Süd Ost Journal

Mit spitzer FederWarum geiern sich Männer um das Präsidentenamt? In einem Fußballverband speziell. Sind doch ansonsten die politischen Präsidentenämter gar rar gesäht. Und auch nicht ganz ungefährlich. Stolperte doch Deutschlands Bundespräsident Wulff schlußendlich über eine Bier&Hendl-Einladung auf dem Münchner Oktoberfest unterhalb der 100 Euro-Linie. Diese miese Schikane an Bundespräsident Wullf will ich Deutschland nicht verzeihen. Dennoch dreht sich die Welt weiter. Und der Fußball sowieso. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte in seinen Unternehmungen gut 28, 5 Millionen Euro an Steuergeldern unterschlagen. Mit seinen Nürnberger Bratwürsteln kaum. Aber dafür mit all den anderen geschäftlichen Herausforderungen schon, die so eine immer lustige Bussi-Gesellschaft offeriert. Im Sog von Rampenlicht, Erfolg und Pommery gibt es dann die ungewöhnlichsten Ansinnen und Deals. Jedenfalls stolperte der sympathische Uli Hoeneß über das Finanzstrafgesetz und fasste drei Jahre und 6 Monate Knast aus. Zwischenzeitlich mag er ja laut Gesetz Ausgang haben. Aber Uli Hoeneß wird sich hüten, bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth oder bei den Mega-Ereignissen in München aufzutauchen. Bei Uli Hoeneß ticken die Gehirnzellen noch recht ordentlich.
Anders bei Hannes Kartnig. Ex-Präsident des Meister-Vereins Sturm. Warum hat Hannes Kartnig aus all den Dingen des Lebens keine Lehren gezogen? Ich wollte seine Nähe niemals suchen. Wenngleich er mit „Landeshauptmann“ Waltraud Klasnic so intensiv als „Mister President“ auf dem steirischen Opernball dahin walzen konnte. Im Wiener Sacher schlug er mit der Zigarre im Mund seinen persönlichen Radau. Zeitgleich schrieb ich eine Küchenstory im Sacher über den damaligen Küchenchef Fink. Das Geschrei war war nicht zu überhören.
Mittlerweile wurde Hannes Kartnig verurteilt und inhaftiert. Die Freunde aus der Politik und der Gesellschaft haben sich mittlerweile vertschüsst. Bleiben noch Ehefrau und Villa. Dann bekommt dieser Hannes Kartnig, auf  den in wenigen Tagen der nächste Prozeßbeginn wartet, die Sehnsucht jedes Häftlings: Die Fußfessel! Streng genommen ist laut Strafordnung für den Fußfessel-Häftling zuhause in seinem Hause eine eigene „Parzelle“ vorgegeben. Also nichts mit Swimming-Pool und sonstigen Belustigungen. Ein Fußfessel-Häftling muß sich in den eigenen Räumlichkeiten auf den eingegrenzt vorgegeben Flächen aufhalten. Bestimmte geschäftliche Termine können nach Absprache wahr genommen werden . Das ist ja toll. Andere Häftlinge haben ihren Freigang im Gefängnis-Hof und müssen darauf achten, daß sie in der Nacht nicht mißbraucht werden. Mittlerweile gibt es ja eine offiziell geschlechtsoffene Welt! Aber Hannes Kartnig konnte ja nicht anders. Er mußte ja geradezu bei der Tosca-Premiere und beim Dinner im Wiener 5Sterne Hotel die Öffentlichkeit und die Justiz auf den Prüfstand stellen.
Hannes Kartnig hat somit verloren und mit ihm auch viele Fußfessel-Antragsteller. Die Gefängnisse werden übervoll. Denn der Kriminellen-Nachschub ist gewaltig.

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