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Dubrovnik, die glitzernde Perle der Adria von Hannes Krois 27.01.2010 Die weißen Kreuzfahrtsschiffe ankern vor der Altstadt. Das Meer ist nahezu kitschig blau. An der Reeling der Schiffe stehen wie Trauben die Passagiere und haben vor sich ein Motiv, das sich bleibend in menschliche Gehirne einprägt. Das Motiv heißt Dubrovnik. Die Perle der Adria. Das Motiv Dubrovnik begeistert von jeder Seite. Doch jener meerseitige Blick auf diese alte Stadt gehört zu den Bilderbucherlebnissen in einem Menschenleben. Dubrovnik ist das steinerne Symbol für die Vernetzung von Geschichte und Zukunft. Eine Stadt, die Awaren, Türken, Venezianer, Napoleon, Weltkriege und Erdbeben überlebte, wäre dann beinahe im Granatenhagel der Serben und Montenegriner am 6. Dezember 1991 untergegangen. Vieles vom UNESCO Weltkulturerbe wurde zerstört. Auch 114 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Die zahlreichen Kriegsschäden in der Altstadt sind restauriert. Dubrovnik hat auch diese Hürde des Balkankrieges mit Bravour gemeistert. Nichts, aber auch gar nichts zeigt heute auf diesen unsäglichen Krieg hin. Allein eine Tafel an einer Fassade läßt mit einer einfachen Schadensgrafik das Ausmaß der einstigen Schäden durch die Granaten in Erinnerung bringen. Der heiße August-Sonntag 2009 läßt die Altstadt von Dubrovnik mit Touristen übergehen. Zahlreiche Amerikaner von einem der Luxus- Dampfer und auch überdimensional viele Japaner mit all ihren Fotoapparaten. Vor dem sonntäglichen Touristenlärm flüchte ich mich mit meiner Frau auf den Placa Luza. Hier könnte man sofort einen mittelalterlichen Film drehen. So ident ist hier die Geschichte verankert. Die Ostseite des Platzes beherrscht der 31 Meter hohe, schlanke Uhrturm. Errichtet im Jahre 1444. Die Figur des Ritters Roland als Symbolbild jeder freien Handelsstadt auch seit zahlreichen Jahrhunderten hier verankert. Auf der Terrasse des allerschönsten Cafes Gradska Kafana wird gerade ein Platz frei. Die Stühle an den kleinen Tischen sind nahezu heiß umkämpft. Daneben spielt eine Band die tollsten Evergreens. Das Zitroneneis kühlt und der wunderbare Ristretto bringt die innere Maschinerie in Bewegung. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten nach Dubrovnik zu gelangen. Mit dem Schiff ist es die zweifellos bequemste und schönste Art des Reisens. Mit dem Flugzeug landet man im 22 Kilometer entfernten Cavtat. Dann ab mit dem Taxi oder Hotelbus in eines der supertollen Hotels. Das Palace Hotel auf der abgeschiedenen Halbinsel ist absolute Spitze. Ich bin mit dem PKW hierher gedüst. Bis Split gibt es eine Top-Autobahn. Von Split dann die Möglichkeit mit dem Auto auf die Fähre oder auf der urigen Bundesstraße eben weiter nach Dubrovnik. Die Fahrt entlang der zahlreichen Feigenalleen war herrlich und aromatisch zugleich. Hatte zuvor in solch relativ kurzer Zeit niemals derartig viele frische Feigen gegessen. Mit dem Auto gelangt man problemlos nach Dubrovnik. Im Zentrum allerdings gibt es kaum Möglichkeiten, sein Gefährt zu parken. Die Tiefgaragen liegen „1000 Stufen“ höher als die Altstadt. Ein Tip: Wer sein Auto dann wieder abholen möchte, der sollte unbedingt Kuna eingesteckt haben. An der Kasse werden weder Kreditkarten noch Euros akzeptiert. Und der nächste Bankomat steht „1000 Stufen“ unterhalb der Parkgarage in der Altstadt beim Hotel Hilton. Das ist die kleine Rache der Kroaten an die EU. Ansonsten sind die Einwohner liebenswürdig- freundlich. Meer, Sonne, Geschichte und die mediterrane Lebensfreude prägten einen ausgenommen positiven Menschentypus, der den Fremden sehr aufgeschlossen ist. Dubrovnik ist UNESCOWeltkulturerbe und Austragungsstätte der berühmten alljährlichen Sommerfestspiele. Heute lebt Dubrovnik von den Touristen. Damals im Jahre 605 nach Christus schien hier die Welt noch anders zu verlaufen. Damals unterwarfen die Awaren gemeinsam mit den Slaven die Festung Epidaurum, das heutige Cavtat. Damals flüchteten die Überlebenden auf einen großen Felsen mit senkrechten Wänden mitten im Wasser. Der Felsen war Zuflucht und neue Heimat. Die Quelle des Überlebens erbrachte der Onofriobrunnen im Zentrum. Die Bewohner nannten ihre neue Festung Ragusa. Gegenüber auf einer Halbinsel (Nähe Palace Hotel) hatten sich die Slaven niedergelassen und nannten ihren Ort Dubrava (Eichenhain). Die Bewohner von Ragusa starteten erfolgreiche Handelsgeschäfte. Im Jahre 1150 wurde der Meerkanal zwischen dem Felsen und dem Festland zugeschüttet und Ragusa mit Dubrava vereint. Ragusa wurde zum Handelszentrum zwischen Abendland und Orient. Nach dem Untergang von Byzanz (1204) kam Ragusa unter venezianische Herrschaft und nach 1358 zum ungarisch-kroatischen Reich. Im Jahre 1526 wurde die Freie Stadtrepublik Ragusa gegründet. Die Handelsflotte von Ragusa bestand in der Höchstblüte aus 160 Schiffen im Mittelmeer. Dann kam an jenem 6. April 1667 dieses grauenhafte Erdbeben. Von den 20.000 Einwohnern überlebten knapp 500 diese Katastrophe. Im Rahmen des Wiederaufbaues mußte vielfach auf den seinerzeitigen Prunk verzichtet werden. Im Jahre 1808 erlosch unter der Regierungsgewalt Napoleons die stolze Stadtrepublik. Nach der Niederlage Napoleons wurde Ragusa dem Österreichisch-Ungarischem Königreich und dem Kronland Dalmatien einverleibt. Ragusa und heute Dubrovnik war immer eine stolze Stadt der Freiheit. Hier wurden 1416 erstmals in Europa die Sklaverei und der Sklavenhandel verboten. Der kleine Stadtstaat erkannte weltweit als erster Staat 1776 die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten international an. In Ragusa gab es in dieser Zeit gleich 85 Konsulate. Das internationale Projekt „World Mayor“ verlieh 2006 der Stadt Dubrovnik und der Bürgermeisterin Dubravca Suica den 8. Platz im Ranking aller Bürgermeister dieser Welt. Die Nachmittagshitze brütet an jenem Sommer im August über der steinernen Stadt. In den engen Gassen herrscht angenehme Kühle. Viele der Einwohner und Urlauber sind mit dem Taxiboot vom Alten Hafen für ein paar Kuna zur nahen Insel Lokrum gefahren. Neben dem alten Benediktinerkloster sind es gerade die kleinen Badebuchten, die Erholung pur bieten. Für Sonnenanbeter gibt es hier eine eigene FKK-Meile. Eine Besonderheit auf Lokrum ist das „Tote Meer“. Ein kleiner, flacher Salzsee inmitten der Insel. In der Nachmittagssonne hat sich das Motiv Dubrovnik mit Rottönen prachtvoll eingefärbt. Ein visuelles Erlebnis, das man niemals mehr vergessen wird. Klicken Sie hier für weitere Artikel über das Thema "Kroatien" |   






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