FrauenLeben/Im Blickpunkt Gabi Lechner (Köchin aus Leidenschaft und Vizebürgermeisterin von Jennersdorf)

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Vor wenigen Wochen erholte sich Gabi Lechner mit ihrem Sohn Kevin unter der Sonne von Tennerifa. In der Zwischenzeit hatte Kevin einen Autounfall. Auto hin, Kevin okay. Vor wenigen Wochen erholte sich Gabi Lechner mit ihrem Sohn Kevin unter der Sonne von Tennerifa. In der Zwischenzeit hatte Kevin einen Autounfall. Auto hin, Kevin okay.

Politikerin Gabi Lechner kocht regionale Schmankerln

Den Süd-Ost Journal-Herausgeber KR Hannes Krois und Gabi Lechner verbinden kulinarisch lange Zeiten. Hannes Krois und der Loipersdorfer Thermen-Erfinder Dr. Horst Wagner waren über all die Jahre „allerbeste Freunde“. Gabi stand in der Thermenheurigen-Küche und fertigte das beste Backhendl und den allerbesten Schweinsbraten für die Freunde am Stammtisch. Dr. Horst Wagner ist leider verstorben. Und so veränderte auch die Gabi Lechner in Folge ihren kochtechnischen Wirkungsbereich. In der Familie von Gabi Lechner war „Kochen“ immer das zentrale Thema. Kochen mit Herz & Seele und als innere Berufung.

Gabi wollte immer Zuckerbäckerin werden. Auch die höchst bekannte Schauspielerin Christiane Hörbinger wäre beinahe Zuckerbäckerin geworden. Wenn nicht die, von ihren Eltern Attila Hörbiger und Paula Wessely bereits für Christiane gekaufte Konditorei in Konkurs gegangen wäre. Gabi Lechner hatte nicht so „betuchte Eltern“. Demnach gab es eine Kochlehre im Burgenlandhof. Und somit begann die großartige kochtechnische Laufbahn der Gabi Lechner. Beim Backen von Kleingebäck, Kuchen, Torten usw. geht der Gabi allerdings das Herz über. Gabi Lechner ist ein Menschenfreund. Sie kocht förmlich mit ihrer unglaublich herzlichen Art die Menschen ein. Seit vielen Jahren engagiert sich die wunderbare Köchin im Jennersdorfer Pfarrgemeinderat. Bei der letzten Gemeinderatswahl wurde Gabi Lechner zur Vizebürgermeisterin von Jennersdorf gewählt. Diese Arbeit für die Menschen und all den Projekten macht ihr auch Spaß. Ihre Familie und speziell auch der Kater Sunny sind der Kraftpunkt in ihrem Leben. Politik & Kochen gehören eben zu den Leidenschaften der Gabi Lechner.

Ein Seelenfreund von Gabi ist Kater Sunny, der immer mit seinem Schnurren da ist, wenn das Leben sich zu verbiegen beginnt.
Gabi Lechner steht nicht nur immer in der Küche. Als Vizebürgermeisterin findet sie in Jennersdorf größten Anklang.

von Gabi Lechner
Als erste Tochter meiner Eltern besuchte ich die Volksschule in Henndorf, dann die Hauptschule und danach die Handelsschule in Jennersdorf. Schon sehr früh war klar, dass ich Zuckerbäckerin werden wollte, denn das Backen und Verzieren von Keksen und die dabei benötigte Phantasie und Ausdauer waren für mich kein Problem. Ich empfinde es heute noch als eine beruhigende Tätigkeit, wenn ich Kleingebäck backe und verziere.
Immer wieder durfte ich in Mutters Küche mithelfen. Meine Großmutter war Köchin in Ungarn und es imponierte mir, was man aus so manchen Zutaten alles zaubern kann. Meine Koch-Lehrerin in der Hauptschule, Frau Ferschli, hat scheinbar mein Talent erkannt und mich ermutigt, dran zu bleiben. Eine Lehrstelle für Zuckerbäckerin war nicht in der Nähe greifbar und so verschlug es mich in die Kochlehre im ehemaligen Burgenlandhof.
Nach Abschluss meiner Lehrzeit ging es dann für sieben Jahre in das Hotel Vier Jahreszeiten und dann folgten 25 Jahre im Thermenheurigen Wagner, ehe ich zurück an den Ort meiner Lehre kam. Der ehemalige Burgenlandhof wurde nicht nur umgebaut, sondern neu übernommen und der Chef von „Gernots Gasthaus zum Hof” hatte großes Interesse daran, dass ich als Geschäftsführerin in demselben anfange. Nach einem halben Jahr trennten sich aber unsere Wege und seit 21. Oktober 2018 bin ich im Fürstenbräu in Fürstenfeld als Küchenchefin tätig. Das Team hat mich sehr freundlich aufgenommen und ich fühle mich sehr wohl. Das beinahe familiäre Klima im Betrieb ist außergewöhnlich. Da gehe ich gerne arbeiten, denn ich merke, dass jede und jeder mit Herzblut, Professionalität und Freude dabei ist. Wenn man sich für einen Betrieb, die Arbeitsstelle, so einsetzt, als wäre es die eigene Firma, wird sich etwas verändern. Ich denke, dass wir als Team vom Fürstenbräu so denken. Deshalb haben wir auch unseren Spaß dabei. Und sollte es mal einen Tag geben, wo der Elan fehlt, so bekommt man durch das Team den nötigen An- bzw. Auftrieb. Die Arbeit macht mir sehr große Freude, denn Kreativität und Phantasie sind in der Küche immer willkommen. Das Kreieren von Vorspeisen, Hauptgerichten mit Fleisch und Fisch, aber auch vegetarisch und vegan, sowie von Desserts und Nachspeisen macht mir sehr große Freude und ich hoffe, dass die Gäste dies auch wohlwollend annehmen und ihren Gaumen verzaubern lassen.

Fairtrade in Jennersdorf – Frieden, Regionalität & Fairness sind für Gabi Lechner ganz wichtig.
Der absolute Seelenfreund von Gabi Lechner ist Kater Sunny. Weil Sunny für sein Frauerl immer da ist, darf er auch als kleiner Despot ganz gut leben.

Meine engste Familie ist mit dem Gastgewerbe und der Hotellerie fest verbunden. Meine Schwester arbeitet in einem großen Hotelbetrieb und mein Neffe als Kellner im Gastgewerbe. Meine Mutter arbeitete als Küchenhilfe in der Therme. Nur mein lieber Sohn hat es vorgezogen aus dem Radl auszubrechen und etwas anderes zu machen. Und das ist gut so, denn jeder soll das erlernen und machen, was ihm bzw. ihr gefällt. Mein Sohn zeigt mir auch immer wieder, dass es Gelassenheit im Leben braucht. In seinem Beruf ist er glücklich und korrekt. Er packt auch mit an, wenn es im, oder rund ums Haus, im Garten oder Wald etwas zu tun gibt. Ich bin stolz und dankbar zugleich, einen solchen Sohn zu haben. Er ist das größte Geschenk, das ich je erhalten habe.
In meiner Freizeit engagiere ich mich in der Politik der Stadtgemeinde Jennersdorf und der Pfarre Jennersdorf, wo ich bereits seit 17 Jahren im Pfarrgemeinderat tätig sein darf. Es macht mir besondere Freude, mit Menschen zu arbeiten und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Seit mehr als sechs Jahren bin ich auch in der Kommunalpolitik und bekleide seit dem 12. Jänner 2017 das Amt der Vizebürgermeis­terin von Jennersdorf. Ehrlichkeit, Respekt und Zuhören sind mir persönlich sehr wichtig. Denn nur, wenn ich aufmerksam zuhöre, weiß ich um die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und meiner Gäste. Ansonsten arbeite ich an ihnen vorbei. Respekt gehört für mich immer dazu. Denn jeder Mensch ist wertvoll und hat eine von Gott geschenkte Würde. Dazu gehört für mich aber eine gehörige Portion Ehrlichkeit. Was ich nicht ertragen und leiden kann, ist Unehrlichkeit, wenn man versucht andere hinters Licht zu führen. Das geht für mich gar nicht.
Besonders wichtig sind mir - beruflich wie privat - Regionalität und Fairness, daher koche ich ausschließlich mit regionalen Produkten und habe mich sehr dafür eingesetzt, dass Jennersdorf im Juni dieses Jahres zur Fairtrade-Gemeinde gekürt wurde. Eine/r allein wird die Welt zwar nicht verändern können, aber wenn viele gemeinsam daran arbeiten, kann die Welt besser werden und die Gerechtigkeit sich durchsetzen. Fair gehandelte Produkte sind zwar manchmal teurer, aber ich weiß, dass ich mit dem Kauf für faire Löhne garantiere und außerdem habe ich dann ein gutes Gefühl und kein schlechtes Gewissen.
Für meinen Kater Sunny habe ich trotz der vielen Termine immer wieder die nötige Zeit, denn er fordert diese vehement und miauend ein. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich „sein Dosenöffner“ und „seine Dienerin“ bin. Aber Sunny ist es auch, der mich nach so manch hartem Arbeitstag begrüßt, mir in traurigen Situationen nicht von der Seite weicht und mir mit seinem lauten Schnurren Vertrautheit und Heimat schenkt.
Heimat ist mir auch Henndorf, wo meine Wiege stand, und „mein“ Südburgenland. Gott sei Dank findet sich auch hin und wieder die Zeit durch unser schönes Henndorf und die Umgebung zu walken. Diese Walking-Ausflüge in die Natur zeigen mir dann und wann, wie schön es hier ist und wie gut unsere Luft noch ist, und wenn ich nebenbei noch Schwammerl und Pilze finde, gibt es ein köstliches Pilzragout mit Knödel.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass das Fürstenbräu wieder das „erste Haus am Platz“ ist. Mit großer Liebe und viel Engagement werde ich mich weiterhin für meine Berufung in der Küche, für die Kirche, Pfarre, Fairtrade und Politik einsetzen, ohne dabei meine Familie zu vergessen.
So gibt es als familiäres Weihnachtsessen eine Ingwer-Karotten-Suppe, dann ein gebratenes Bio-Gansl mit Apfel-Zimt-Rotkraut und Maroni-Knödel und als Dessert ein Vanillekipferlparfait auf Himbeerspiegel.
Mein Weihnachtswunsch: Frieden für alle Fami­lien und die ganze Welt und Fairness in allem Tun und zu jederzeit. Möge Gottes Segen alle im neuen Jahr 2019 begleiten, auf dass Friede, Freude und Gesundheit die täglichen Begleiter seien.

Letzte Änderung am Dienstag, 04 Dezember 2018 13:33

Süd-Ost Journal

"Für die Menschen, für die Region"