Kolleg-Absolventin angetan. So heuerte sie sogleich auf der MS Berlin, dem berühmten ZDF-Traumschiff an. Da bekanntlich die Liebe auch durch den Magen geht, fand Sonja im steirischen Küchenchef nicht nur einen Landsmann, sondern auch ihren Ehemann. Von da an tourte das steirische Duo gemeinsam quer durch die Meere und entlang der Flüsse dieser Welt. Sehr bald erkannte eine Reederei die unglaublich straffe und genaue Arbeitsweise der Mühldorfer Hoteldirektorin. Somit folgte der Posten einer Finanzkontrollerin der Reederei mit Sitz in Basel.
Sohn Valentin kam in der Schweiz zur Welt. Es folgten die Rückkehr in die Südoststeiermark, die Hochzeit und die Geburt der Tochter Hanna. Seit zehn Jahren ist Sonja Skalnik an der Seite von Schlossherr Konsul Mag. Andreas Bardeau und dessen Gattin, Fürstin Anita von Hohenberg, der gute „Geist“ auf Schloss Kornberg. Ein breites Spektrum des Aufgabenbereiches mit all den Ausstellungen auf Schloss Kornberg und den landwirtschaftlichen Gütern der Familie Bardeau in Rumänien. Sonja Skalnik steht auch voll hinter dem großartigen Projekt Schlösserstraße, das derzeit auch neue Partner-Schlösser in Slowenien gefunden hat. Sonja Skalnik, die sympathische Powerfrau ist eine große Bereicherung auf Schloss Kornberg und aller hier begründeten Initiativen. Und die sind nicht gering ...

Ehepaar Skalnik mit den Kindern Valentin und Hanna an der Küste Kaliforniens.
Beeindruckt zeigte sich Sonja Skalnik vom „Weißen Haus“ in Washington.

von Sonja Skalnik
Aufgewachsen in Mühldorf bei Feldbach, inmitten von Wald und Wiese, hatte ich eine wunderbare Kindheit. Durch die Schneiderei meiner Mutter im Haus und die Gastfreundschaft der Eltern, war ich daran gewöhnt, immer von vielen Menschen umgeben zu sein. Als Nesthäkchen der Familie, der Abstand zu den beiden älteren Brüdern, war doch sehr groß, bin ich eher als Einzelkind aufgewachsen. Aber aufgrund der Berufstätigkeit der Eltern, mit sehr viel Freiheit und Selbstständigkeit.
Nach der Matura am BORG Feldbach, stellte sich die Frage wohin die Reise geht. Ein Studium der klassischen Gitarre oder doch ein Geschichtsstudium? Da ich mich nicht entscheiden konnte, wählte ich eher kurzfristig eine andere Option – eine Ausbildung im Tourismus. Dies erschien mir, aufgrund meines Dranges hinaus in die große, weite Welt zu gehen, doch am sinnvollsten und so absolvierte ich das Kolleg für Tourismus und Freizeitwirtschaft in Bad Gleichenberg. Sofort nach dem Abschluss ging es nach Hamburg um das Seefahrtsbuch zu machen und bereits zwei Tage später war ich zum ersten Mal an Bord eines Schiffes. Es sollte die MS Berlin sein, dass Traumschiff vom ZDF, bei der Reederei Peter Deilmann. Gestartet habe ich meine Schiffskarriere als Weinstewardess. Das Thema Wein war seit der Sommelier Prüfung und quasi aufgewachsen mitten im Weingarten immer schon ein Thema. Natürlich waren die Arbeitszeiten für meinen Entdeckerdrang perfekt. Täglicher Arbeitsbeginn am Nachmittag, hieß viel Zeit um viele Städte und Länder zu besuchen. Es war sicher nicht immer einfach, 6 Monate lang, 7 Tage die Woche und 10 Stunden am Tag zu arbeiten. Aber für eine Weltreise nimmt man einiges in Kauf. Es ging sogar soweit, dass ich nach dem 1. Arbeitsvertrag von 6 Monaten im Urlaub nicht nach Hause flog, sondern gleich in Buenos Aires blieb und in weiterer Folge Südamerika erkundete.
Ein „Souvenir“ hatte ich noch von der MS Berlin mitgebracht – den Küchenchef! Wenn an Bord unter der Crew nur zwei Steirer sind, lernt man sich zwangsläufig bald kennen und wir beschlossen dann auch gemeinsam unsere Reise fortzusetzen und dies mittlerweile seit 20 Jahren.
Nach mehreren Verträgen am Traumschiff ging es auf das nächste Schiff einer Spanischen Reederei. Wir haben uns ein kleineres Schiff ausgesucht, um möglichst viele interessante Häfen zu sehen. Die MS Vistamar war ein Passagier- aber auch ein Expeditionsschiff und ich konnte so Gletschereis in Grönland sehen, Pinguine in der Antarktis und den Amazonas bis Manaos befahren. Hier wurde ich zu Beginn als Rezeptionistin eingestellt und konnte innerhalb weniger Monate die Stelle des Hotelmanager Assistent und des Crewpursers übernehmen. Auf einmal war die Verantwortung riesengroß, aber es war eine spannende Herausforderung, da ich unter anderem auch für die Zollformalitäten in allen Häfen verantwortlich war. Da es vor allem in arabischen Ländern selten war, dass eine Frau diese Position an Bord innehatte, wurde in dieser Zeit vor allem meine Beharrlichkeit und mein Ausdauervermögen geschärft.
So ging es schließlich zu zweit von hoher See zur Flussschifffahrt, die damals ein aufstrebender Zweig im Tourismus war. Meine erste Stelle als Hoteldirektor hat mich sehr geprägt. Die fundierte Ausbildung in Gleichenberg und die verschiedenen Positionen auf den Schiffen zuvor haben mir geholfen, als jüngste Hoteldirektorin der Flotte meinen Weg zu gehen und mit meiner Crew erfolgreich zu arbeiten. Wir waren zum Beispiel das allererste Schiff, dass nach den Unruhen im ehemaligen Jugoslawien und nach der Renovierung und Öffnung der Brücke in Novi Sad, die Donau bis ins Schwarze Meer befahren sind. Man konnte noch das ursprüngliche Serbien, Bulgarien und Rumänien erleben. Wobei es immer wieder zu großem Erstaunen kam, dass eine junge Frau nach dem Anlegen, als Erste mit den Pässen das Schiff verlassen hat. Aber daran hatte ich mich mittlerweile gewöhnt.

Einstige südoststeirische „Landratte“ Sonja als Hoteldirektorin auf der „Viking“.
Die alte Kaiserstadt in Peking ist schon allein eine Reise nach China wert.

Nach einiger Zeit wurde ich von der Firma zum Corporate Cost Controller (Finanzkontroller der Reederei) ernannt und ich wechselte ins Hauptbüro nach Basel in die Schweiz. Plötzlich überprüfte ich alle anderen Hoteldirektoren, die meist doppelt so alt wie ich und vor allem alle männlich waren. Eine spannende Funktion, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Meine Arbeitsbereiche waren Europa, Russland, die Ukraine und China. Ich war eine Woche im Büro, eine Woche auf Reisen und habe Schiffsbesuche gemacht und eine Woche hatte ich frei. In dieser Woche bin ich meinem Mann hinterhergereist, der den Kochlöffel an den Nagel gehängt hatte und damals im Management Schiffe weltweit im kulinarischen Bereich weiterentwickelt hat und auf Hygienestandards kontrolliert hat.
Trotz der Freude am Reisen, kam irgendwann der Wunsch nach Sesshaftigkeit und Familie. Unser Sohn Valentin kam in der Schweiz zur Welt. Nachdem es sehr schwierig war einen 70 Stunden Job und ein Baby unter einen Hut zu bringen, habe ich der Schifffahrt Lebewohl gesagt und wir waren auf der Suche nach einem neuen Wohnsitz. Nach einigen Überlegungen ging es zurück in die Heimat. Die Entscheidung für Feldbach ist gefallen, da wir uns einen Ort gewünscht haben, der 4 Jahreszeiten hat, das Klima mild ist, die Landschaft schön und die Menschen herzlich sind. Auch wollten wir näher bei der Großfamilie sein und es ging zurück in die Heimat.
Wir haben geheiratet und danach kam unsere Tochter Hanna zur Welt. Seit nunmehr 10 Jahren arbeite ich auf Schloss Kornberg. Zu Beginn für den damaligen Schlosswirt R. Pammer, im Büro, für Veranstaltungen und vor allem für Hochzeitsplanungen. Bei 50 Hochzeiten im Jahr wurde aus einer Teilzeit- rasch eine Vollzeitstelle.
Seit 3 Jahren hat sich mein Büro im Schloss in den 1. Stock verlagert und ich arbeite für den Schlossherrn Konsul Mag. Andreas Bardeau. Auch hier ist mein Aufgabenbereich rasch gewachsen. Am Anfang war es der Aufbau eines neuen Sekretariats in Kornberg, eine Koordinationsstelle für das Büro in Rumänien, in Österreich und des Honorarkonsulats in Graz. Dann kamen neue Ausstellungen dazu. Im Meierhof zu Schloss Kornberg haben wir die Ausstellung „Die kleine Welt der großen Schlösser“ im Vorjahr eröffnet. In diesem Jahr kam mit der Sonderausstellung „Die Welt der Schiffe“ eine weitere Modellbauausstellung dazu, sowie ein Planetarium vor dem Meierhof. Erweitert wurden die Aufgaben mit der Schlossverwaltung und seit September des Vorjahres auch mit dem Büro der Schlösserstrasse. Zudem arbeite ich für bestimmte Projekte gemeinsam mit Fürstin Anita von Hohenberg, der Ehefrau von Mag. Andreas Bardeau. So ist es ein vielfältiger Arbeitsbereich und mit einem Chef wie Konsul Bardeau, der unglaublich viele Visionen hat, vor allem eines: niemals langweilig. Aber die Freude, frischen Wind in die Schlossmauern zu bringen und sich stetig weiterzuentwickeln ist ein guter Antrieb. Weiters arbeiten wir ständig an neuen Projekten und ich kann versprechen, wir haben noch viel vor.
Ich werde oft gefragt, ob mir die Reisen nicht fehlen. Da mein Mann im Management der Reederei tätig ist und sehr viel in der Weltgeschichte herumfliegt, bin ich auch noch in die Schifffahrt involviert und da wir Freunde und Familie auf der ganzen Welt haben, sind wir auch sehr oft als Familie unterwegs. Zwei meiner Nichten besuchen gerade die FH in Gleichenberg bzw. das Kolleg für Tourismus und auch mein Sohn wird im Herbst seine schulische Karriere in der Hotelfachschule in Gleichenberg starten. Also tragen wir alle irgendwie ein „Reisefieber“ in uns.
Mein Rat an alle jungen Menschen in der Region. Nutzt die Möglichkeit zu reisen und geht hinaus in die weite Welt, lernt, macht Erfahrungen und vor allem kommt wieder zurück und bringt die große Welt und das erlernte Wissen in unsere Heimat.

Süd-Ost Journal

"Für die Menschen, für die Region"