Die Ö3-Moderatorin Verena Kicker ist eine gebürtige Feldbacherin

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Ö3-Moderatorin Verena Kicker und Süd-Ost Journal Redakteur Dorian Krois waren langjährige Schulkollegen. Im Ö3-Studio trafen sie sich nach etlichen Jahren wieder. Ö3-Moderatorin Verena Kicker und Süd-Ost Journal Redakteur Dorian Krois waren langjährige Schulkollegen. Im Ö3-Studio trafen sie sich nach etlichen Jahren wieder.

Interview: Dorian Krois
SOJ: Wie kommt man mit so einem „Fernseh-Gesicht“ zum Radio?
Verena Kicker: (Lacht) Ja, das war immer schon mein Traum. Radio war auch das erste Medium, bei dem ich gearbeitet habe. In der Steiermark war ich zusätzlich auch als Redakteurin für's Privatfernsehen tätig. Angefangen hat meine Radio-Karriere beim Soundportal. Sieben Jahre habe ich dort die Morning Show moderiert. Mein großes Ziel war es aber immer zum ORF und hier zu Ö3 zu gehen. Ich denke auch, dass dies von sehr vielen, die in der Medienbranche arbeiten, ein großer Traum ist. Aber es ist natürlich nicht einfach hier Fuß zu fassen. Ich kann mich noch ganz genau an diesen einen Dienstagabend erinnern. Da hat mein Handy geläutet und der Ö3-Moderationschef war dran und hat gemeint, dass er meine Sendungen gehört hat und ob ich nicht nach Wien zu einem Gespräch kommen möchte. Superaufgeregt bin ich hingefahren. Das Gespräch war großartig und eine Woche später habe ich schon meine sieben Sachen gepackt und bin nach Wien. Ich bin heute noch superstolz, dass ich hier arbeiten kann.
SOJ: Was war dein bisher schönstes Erlebnis bei Ö3?  
Verena Kicker: Ich glaube ganz besonders ist es, wenn man seine erste eigene Sendung bekommt, die man dann immer regelmäßig moderiert. Als ich die Ö3-Hörercharts übernehmen durfte, war das ein unglaublich schönes Gefühl und ich wusste, dass sich das alles ausgezahlt hat. Schließlich habe ich einiges für Ö3 aufgegeben und bin dafür nach Wien gezogen.
SOJ: Versprecher sind menschlich, wie reagierst du dann?
Verena Kicker: Das gehört ganz einfach dazu und macht den Live-Charakter auch aus. Alles was draußen ist, ist draußen und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber ganz ehrlich: Ich finde diese Hoppalas immer lustig, wenn ich sie bei Kollegen höre und finde es auch charmant. Schließlich ist niemand perfekt.
SOJ: Welche Qualitäten sollte man als Radio-Moderatorin mitbringen?
Verena Kicker: Die Stimme allein ist es natürlich nicht. Auf jeden Fall einmal ein extrem offenes Wesen, man muss gerne reden und vor allem viel reden. Ein gutes Selbstbewusstsein, denn man muss präsent sein. Man sollte auch gut mit Menschen umgehen können und natürlich ein besonderes Gefühl für Musik haben.
SOJ: Wie bereitest du dich auf die Sendungen vor? Gibt es da ein Drehbuch oder ist alles aus dem Stehgreif?
Verena Kicker: Ich bekomme vorher eine Playlist. Da sehe ich die Songs, die ich während der Sendung spielen werde. Dazu überlege ich mir dann Moderationen. Also suche ich mir über die Bands Infos raus oder einfach generell was gerade brandaktuell ist. Das kommt dann alles von mir. Die Moderationen überlegt sich jeder Moderator für sich. Es gibt auch Schwerpunkt-Themen, die vorgegeben sind. Aber es kommt immer aus meinem Mund, es soll ja schließlich authentisch sein.
SOJ: Nimmst du auf die Musikgestaltung Einfluss? Schließlich seid ihr beim Radio ja die Meinungsmacher!
Verena Kicker: Die Musik wird von der Musikredaktion in einem bestimmten Mix zusammengestellt. Wir Moderatoren spielen sie dann und reden darüber. Ich suche also nicht spontan während der Sendung aus, welchen Song ich gerade hören möchte. Gespielt werden die Lieblingshits der Hörer. Also bei den Ö3-Hörercharts zum Beispiel sind es die meistgewünschten Songs der Woche, erstellt aus allen Musikwünschen via Mail, Telefon und Web.
SOJ: Ö3 Moderatoren sind auch in der Nacht im Einsatz. Wie gehst du mit diesem Night-Faktor um?
Verena Kicker: Das war am Anfang natürlich eine Umstellung, da ich zuerst die Morning Show moderiert habe und es gewohnt war, um vier Uhr aufzustehen, bin ich es jetzt gewohnt, lange aufzubleiben und lange auszuschlafen. Nachtdiens- te sind natürlich etwas anderes. Da versuche ich auch, etwas vorzuschlafen und dann von 22 bis 6 Uhr fit zu sein. Das geht ganz gut, aber man muss sich da auch selber trainieren und motivieren. Aber ich finde um diese Uhrzeit zu moderieren, das hat schon was ganz Besonderes und es sind interessante Leute wach.
SOJ: Wirst du auch privat anhand deiner Stimme erkannt?
Verena Kicker: Ja das ist lustig, wenn ich zum Beispiel am Wochenende fortgehe und ins Taxi steige und sag bitte da und dorthin, werde ich doch oft erkannt. Oder ich war jetzt beim Arzt und der hat gemeint, ja ich kenne Ihren Namen und ich höre immer Ihre Sendung. Das finde ich sehr amüsant.
SOJ: Zieht es dich hin und wieder in deine Heimatstadt Feldbach zurück?
Verena Kicker: Sicher - in mir steckt immer noch eine Steirerin. Ich liebe Wien und fühle mich hier sehr wohl. Wenn ich mal ein paar Tage hintereinander frei habe, fahre ich gerne nach Hause. Das klappt alle 2 bis 3 Monate. Und ich gehe daheim immer zum Buschenschank. Davor fahre ich nicht nach Wien zurück! (lacht)

Verena moderiert die Ö3-Hörercharts das nächste Mal am 9. März von 19-22 Uhr.
Wer möchte da nicht an der „anderen  Leitung“ sein!

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