Süd Ost Journal

Mit spitzer FederDie Chinesen zündeten in den Zeiten von Marco Polo (1254 bis 1324) die damals weltweit ersten Feuerwerke und Böller. Um speziell beim Chinesischen Neujahrsfest die Dämonen und bösen Geister zu vertreiben. Auch in der Steiermark ist in letzter Zeit bei den Böllern der Teufel mit im Spiel. Bislang gab es ja immer und überall grausliche Unfälle beim Handieren mit Böllern. Die Folge sind zerfetzte Hände. Manche sind auch erblindet. Das Fatale: Jedes fünfte Feuerwerks- opfer ist jünger als 15 Jahre. Dabei gibt es genaue Altersgrenzen betreffend des Verkaufes von Feuerwerkskörpern an Kinder und Jugendliche. Obwohl es bei Übertretungen ziemliche Strafen gibt, nehmen es die Feuerwerkshändler dabei nicht so genau. Auch wird unter dem Ladentisch so manches an Höllenmaschinen herbeigezaubert, was in Österreich überhaupt verboten ist oder speziell nur von sogenannten Pyrotechnikern gezündet werden darf. Durch einen verbotenen Knallkörper höchster Gefährlichkeitsstufe verlor dieser Tage der steirische Fußballprofi Andreas Schicker seine linke Hand und seine Fußballkarriere. Er bekommt dafür eine Anzeige der Staatsanwaltschaft. Dumm gelaufen! Oder wie blöd muß man sein, einen derartig gefährlichen Böller in der Hand detonieren zu lassen? Alkoholkonsum, Gedankenlosigkeit und Prahlerei spielen vielfach bei den Böllerunfällen mit. Höchst gefährlich und verboten ist das Zünden selbst gefertigter Knallkörper. Auch das Knallkörperbasteln hat seine entsprechenden Tücken. Ganz Österreich schaut immer noch auf das kleine Dörfchen Pretal in der Tourismusgemeinde Kapfenstein. Sprichwörtlich über Nacht wurden durch die Böller Kapfenstein und Pretal mehr bekannt, als bislang durch die vielen großartigen Gas- tro-Initiativen der Kapfensteiner Schloß-Familie Winkler-Hermaden. Hier in Pretal werkelte eine Familie an der Mengenproduktion von Knallkörpern. Seit der riesigen Explosion ist in Pretal alles anders als es je war. Der Vater (57) und der Sohn (29) sind mittlerweile begraben. Der weitere Sohn hatte Glück, weil er kurz vorher aus dem Haus gegangen war. Dann die riesige Explosion, die Häuser völlig zerstörte. Im weiten Umfeld zerbarsten die Fensterscheiben. Der gewaltige Knall der Explosion war kilometerweit zu hören. Der Tag der Böllerexplosion wird in Pretal in die Geschichte eingehen. In anderen Gemeinden der Südoststeiermark wurden mittlerweile Böllerlager anderer Feuerwerkshändler- und Bastler angezeigt und von der Behörde sichergestellt. In der Südoststeiermark dürfte man ein wenig vom Böllerschießen genug haben. Oder doch nicht? Das wird der Krampustag zeigen. Schlußendlich appelliere ich an die Vernunft. Schießt heuer einmal keine Böller! Den Hinterbliebenen der Pretaler Toten spreche ich mein Beileid aus. Und meinen Lesern wünsche ich ruhige Weihnachten.

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