Süd Ost Journal

Mit spitzer FederDie Welt ist derzeit düster. Nicht nur das Wetter. Im Irak, Syrien, Nahost, der Ukraine und in Ländern Schwarzafrikas bringen sich die Menschen auf brutalste Weise um. Traurige Zeiten. Dazu noch Wirtschaftskrise und auch Schlechtwetterlage bei den Arbeitslosenziffern. In diesen düsteren Zeiten sehnen sich die Menschen nach Sonne, Wärme und Hoffnung. Die moderne „Biedermeierzeit“ braucht ein wenig Harmonie und Selbstschutz. Der Urlaub war für viele verregnet. Andere sparten sich ohnehin Ferienziele durch Geldmangel. Und dann flüchten die Menschen bei diesem Sauwetter am Sonntag zur Fernsehcouch. Wegen eines steirischen „Tatort“ zur allerbesten Sendezeit. Gut eine Million Österreicher und neun Millionen Deutsche. Das ist schon mal eine Menge. Auch meine Frau und ich eingeschlossen. Die „Tatort-Generalprobe“ hatte es schon vor drei zwei Wochen im Grazer  ORF-Zentrum gegeben. Leider konnten wir nicht kommen. Als Unterstützung für diesen steirischen Tatort griffen jedenfalls Land Steiermark und Stadt Graz tief in die Kasse. Somit 150.000 Euro von der Filmförderstelle des Landes und 30.000 Euro von der Stadt Graz. In der Hoffnung, dieser steirische „Tatort“ würde dem Land und Graz in der Nachhaltigkeit von Tourismus und Wirtschaft guttun.
Dem ist allerdings nicht so. Hier wurden Steuergelder für eine regelrechte Anti-Werbung für die Steiermark verschwendet. Mit „Kommissar“ Harald Krassnitzers Aussage „Zwei Wochen Graz, das reicht...“ wurde dieser „Tatort“ gestartet. Es folgten eine Einblendung des Uhrturmes und dann das Abtrifften in eine grenzwertige Ursteiermark mit Volltrotteln und Hotelzimmern, die man in den 50er Jahren gefunden hätte. Dazu noch Grabesstimmung, Schnaps und Scheißwetter.
Danke, lieber ORF, der Du ja mit all den „Stiftlingen“ deines politisch einsitzenden Stiftungsrates mir und der Steiermark und anderen zehn Millionen Zusehern solch eine Anhäufung an filmischem Wahn ins Wohnzimmer flimmern hast lassen. Ich habe allerdings nicht mehr als 40 Minuten dieses „Tatort“ verkraften können. Es gibt ja Gottlob einen Schalter zum Ausschalten. Das habe ich bislang noch niemals bei einem „Tatort“ gemacht. Die „Tatorte“ in Münster usw. schaffen es ja auch, die schlußendlich zahlenden Zuschauer zu beglücken.
Warum lassen sich Profis, wie Harald Krassnitzer und Peter Weck für solch ein tierisch schlechtes Drehbuch fangen? Der „Goldene Kaktus“ für diesen „Tatort“. Und was ist nun mit den 180.000 Euro, die aus steirischen Steuerkassen in diese Antiwerbung geflossen sind? Wenngleich in Sachen heimischer Medienunterstützung die „Marie“ sich nicht darstellt, gibt es dennoch genug zum Rausschmeißen. Traurig, aber wahr! Ich schaue mir nach diesem „Knaller“ so schnell keinen „Tatort“ an. Nur den aus Münster. Dort werde ich wohl einmal hinfahren. Münster-Käse ist ja weltbekannt.

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