Süd Ost Journal

Mit spitzer FederDie weltpolitische Großwetterlage ist mehr als trübe. Und ansonsten hatte das Aprilwetter auch mit kuriosen Kapriolen aufgetischt. Die Menschen wollen mehr denn je Ruhe, Sonne und Frieden. Und dazu guten Wein und schmackhaftes Essen. Vorbei an den Gaststätten schlichtet man sich derzeit an den Wochenenden in den Buschenschenken. Weil zweifellos billiger und vermeintlich regionaler.
Andere verziehen sich in ihre Wohnungen und Gärten. Bei etwas Sonne und Wärme werden die Grills „angeworfen“. Und die Grillweltmeister zeigen, was vorrangig so ein  „Weber-Grill“ drauf hat. Da wird gegrillt, gegart und gesmokt nach den aktuellen Grill-Trends. Der Grillmeister erwartet natürlich seinen Applaus. Denn Grillen ist in der Hauptsache Männersache. Seit der Steinzeit schon. Jedenfalls hatten sich die Neandertaler und deren Nachkommen eher an gegrilltem Wisent-Steak oder Wildschein-Schinken erfreut. Rein biologisch, ohne Zusatz von Hormonen und Wachstumspräparaten. Der moderne Grillmeister greift auf Deftiges zum Angebot. Damit sich noch die Bierkiste preislich ausgeht. Also zum absoluten Superpreis Schweinerippen, Schweinebauch, Schopf, Karree. Für die weiblichen Grill-Fans eher Hendl­brust, Hühnerflügel vulgo Chicken Wings oder Puten-Steaks. Im Supermarkt in der Frischfleisch-Kühlung zum Superpreis.
Das Aktions-Fleisch ist absoluter „Kulinarik-Schrott“. Weil die wenigen Handelsriesen den Preis bestimmen und eben nur mit dem Preis die Konsumenten ködern, haben sie auch dem Produzenten und Bauern gegenüber die absolute Machtposition. Wer von den Bauern überleben will, der arbeitet nach Schema „Masse statt Klasse“. Demnach wachsen Schweine, Hühner und Puten unter un­möglichen Lebensbedingungen auf. Ein gequältes und kurzes Leben für die Tiere. Allein nur auf „viel Fleisch“ in kürzester Zeit abgestimmt. Jetzt wird Fleisch im Gewalttempo „produziert“. Früher haben die Bauern ihre eigenen Schweine für den „Hausgebrauch“ mitgefüttert. Die Bauern wissen sehr wohl, welches Stück Fleisch schmeckt oder in der Pfanne „verpufft“. Aber die Bauern haben sich als Produzenten in eine industrielle Fertigungsschiene pressen lassen. Darunter leiden in erster Linie die Tiere. Die Konsumenten bekommen unter den permanenten Superangeboten mindere Qualität. Allein die Handelsketten machen ihr Geschäft. Mittlerweile ist Tierfutter in den Regalen der Märkte teurer als „Menschenfutter“.
Muß denn laufend Fleisch mit fragwürdiger Herkunft und Produktion auf die Teller kommen? Wer schon Fleisch will, der könnte ja auf heimisches Lamm oder Wild umsteigen. Wildfleisch ist gesund, fettarm und ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Das Wild lebt übers Jahr in der freien Wildbahn und ernährt sich von den Pflanzen im Wald und Wiesen. Wer Fisch liebt, der sollte auf heimische Fische umsteigen. Die Billig-Importe der Tiefkühl-Fische und auch der sogenannten Meerestiere sind aus industrieller Zucht. Mit soviel Chemie und Hormonen, daß man sich die Apotheke sparen kann.
Lecker, oder nicht?

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