Süd Ost Journal

Mit spitzer FederWer an den Wochenenden quer durch die Regionen des steirischen und auch burgenländischen Weinlandes fährt, der sieht vor all den Buschenschenken nahezu ähnliche Bilder: Vollgeparkte Parkplätze vor der Buschenschank-Tür. Zeitgleich sind die ländlichen Gasthäuser sehr locker verparkt. Bei unglaublich vielen der Gasthäuser hängen Tafeln. Nicht etwa für Menüs oder Speisen-Angebote sondern mit den Vermerken „Zu Verkaufen“ oder „Zu Verpachten“. Das seit Jahren gestartete Karussell des Wirthaussterbens ist nun in einer rasanten Phase. Die Wirte haben sich als Familienbetrieb über die Zeiten wirtschaftlich über Wasser gehalten. Jetzt geben die Buschenschenken den Ton an. Die Weine sind dort natürlich wesentlich billiger und die „Jaus`n“ ist vorrangig steirisch-pannonisch-deftig. In den Wirtshäusern und Gasthöfen sind die Kalkulationen auf ganz anderen Ebenen. Da fährt der Finanzminister in voller Gesetzeshärte drüber. Jenseits der steirischen und burgenländischen Grenzen entwickeln sich in Slowenien verstärkt die Gasthäuser auf durchaus gutem Niveau. In Ungarn haben die berühmten Csardas der kommunistischen Zeit mit dem legendären Pörkelt und der Gänseleber  an Anreiz verloren. Jedenfalls gibt es nicht wenige steirische und burgenländische Buschenschenken, die voll in Richtung „Heuriger“ aufmagaziniert haben. Gewerberechtlich sind diese Betriebe eigentlich Gasthäuser, die vom Bier und Kaffee bishin zu den warmen Speisen alles anbieten können, was die Gäste wünschen. Nach Außen und in all der Optik allerdings Buschenschenken. Es ist wahrlich gut und schön, wenn das steirische und burgenländische Weinland zu einem touristischen Magnet wachsen konnte. Allerdings ist es höchst schade um das Wegbrechen der gewachsenen Wirtestruktur auch als regionale Kommunikationsstandorte in den Gemeinden. In den Gemeinden forcierten die Bürgermeister und die Vereine ihre eigenen Vereinslokale und Hallen. Jetzt schlägt es für die Hoteliers und Wirte zusätzlich „13“. Es ist der Finanzminister, der die Tourismusbranche mit der neuen Mehrwertsteuer von 10 Prozent auf 13 Prozent in weitere Schwierigkeiten schickt. Die Wiener Steuerreform findet in vielen Details keine Anerkennung. Schlußendlich geht es nur dahin, von diversen beruflichen Gruppen etwas weiterhin einzuholen. Steuergerechtigkeit ist dabei kein Thema. Wie kommt es dann, daß die österreichischen Medien, übrigens auf der ganzen Welt als aller einzige noch zusätzlich zur 20prozentigen Mehrwertsteuer eine Werbeabgabe in der Höhe von 5 Prozent allmonatlich ans Finanzamt zahlen müssen. Für alle Inserate, die auch von ausländischen Kunden bezahlt wurden. Eine unglaubliche Belastung und Wettbewerbsverzerrung somit für die heimischen Magazine und Zeitungen, die ordentlich zu kämpfen haben. Von einer Steuerreform habe ich mir erwartet, daß ein Finanzminister Steuergerechtigkeit erbringt und nicht wie der Häuptling aller Raubritter des Mittelalters neues Leid über einige Bürger erbringt. Damals im Mittelalter ging es ja lediglich über den „Zehent“. Heute geht es um die Finanzierung der aufgeblasenen Projekte, der überdimensionalen Administration, der unglaublich vielen Arbeitslosen und Flüchtlinge. Und schlußendlich um die Finanzierung der wirtschaftlichen EU-Leichen. Und dabei ist Griechenland lediglich ein Kapitel in der traurigen EU-Riege.....

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