Süd Ost Journal

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Bizarre Schönheit: Insel Pag mit Region Novalja

 

1von Hannes Krois
Wer gerne den Sonnenuntergang auf hölzernen Bänken in kleinen Kanobas direkt am Meer liebt. Wer die Melodik der Wellen des Meeres samt den würzigen Rauch von fangfrischen Makrelen, Sardinen und Goldbrassen vom Grill mag. Und der unzählige Buchten und Strände ohne „Nachbarn" bevorzugt, der könnte in Pag ganz gut die Ferienseele baumeln lassen. Pag ist eine außergewöhnliche Insel. Die fünftgrößte an der Adria. Genau 63 Kilometer lang und 1,5 bis 10 Kilometer breit.
Wie ein bizarrer Finger erstreckt sich die Insel nahezu parallel zum Festland bis hin zur Insel Raab im Norden. Im Süden verbindet eine Brücke Pag mit der Region Zadar. Von Ostösterreich ist Pag mit dem Auto über Zagreb rasch erreichbar. Für einen Wochenendtrip etwa, um diese ungewöhnliche Insel zu erforschen. Von den Inselumrissen erinnert Pag an Sylt. Doch seitens der Landschaft ist Pag eine Besonderheit. Die Anfahrt im Norden nach Pag erfolgt von Prizna am Festland mit einer Autofähre zur Anlegestelle Zigljen auf Pag. Keine 15 Minuten dauert die Überfahrt. Im Sommer gibt es einen flotten Fährbetrieb. In der kalten Jahreszeit nehmen sogar die Busse die Serpentinen zum Meer recht resch, um ja noch die Fähre zu erreichen. Von der Fähre aus nähert man sich einer Art Mondlandschaft. Nichts all Geröll und felsige Steine. Doch dazwischen in der hellbraunen „Tarnfarbe" unzählige Schafe, die aus dem felsigen „Nichts" würzige Blätter und Kräuter fressen. Pag hat die allermeisten Schafe an der gesamten Adria.
Mit dem Auto geht es von der Fähre nach Novalja. Die nördliche Inselstadt ist das Ziel. Der neugewählte Bürgermeister Ante Darbo will seinen Teil der Insel Pag verstärkt für den Individualtourismus aktivieren. Hinter der Bergkuppe breitet sich Novalja mit Altstadt, Hafen und Badestränden aus. Hier hat die Landschaft einen grünen Anstrich durch relativ üppigen Bewuchs. Gut 2000 Menschen wohnen in Novalja.
Das Meer umfaßt das schmale Eiland rund um Novalja von zwei Seiten. Einerseits Altstadt und Hafen samt zahlreicher Badebuchten und dem bekannten FKK- und Textilcamp Strasko. Auf der anderen Seite befindet sich der mittlerweile zum kultigen Objekt erhobene Strand Zrce. Zu bestimmten Zeiträumen und an den Wochenenden im Sommer geht auf diesem Strand buchstäblich „ die Post ab". Eine weltweit bekannte Partymeile mit tausenden Jugendlichen in Feier- und Partylaune. Von überall auf der Welt strömen die Jugendlichen seit Jahren nach Zrce. Auf der ansonsten lauschigen und ruhigen Insel findet das traditionelle Inselleben seinen Lauf. Im Schatten von Palmen sitzen die Menschen vor den Cafe's und Kanobas und haben Ruhe und Gelassenheit gefunden. Kleine Hotels und Pensionen säumen die Straßen. Fisch- und Meeresspezialitäten, frisch und herzhaft zubereitet, sind Standard.
Ein reizendes und romantisches Landhaus ist das Hotel Boskinac (www.boskinac.com) in höchster Qualität. Etwa für Flitterwochen usw. Unweit vom Partystrand Zrce steht die mittlerweile verlassene Siedlung Caska. Anfang der 60er Jahre wohnten hier noch etwa 20 Menschen. Heute ist Caska verlassen. Dabei war Caska ehemals der größte und wichtigste Ort auf der Insel. Die Römer hatten hier ihre Festungsanlage namens Cissa.
In Form eines Mittelfingers setzt sich von Novalja aus das schmale und 20 Kilometer lange Inselstück bishin zur Ortschaft Lun in Richtung Insel Rab fort. Über etliche Kilometer säumen knorrige Olivenbäume die Straße. Man zählte hier rund 80.000 Olivenbäume. Rund 1500 dieser Olivenbäume könnten ganz besondere Geschichten erzählen. Es sind sogenannte „wilde Olivenbäume" (Olea Oleaster). Bis zu acht Meter sind sie in die Höhe gewachsen. Viele davon 1200 Jahre und noch älter. Gewachsen auf dem kargen Inselboden. Ein einzigartiges Naturerlebnis an der gesamten Adria. Daß dieses aus den Oliven produziertes Öl phantastische Geschmacksaromen beinhaltet, hängt mit der speziellen Klimasituation auf dieser vom Meer so intensiv umspülten Insel zusammen. Und mit dem Grundwasser wohl auch. Denn Pag ist trotz seiner bizarr steinigen Ansicht eine „Wasserinsel". Man braucht nur irgendwo 30 Zentimeter in den Erdgrund graben und schon kommt bestes Grundwasser zutage.
An die Region Novalja ist mit der Halbinsel rund um das Dorf Metanja eine äußerst naturbelassene Halbinsel eingebunden. Sonne, karges Steinland, Berge und unzählige versteckte Buchten mit Stränden voller Kies und auch Sand. Eine Mondlandschaft, auf der sich auch die Schafe wohl fühlen. Auf diesem tiefblauen Gewässer zwischen Caska und der Salz-Stadt Pag ist Neli zuhause. Kapitän Neli ist ein stämmiger Seebär, der mit seinem Robinzon-Ausflugsboot (nelirumora@ hotmail.com) für seine Gäste individuelle Erlebnisfahrten veranstaltet.
An den dörflichen Anlegestellen gibt es rustikale Kanobas direkt am Meer. Der Inselwein und frische Meerestiere vom Rost sind Insidertips für Feinschmecker und Individualisten. Als Abschluß dann den ganz speziellen Inselkäse, den berühmten Paski Sir. Ein wundersam würziger Käse, der seine Aromen von den wilden Kräutern in der Steinlandschaft ableitet.
Mit unserem Insel-Guide Fredy Pendl fahren wir somit nach Kolan. Ein sogenanntes „Mekka" vom Paski Sir und noch anderer ganz besonderer Käsespezialitäten. Die kleine Molkerei (www.gligora.com) mit angeschlossenem Käseladen ist in dem Ort Kolan unter Sirana Gligora sehr bekannt. Stolz zeigen Vater und Sohn Ivan&Sime Gligora die neueste internationale Auszeichnung für ihren Käse. Nach dem Kommunismus hatte Ivan Gligora in der Garage mit der Erzeugung von Schafskäse begonnen. Alle Zeit steckte in der Produktion der schon damals hochwertigen Käse. Dann wurde das wirtschaftliche Ruder umgerissen und eine Marketingstrategie an Land gezogen. Seither ist die Privatmolkerei sehr erfolgreich und bietet vielen Schafbauern eine Existenz.
Ganz speziell für die Insel Pag sind auch die sogenannten „Pager Spitzen". Es ist eine alte Tradition der Insel-Frauen. In den Zeiten der Österreichischen Monarchie waren immer zwei Frauen aus Pag am Wiener Hof mit der Fertigung von Spitzen beschäftigt. Damals legte man noch Wert auf ehrliche Handarbeit. Heute machen nachgemachte Maschinen-Spitzen aus China der alten Handarbeit auf der Insel Pag größte Konkurrenz. Info: Fredy Pendl (www.goldenindex.com) und Telefon: 0043/6506173821 sowie 00385/997973977.

 

 

 

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Naturist Park Koversada bei Vrsar feiert 50er

 

 

von Hannes Krois
Kann man mit dem Ablegen der Kleidung auch den Alltag vergessen? Kann man Streß und Managerkrankheiten einfach durch das Hüllenlose und völlig Nackte ausradieren. Es gibt im Normalfall keinen „Schalter“, der den alltäglichen Ärger wegretuschieren vermag. Irgendwann ist jeder einmal urlaubsreif. Jeder auf seine Art. Es gibt auch verschiedene Arten von Urlaub. Eben Erlebnis-Urlaub, Studienreisen, „Ballermann“ oder kostspielige „Fernwehreisen“. Ob der jeweilige Urlaub auch die Erholungswerte verspricht, ja das ist in unserer Konsumgesellschaft manchmal eine Art Lotteriespiel. Nach Harmonie, Ruhe und dem Gleichklang der Natur sind die Naturisten auf der Suche.
In einer bestimmten Art von Abgeschiedenheit lieben die FKKler Sonne, Meer und die Geborgenheit der Natur. In einer Form von allgemeiner Nacktheit entsteht eine ungewohnte Form von Selbstachtung und Toleranz. Die „Spechtler“ sitzen vorrangig an den textilen Pools oder Stränden. Unter den Naturisten herrscht  Harmonie. Kein unnötiger Lärm, kein Radio oder übliches Strandgegröle stören die Besinnlichkeit. Mit dem Ablegen der Bekleidung verwandelt sich der Mensch in die kollektive Ebene der Schöpfung. Irgendwie auf der Suche nach dem legendären „Garten Eden“. So wie einstens Adam & Eva. In meinem Freundeskreis gibt es eingefleischte Naturisten. Diese schwören seit Jahren auf die wundersame Entspannung schon nach wenigen Tagen in einem der Naturisten-Parks.
Frankreich, Kroatien und die deutschen Buchten der Nord-und Ostsee sind die Zentren der europäischen Naturisten-Bewegung. Kroatien mit seinen herrlichen 1000 Inseln ist seit Jahren ein ausgesprochen beliebtes Ziel der Naturisten. Von der Bucht von Portoroz bis nach Dubrovnik reihen sich entlang der Adriaküste überall zahlreiche Buchten und Strände auf. Den Trend für den offiziellen Naturismus in Kroatien hatte in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts der frühere britische König Edward VIII entfacht. Als späterer Herzog von Windsor badeten der englische Aristokrat und seine Frau, die amerikanische Schauspielerin Wallis Simpson in der Kandarola-Bucht auf der Insel Rab. Splitternackt! Der offizielle und gesellschaftsfähige Naturismus wurde somit in Kroatien ins Leben gerufen. Abgesehen von den zahlreichen FKK-Stränden gibt es an der kroatischen Adriaküste gut 30 Naturistenzentren. Speziell in Istrien sind diese FKK-Zentren verstärkt zu finden.
Der allergrößte unter diesen Zentren in Kroatien und ganz Europas ist der Naturist Park Koversada bei Vrsar. Die einfachste und schönste Anfahrt für motorisierte Individualgäste gibt es über Koper, Umag und entlang der Küste bis Novigrad und Vrsar. Entlang dieser Straße sind zahlreiche Kanobas mit im Holzofen gegrillten Spanferkeln oder frischen Miesmuscheln und Scampi. Außerhalb der malerischen Stadt Vrsar befindet sich beim wunderbaren Restaurant Vrsaranka ( Riso Nero, Muscheln und Fleischspezialitäten erste Klasse!) die Abzweigung zum Naturisten Park Koversada. Auf einer Fläche von 120 Hektar breitet sich dieses wunderschöne Naturisten-Zentrum unweit von der alten Hafenstadt Vrsar bishin zum idyllischen Limski-Fjord aus. Der Naturisten-Park Koversada feiert heuer den 50jährigen Bestand. Damals im Jahre 1961 war es der Münchener Rudolf Halbig, der seine Idee eines Naturistencamps auf der kleinen Insel Koversada realisieren konnte. Nach der Legende soll schon der Frauenheld Casanova auf der Koversada-Insel in seiner Art eine wohl andere Art von FKK gestartet haben. Der Andrang der deutschen FKK-Gäste war schon in den ersten Jahren nach 1961 so groß, daß noch weite Flächen am Festland gegenüber der Insel für das FKK-Zentrum verwendet wurden. Die Weitläufigkeit des riesigen Areals verspürt man schon beim rund um die Uhr bewachten Einfahrtstor. Dort wird man an eine der drei durchgängig geöffneten Rezeptionen verwiesen. Eben für die Appartements, Bungalows oder Camping jeweils getrennt.
Insgesamt gibt es 800 Stellplätze für Wohnwägen oder Campingbusse sowie 350 Bungalows und Appartements. Insgesamt also Platz für 5000 Menschen bei völliger Auslastung in der Hauptsaison. Geöffnet hat der Naturisten Park Koversada vom 23. April bis 23. Oktober. An erster Stelle sind es Österreicher und Deutsche, die hier ihren Urlaub oder auch nur verlängerte Wochenenden verbringen. Dann folgen Italiener und Slowenen. Viele kommen mehrmals jährlich zum „seelischen Auftanken“ nach Koversada. Gut 30 Prozent aller Gäste sind älter als 60. Viele davon langjährige Stammgäste, die seit Jahrzehnten hier ihren Entspannungsurlaub verbringen. Auf der Einfahrt zur Rezeption gibt es ein für „FKK-Frisch­linge“ auffallendes Gebotsschild mit dem Hinweis, daß das Tragen von Badehosen und Badeanzügen verboten ist. Auf dem gesamten Areal sind die Menschen nackt oder mit einem Badetuch unterwegs. Deswegen ist auch das öffentliche Fotografieren verboten. Pure Nacktheit ist hingegen in den Supermärkten und in den zahlreichen Restaurants und Bars aus hygienischen Gründen untersagt. Ein Badetuch reicht als Umhüllung. Für männliche Einzelreisende ohne INF-Ausweis (Mitglied einer Internationalen Naturistenvereinigung) gibt es übrigens kein Einchecken in die Anlage. Für etwaige Spanner ist der Naturisten Park Koversada der falsche Ort.  Die Appartements sind völlig neu und bestens auf 4-Stern-Standart ausgestattet. Es gibt Klimaanlage, Terrasse, ein Schlafzimmer, ein großzügiges Bad eine bestens ausgestattete Wohnküche. TV, Internetanschluß und eine komplette Kücheneinrichtung inklusive. Die Appartements liegen ab 100 Meter von der Badebucht am Beginn des Limski-Fjordes entfernt. Überall gibt es sonnige und schattige Plätze unter gut 1000 Olivenbäumen. Das eigene Olivenöl wird in den Restaurants auf dem Gelände zum Essen kredenzt. Der lange Strandbereich besteht aus Sand, Schotter oder Steinplatten mit Einstiegsleitern. Und natürlich die großartige Insel, die mit einer Brücke zum Festland verbunden ist. Entlang der asphaltierten Wege haben es sich die Camper mit ihren Wohnwägen und Wohnmobilen gemütlich gemacht. Unter den Camper-Nachbarn gibt es vielfach jahrelange, herzliche Freundschaft.
Ich wünsche dem Naturist Park Koversada alles Gute zum 50er!
Infos unter Tel. 00385/52441761 und www.maistra.com/de..

 

 

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Auf dem Weg zur Gourmet-Party in Umag


u1von H. Dorian Krois
Doch ein wenig verwundert war der Blick des kroatischen Grenzpolizisten, als er plötzlich einen französischen, tschechischen, österreichischen und kroatischen Pass in der Hand hielt. Als Draufgabe hatte der Franzose auch noch einen spanischen Namen. So etwas kommt anscheinend selbst bei jener Grenze zwischen dem slowenischen Secovlje (bei Koper) und dem kroatischen Plovanija selten vor, obwohl man hier im Sommer schon mal gut aber sicher nicht gerne bis zu drei Stunden wartet, bis man endlich auf der anderen Seite ist. Als der Fahrer dem Beamten erklärte, dass es sich bei seinen drei skurrilen Fahrgästen bloß um „neugierige“ Journalisten handelt, die er am Flughafen Ljubljana abgeholt hatte, war jene Skepsis aber großteils beseitigt und es ging zu unser aller Erleichterung weiter. Der leicht nervös gewordene, aber mutige Chauffeur des Tourismusunternehmens „Plavo More“ gab Gas und durchquerte mit uns die großartige Region Istrien. Nächstes Jahr ist Dank EU-Anschluss Kroatiens auch diese Grenze endlich Geschichte. Die Kroaten und die Slowenen. Das ist halt so eine Sache. Eine gelebte Hass-Liebe, welche selbst die Österreicher mit den Deutschen nicht besser zelebrieren könnten. Eine halbe Stunde Fahrt später hatten wir unser Ziel erreicht. Umag. Die Stadt im nordwestlichen Teil Istriens zählt knapp 5000 Einwohner. Besonders in der Tenniswelt ist Umag alles andere als unbekannt. Nicht ohne Grund, denn als Gastgeber des großen ATP-Turniers „Croatia Open“ und mit über 60 Tennisplätzen ist Umag eine führende Tennisdestination in Kroatien. Gleichzeitig bietet Umag als ehemalige römische Stadt natürlich auch vielfältige kulinarische Attraktionen und empfehlenswerte Restaurants, die eine längere Anfahrt unter Umständen durchaus rechtfertigen würden. Doch der eigentliche Grund weshalb ich und meine Journalistenkollegen auf dem Weg nach Umag waren, war „IAGI“. Das bedeutet übersetzt: Internationale Kunst der Gastronomie in Istrien. Ein Kongress, zu dem die besten Köche Kroatiens, Italiens, Sloweniens und einigen Ländern mehr, geladen wurden. Um zu kochen und zu präsentieren. Österreich war nicht dabei. Sehr schade, hab ich gar nicht verstanden. Ich wusste ehrlich gesagt nicht so recht, was mich erwartet, nur dass ich nicht gerade ein „Lunch-Paket“ dorthin mitnehmen musste. Ein wenig weitere Grübelei und ein paar englische Worte vom spanischen Franzosen neben mir später, standen wir schon vor dem „Melia Coral“, einem fünf-Sterne Haus in der Nähe des großen Tenniszentrums. Nach dem freundlichen Check-In und der Begutachtung des Zimmers, wollte ich das erste Abendessen nicht verpassen. „Hello Dorian!“, sagte plötzlich hinter mir einer, als ich mir gerade ein leider doch etwas zu lang gebratenes Stück Rumpsteak auf den Teller geben wollte. Es war Zoltan, der Herausgeber des Gastro-Magazins „Borozo“ aus dem ungarischen Pecs. Wir kannten uns schon von einigen kulinarischen Top-Ausflügen in Slowenien. Weitere Bekannte folgten im Laufe des Abends.
Die gesamte Veranstaltung des Treffens der besten Köche fand im Hotel statt und der nächste Tag gestaltete sich höchst informativ. Nach einigen sich selbst lobenden Grußworten starteten die Star-Köche mit ihren Vorträgen über deren traditionellen Speisen und Rezepten. Es ging großteils um jene historische Küche, die einige Staaten in der kulinarischen Welt zum dem gemacht haben, was sie heute sind. Spektakuläre, oder gar unanständige Kreationen waren da natürlich nicht dabei. In der Hotelhalle warteten einige regionale Weine und Schinken darauf, von den Teilnehmern dieses Gastro-Events verkostet zu werden. Am Stand des Weinguts „Degrassi“ aus Savudrija lernte ich während einer Kostprobe des hervorragenden Malvasia, den Marketing- und Verkaufsleiter kennen. Der Malvasia ist die bekannteste Weißwein-Sorte in Istrien. Sie ergiebt eher kräftige, farbintensive aber dennoch süßliche Weine. Sinisa Skaberna, der mir interessantes über istrische Spezialitäten erzählte,  lud Zoltan und mich für den nächsten Tag exklusiv in sein Weingut ein. Besonders ansprechend ist der Degustationsraum von „Degrassi“, der für Gruppen bis um die zehn Leute mit entsprechender Verkostung, sowie kulinarischen Schmankerln gebucht werden kann.
 Als wir zurück zum Hotel kamen, stand auch schon der Bus zur Fahrt nach Livade, dem Trüffel-Mekka, bereit. Ich setzte mich also vom Beifahrersitz des Wein-Express direkt in die vorletzte Reihe des Trüffel-Shuttles. Die weißen Trüffel von Livade sind weltbekannt und werden von Oktober bis Jänner in den umliegenden Wäldern von speziellen Hunden gesucht. Verfressene Trüffel-Schweine werden schon lange nicht mehr in den Dienst gestellt. Wie das bei der Trüffel-Jagd abläuft, wurde uns in einer Wald-Lichtung kurz demonstriert und es war erstaunlich, wie schnell der Hund die (eingegrabene) Trüffel gefunden hat. Der Ort Livade ist besonders schön und mindestens einen Spaziergang hinauf zum Podest wert. Hier gibt es unzählige kleine Geschäfte, die Trüffel in fast jeder Form verkaufen. Wer Trüffel aber gleich probieren will, sollte einen Abstecher ins Restaurant „Zigante“ (Livade 7) riskieren. In dem exklusiven Restaurant drehen sich sämtliche Kreationen um die ganz schön hässliche aber gut duftende Knolle. Giancarlo Zigante, der Inhaber des Restaurants, steht übrigens auch im Guinness Buch der Rekorde. Für die größte weiße Trüffel, die jemals gefunden wurde. Das war 1999. Seitdem ist der Mann ganz verrückt nach Trüffel und baute sich ein gigantisches Knollen-Imperium auf.
Im Restaurant unseres Hotels sollte dann am Abend endlich das Gala-Dinner über die Bühne gehen. Insgesamt waren über 200 Leute geladen und die Küchen-Chefs der verschiedenen Länder glühten mit vereinten Kräften langsam aber doch zu ihrer eigentlich gewohnten und von den Gästen sehnlichst         erwarteten Höchstform auf. Es war ein lukullisches Top-Erlebnis und der Abend brachte so einige Netzwerk-Vorteile. Die Veranstaltung „IAGI“ wollte eine Verbindung der Region Istrien zu einigen der besten Küchen-Chefs herstellen.
Ich denke, das ist den Organisatoren auch gelungen. Nichts verbindet ja bekanntlich so wie das Kochen, Essen und Trinken. Geplant sind weitere solcher „Gourmet-Partys“, die vom istrischen Tourismus organisiert werden. Ich kanns kaum erwarten...

 

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Einmal Vrsar und immer wieder dorthin

 

 

von Hannes Krois
„Vrsar!“ Eine Art „Zungenbrecher“ in der ungewohnten Aussprache. Doch hat man dieses „Vrsar“ einmal in Kopf, Geist und Seele eingebracht, dann läuft auch die Aussprache wie geschmiert. Und ­„Vrsar“ wird man dann auch nicht mehr los. Das einstige Fischerdörfchen, das Tourismus und Tradition so harmonisch in sich zu vereinen weiß, ist ein Stück Heimat geworden. Für viele Menschen, die seit Jahren dorthin fahren. Ein ganz besonderer Platz auf dieser Erde, der Sehnsüchte nach Meer, Sonne, Natur und Ruhe erweckt. Als weitgereister Reisejournalist habe auch ich diesen „Vrsar-Virus“ geimpft bekommen.
Als das mittlerweile riesige Naturisten-Camp Koversada im Jahre 1961 eröffnet wurde, da war Vrsar ein verschlafenes Fischerdorf. Mittlerweile kommen die Touristen von Norwegen, Holland, Italien, Tschechien usw. Aus Deutschland und Österreich stammt die absolute Mehrheit der Gäste. Von meiner oststeirischen Arbeits- und Wohnstätte ist es mit dem Auto nach Vrsar ein regelrechter Katzensprung. Über Laibach und Koper und weiter die neue Autobahn bis zur Ausfahrt beim Limski Fjord. Etwas über dreieinhalb Stunden. Gerade noch richtig für ein Wochenende in Vrsar. Zum Krafttanken und kulinarische und seelische Freuden zu erfahren.
Schon vor einigen hundert Jahren hatten die Bischöfe von Porec eben Vrsar zur erholsamen Sommerresidenz auserkoren. Somit war auch ein gewisser Giacomo Casanova hier sehr umtriebig und soll sich nach der Legende besonders um die Mädchen und Frauen gekümmert haben. Vorrangig als Casanova. In Erinnerung an diesen legendären Frauenheld wird alljährlich das Casanovafest mit feinem erotischen Flair mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Neben der Pfarrkirche befindet sich jener Sommerpalast der Bischöfe von Porec, der seit dem Jahre 1267 unter der „Obhut“ des Dogen von Venedig stehen sollte. Vrsar oder im Italienischen auch Orsera auch genannt, leitet sich vom Sprachbegriff „Quelle“ ab. Weil eben hier die Menschen beste Trinkwasserqualität fanden. Somit war der kleine Hafen von Vrsar auch immer der Anlegeplatz der Schiffe für die Beschaffung von Trinkwasser. Aufgrund der klimatischen Vorzüge und der strategischen Besonderheit direkt am Limski-Fjord wurde Vrsar schon sehr früh besiedelt. Diverse Funde dokumentieren menschliches Leben bereits in der Altsteinzeit. Die ersten offiziellen Bewohner der istrischen Halbinsel waren die Histrier. Ein See- und Handelsvolk, das sich auch der Piraterie verschrieben hatte. Zwischen Lim-Fjord und der Fluß Mirna hatten die Histrier zahlreiche Festungen und griffen die Römer permanent an. Nach unzähligen Kriegen mit den Römern wurden die Histrier im Schicksalsjahr 178/77 vor Christus von der Kriegsmacht des Römischen Imperiums geschlagen. Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums im Jahre 476 n. Christus war Istrien unter gotischer Herrschaft. Im Jahre 565 n. Christus wurden die Goten vom byzantinischen Kaiser Justinian besiegt. Istrien kam zum oströmischen Reich, eben zu Byzanz (heute Istanbul). Erst dann kamen die Slawen aus der Ukraine und zerstörten das alte Vrsar in den Jahren 599 bis 611 n. Christus. Nach den Langobarden kam Istrien von 768 bis 814 unter die Hoheit von Karl dem Großen und der Franken. Von 983 bis 1778 stand Vrsar unter der direkten Obhut der Bischöfe von Porec. Die Sommerresidenz wurde soweit zeitlich ausgedehnt, sodaß manche Bischöfe Vrsar überhaupt als Stammsitz hatten. Das Landgut des Bistums in Vrsar mit den Steinbrüchen, Olivenmühlen, Salinen, Fischfang, Vieh usw. wurde zur wichtigsten Einnahmequelle der Bischöfe. Bis zum Jahr 1778, in welchem Venedig die Kirchenrechte der „Grafschaft der Bischöfe“ aufhob und somit Vrsar direkt unter die Herrschaft des venezianischen Dogen eingebunden wurde. Von 1797 bis 1805 kam dann ganz Istrien unter die Herrschaft der Habsburger. Bis 1813 war dann die Region im Eigentum Napoleons. Von 1813 bis 1918 war Istrien wiederum ein Teil der Habsburger Monarchie.
Der bauliche Stil Venedigs ist auch heute noch bis in die engen Gassen des Fischerdorfes Vrsar spürbar. Wenngleich auch ländlich-rustikal dominieren hier an den Häuserfassaden die typisch venezianischen Erdfarben. In Verbindung mit dem blauen Wasser der Adria eine Augenweide.Von April bis Ende September gibt es monatlich mindestens einmal das sogenannte Fischerfest. Ein Traditionsfest der Fischer und der Mannschaften der Touristenschiffe. Sardellen vom Grill in bester Qualität gibt es portionsweise bereits rund um 10 Kuna. Die Touristenschiffe fahren übrigens täglich von Vrsar bis Rovinj und dann in den Limski-Fjord samt Fisch-Picknick. Die Schlucht des Limski-Fjordes drängt sich in einer Breite von 600 Metern gut neun Kilometer in die karstige Landschaft. In dem extrem sauerstoffreichen Fjord wachsen Fische und speziell Muscheln in allerbester Qualität.
Am Ende des Limski-Fjordes ist das Restaurant Fjord (www.infoistra.com/fjord) mit bestem Terrassenblick und herrlichen Miesmuscheln und Austern samt Oberkellner Ivica ein kulinarisches Ziel. Was Essen &Trinken in Vrsar angeht, so zählt das Restaurant Trost direkt am Yachthafen zum Highlight. Wer abends die Möglichkeit eines Tisches auf der Terrasse „Titanic“ hat, der kann zu den herrlichen Meeres-Spezialitäten auch den Sonnenuntergang über dem Hafen erleben. Romantik pur! Reservierung unter This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. ist notwendig.
Im Naturisten-Zentrum Koversada, ein wenig außerhalb der Stadt ist auf der dortigen Insel das empfehlenswerte Fischrestaurant Batana. In unmittelbarer Nähe bei der Einfahrt zu Koversada befindet sich das Restaurant Petra (Tel. 052 442 366).  Das kulinarische Meisterwerk eines Franzosen mit einer Steirerin. Für Eis-Freaks gibt es in Vrsar hervorragende Eisspezialitäten. Erstens einmal der kleine Eissalon gegen­über der Tankstelle neben der Bäckerei. Dort gegenüber ist auch ein Cafe für sinnliche Stunden. In Richtung zum Hotel Pineta direkt am Hafen gibt es einen weiteren Eissalon. Hier ist „Zirkus pur“. Der dortige Kellner wirft Gratis-Eiskugeln auf Hunde und auf Wunsch auch auf Frauen. Für die kulinarischen Selbstversorger gibt es in Vrsar jede Menge an allerbesten Lebensmitteln: Ein täglich geöffneter Fischmarkt; ein Einkaufszentrum täglich bis in den Abend geöffnet; zwei Märkte in Koversada; ein spezielles Fleischgeschäft in Vrsar. Und direkt vor Koversada Direktverkauf für Wein, Olivenöl und Gemüse.  
Infos unter Tel. 00385/52441359.

 

 

 

 

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Was für die Filmwelt in Hollywood der Oscar, das ist für die Journalisten in Kroatien Zlatna Penkala (Golden Pen). Auf Deutsch die „Goldene Feder". Seit einigen Jahren ermitteln das Ministerium für Tourismus und die Kroatische Tourismuszentrale jene Journalisten, die innerhalb eines Jahres in ihrem jeweiligen Land die besten Reportagen oder TV-Sendungen über Kroatien veröffentlicht haben. Im Rahmen eines großen Festaktes erhielten dieser Tage die entsprechend der Jury weltweit besten Journalisten mit den besten Veröffentlichungen im Jahr 2009 den höchsten Journalistenpreis Kroatiens.

Unter den Siegern aus den Ländern USA, Japan, Russland, Polen, Frankreich, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ukraine, England, Schweiz, Schweden, Slowenien, Ungarn, Italien, Niederlande, Belgien, Spanien auch Österreich mit Komm. Rat Hannes Krois. Dem Herausgeber und Chefredakteur des auflagenstarken Mediums Süd- Ost Journal. Die Reportagen im Süd-Ost Journal über Dubrovnik, Slano, Novigrad, Split und Hvar ([link] www.medienhaus-krois.at) wurden als beste Reisereportagen bewertet, die insgesamt im letzten Jahr in ganz Österreich veröffentlicht wurden. Dafür wurde die „Spitze Feder" Hannes Krois und somit auch das Süd-Ost Journal mit der „Zlatna Penkala", der „Goldenen Feder" als höchsten Ehrenpreis Kroatiens ausgezeichnet und in die Reihe der Top-Journalisten gestellt. Die große „Goldene Feder" oder „Golden Pen" aus Bronze als Top Journalist Award-Preis findet übrigens ihren Ursprung beim Zagreber Slavoljub Edvard Penkala (1871 bis 1922), dem Erfinder des Füllhalters oder als Pen weltweit seit Jahrzehnten ein Begriff. Im Rahmen des dreitägigen Award-Programmes für die Top- Journalisten in der Region Medimurje bei Varazdin fand als besonderer Höhepunkt der Festakt der „Golden Pen"-Verleihung in der Festhalle der Stadt Cakovec statt. Mit dabei die geehrten Journalisten, die kroatischen Tourismusdirektorten von allen weltweiten Standorten, der Tourismusstaatssekretär und der kroatische Tourismusdirektor Niko Bulic, der lange Jahre als Tourismus-Minister die erfolgreichen touristischen Weichen für ganz Kroatien aufgebaut hat. Mit dabei auch die historische Ehrengarde, die für die Top-Journalisten ein Spalier errichteten. Ein großer Tag für Kroatien und jene Journalisten, die mit Herz und Seele für Kroatien geschrieben und gesendet haben.

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Was für die Filmwelt in Hollywood der Oscar, das ist für die Journalisten in Kroatien Zlatna Penkala (Golden Pen). Auf Deutsch die „Goldene Feder". Seit einigen Jahren ermitteln das Ministerium für Tourismus und die Kroatische Tourismuszentrale jene Journalisten, die innerhalb eines Jahres in ihrem jeweiligen Land die besten Reportagen oder TV-Sendungen über Kroatien veröffentlicht haben. Im Rahmen eines großen Festaktes erhielten dieser Tage die entsprechend der Jury weltweit besten Journalisten mit den besten Veröffentlichungen im Jahr 2009 den höchsten Journalistenpreis Kroatiens.

Unter den Siegern aus den Ländern USA, Japan, Russland, Polen, Frankreich, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ukraine, England, Schweiz, Schweden, Slowenien, Ungarn, Italien, Niederlande, Belgien, Spanien auch Österreich mit Komm. Rat Hannes Krois. Dem Herausgeber und Chefredakteur des auflagenstarken Mediums Süd- Ost Journal. Die Reportagen im Süd-Ost Journal über Dubrovnik, Slano, Novigrad, Split und Hvar ([link] www.medienhaus-krois.at) wurden als beste Reisereportagen bewertet, die insgesamt im letzten Jahr in ganz Österreich veröffentlicht wurden. Dafür wurde die „Spitze Feder" Hannes Krois und somit auch das Süd-Ost Journal mit der „Zlatna Penkala", der „Goldenen Feder" als höchsten Ehrenpreis Kroatiens ausgezeichnet und in die Reihe der Top-Journalisten gestellt. Die große „Goldene Feder" oder „Golden Pen" aus Bronze als Top Journalist Award-Preis findet übrigens ihren Ursprung beim Zagreber Slavoljub Edvard Penkala (1871 bis 1922), dem Erfinder des Füllhalters oder als Pen weltweit seit Jahrzehnten ein Begriff. Im Rahmen des dreitägigen Award-Programmes für die Top- Journalisten in der Region Medimurje bei Varazdin fand als besonderer Höhepunkt der Festakt der „Golden Pen"-Verleihung in der Festhalle der Stadt Cakovec statt. Mit dabei die geehrten Journalisten, die kroatischen Tourismusdirektorten von allen weltweiten Standorten, der Tourismusstaatssekretär und der kroatische Tourismusdirektor Niko Bulic, der lange Jahre als Tourismus-Minister die erfolgreichen touristischen Weichen für ganz Kroatien aufgebaut hat. Mit dabei auch die historische Ehrengarde, die für die Top-Journalisten ein Spalier errichteten. Ein großer Tag für Kroatien und jene Journalisten, die mit Herz und Seele für Kroatien geschrieben und gesendet haben.

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Von Opatija im Osten bis Umag im Westen spannt sich die kroatische Halbinsel Istrien. Eine ganz besondere Region. Der Zauber einer wunderbaren Landschaft und die Mystik einer Geschichte von mehreren tausend Jahren haften an diesem Land. Jetzt wird Istrien wiederentdeckt. Jene alten Gassen und Häuser, jene Kirchen und Ruinen, die soviel zu erzählen wissen. So führt der Weg von Rovinje, jener wundersamen alten Stadt im Westen, in Richtung Pula in den Süden.

Zehn Kilometer vor Pula steht da an der Hinweistafel der Ortsname Vodnjan. War es Intuition nach Vodnjan zu fahren oder eine Eingebung? Auf alle Fälle spielte der Zufall Regie für diese Reportage. Über dem holprigen Kopfsteinpflaster gelangt man in eine malerische Altstadt. Venezianische Elemente der baulichen Struktur an den Fassaden der Häuser sind vorherrschend. Allesamt sehr italienisch geprägt, wie man es in Italien auch immer wieder sucht. Die Straße zwischen den Bordsteinkanten zieht sich in all ihrer Enge durch das tägliche Leben in der historischen Stadt.

Durch Zufall dann doch eine Parkmöglichkeit auf dem Platz vor einer Basilika. Auf der Terrasse vor dem Café sitzen Einheimische beim Espresso und einigen Gläsern Malvazija. Touristen oder Fremde sind ansonsten nirgendwo auf dem Platz. In meinem sehr ausführlichen Reiseführer ist Vodnjan natürlich vermerkt. Von einer langen Geschichte mit zahlreichen frühchristlichen Basiliken nach der Herrschaft der Römer wird darin über diese kleine Stadt berichtet. Das so unbekannte Vodnjan war nach der Römerzeit über viele Jahre reicher und mächtiger als das heute so bekannte Pula. In den Reiseunterlagen stand auch, daß jene Basilika, vor der wir parkten, die größte Pfarrkirche Istriens ist. Auch der Kirchturm mit seinen 60 Metern ist der höchste.

Ein gelungener Nachbau der venezianischen Kirche San Pietro in Castello. Also lag es wohl auch auf der Hand, jene Kirche zu besuchen. Nicht nur wegen der darin erhofften Kühle, sondern um weitere historische Geschichten über Vodnjan zu erfahren. Und fürwahr: Alle Erwartungen wurden um Quan- tensprünge überboten. Die einzelnen Altäre allein sind schon eine Geschichte für sich. Einer aus rotem Marmor aus Verona, ein anderer aus schwarzem Stein aus Bale, einer dritter aus weißem Marmor aus Carrara und ein vierter aus über 200 verschiedenen Marmorteilen zusammengesetzt. Außer dem Kustos und uns befindet sich niemand in der grandiosen Kirche. Dieser zeigt uns eine unvergleichbare Sammlung sakraler Kunstwerke vom 5. bis ins 19. Jahrhundert. Insgesamt sind es genau 919 Kunstwerke und Kunstgegenstände, die hier aufbewahrt werden. Darunter auch zahlreiche Reliquien in kunstvoll gefertigten Reliquienbehälter aus Muranoglas, Edelmetallen und Glas. Und dann die Steigerung der Faszination: Ein Dorn aus der Dornenkrone Christi, der hier bestens sichtbar in einer Vitrine unter all den anderen Reliquien aufbewahrt wird.

In Rom, Venedig oder Verona würden sich Trauben von Menschenmassen bilden, um allein diesen Dorn sehen zu können. Dieser Dorn Christi ist schon etwas, was unweigerlich den Puls antreibt und die Seele in Schweiß baden läßt. Wir sind allein mit dem Kustos, der stolz ist, daß er uns auf die Fragen in gutem Deutsch antworten kann. So erfahren wir, daß es in dieser Kirche gleich 380 Reliquien von 287 verschiedenen Heiligen gibt. Und dazu völlig unverweste Leichen von Heiligen. Hinter dem Hauptaltar findet dann eine spezielle Begegnung mit all ihrer Mystik statt. In gedämpft beleuchteten Kristallsarkophagen liegen die sterblichen Überreste von fünf Heiligen. Und zwar des Heiligen Leone Bembo, des Heiligen Giovanni Olini, der Heiligen Nicolosa Bursa und die Gebeine des Heiligen Sebastians und der Heiligen Barbara. Im besten Zustand haben sie die Jahrhunderte überdauert. Nahezu wie Mumien mit all ihren Gesichtszügen, doch ohne jegliches Anzeichen irgendeiner Verwesung. Am besten erhalten ist der Leichnam der Heiligen Nicolosa. Ihre Haut zeigt sich heute noch geradezu elastisch. Und das Wundersame ist, daß speziell vom Körper der Nicolosa eine außerordentlich starke Energie ausgeht. Man konnte eine Bioenergie messen, die im Radius von 16 Metern spürbar ist.

Manche Besucher der Heiligen hinter dem Altar wurden durch unerklärliche Weise von Weinkrämpfen geschüttelt. Aber auch 50 wundersame Heilungen sollten hier bereits erfolgt sein. Nicolosa Bursa, in Koper geboren, zog sich 1465 ins Benediktinerkloster San Servolo in Venedig zurück. Die spätere Äbtissin hatte große übersinnliche Fähigkeiten. Demnach sagte sie gar den Tag ihres Todes, den 23. April 1512, voraus. Als die Nonnen 14 Jahre später in ein anderes Kloster umziehen mußten, entschlossen sie sich, ihre Leiche mitzunehmen. Als dafür das Grab geöffnet wurde, waren der Körper und das Gewand der Nonne noch völlig erhalten. Und ein geradezu herrlicher Duft kam zutage. 163 Jahre später wurde das Grab wiederum geöffnet. Der Leichnam war noch immer unversehrt.

Als die Franzosen im Zuge der Napoleonischen Kriege die Schließung des Klosters anordneten, gelangte Nicolosas Körper nach Vodnjan. Der Heilige Leone Bembo, ein Venezianer, war Kaplan am Hofe des Dogen und später Abgesandter nach Syrien. Er wurde von den Arabern schwerstens verwundet und lebte bis zu seinem Tod 1188 als Bettler. 22 Jahre später wurde ein blindes Mädchen an seinem Grab geheilt. Die wundersamen Heilungen setzten sich fort. Der exhumierte Leichnam wurde völlig unversehrt aufgefunden. Auch der Heilige Giovanni Olini war Venezianer. Als Pfarrer half er den Armen und Kranken, besonders während der grauenhaften Pestepedemie. Er starb 1300 im Alter von 85 Jahren. Sein Grab wurde zur Pilgerstätte, besonders aber nach einigen Heilungen, die im Jahr 1389 geschehen sein sollen. Seine rechte Hand zeigt eine Stellung, als ob er den Segen geben würde. Fürwahr, die Basilika in Vodnjan gehört zu den größten Überraschungen eines Reisejournalisten. Im Gebiet rund um Vodnjan gab es einst 53 Kirchen. Heute sind nur noch 15 erhalten. Doch die Seele, der Geist und die Kraft der Heiligen wirken in dem kleinen Städtchen wie kaum sonstwo. Noch ist Vodnjan für den Tourismus noch nicht vermarktet. Geschieht dies demnächst, dann ist es vorbei mit dem idyllischen Dorfleben. Über all die Eindrücke hier, wurde das vorgenommene Ziel, die Reportage über Pula, verschoben. Heilige haben eben immer Vorrang!

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Wasser, das köstliche Naß ist in seiner absoluten Reinheit das wichtigste Lebensmittel der Menschheit! Mit der langen adriatischen Küste verbindet wohl jedermann blaues Meer und Salzwasser. Es gibt einen einstigen Fischerort direkt am Meer, der ausschließlich seinen Namen vom Süßwasser erhalten hat. Vodice ( „vom Wasser") heißt der touristische Ort, der malerisch wenige Kilometer vor Sibenik liegt. Unser Ziel Vodice ist von der Steiermark rund fünf Autostunden entfernt. Über Marburg und Zagreb gibt es ausschließlich eine bestens ausgebaute Autobahn. Lediglich zwischen Ptuj und der slowenisch-kroatischen Grenze „nervt" noch ein Stück Bundesstraße. An den Ferien-Samstagen kann es allerdings an der slowenisch-kroatischen Grenze sowie bei der Mautstelle Zagreb und beim Tunnelbereich Sveti Rock zu Staus kommen. Ansonsten bietet die neue Autobahnverbindung angenehme Reiseatmosphäre mit sauberen Tankstellen samt Imbißstätten.

Vor Sibenik ist die Abfahrt Vodice ausgeschildert. Die Landstraße säumen zahlreiche Ginstersträuche, die speziell im Frühling hier alles in einem attraktiven Gelb erscheinen lassen. Das 6700 Einwohner zählende Vodice lebt heute ausschließlich vom Tourismus. Bereits 1969 wurden die ersten Hotelbauten errichtet. Neben den großen renovierten „Hotelkästen" wie Olympia, Imperial und Punta gibt es zahlreiche Appartements, Campingplatz und als Geheimtip neu das Hotel Villa Radin. Das in völliger Ruhe direkt am Meer gelegene viersternige Hotel beinhaltet lediglich zwölf großräumige Gästezimmer. Das idyllische Haus war ehemals eine Ferienvilla einer Zagreber Firma. Das private Zagreber Druckunternehmen Radin erwarb das Projekt und ließ das Haus zum heutigen Hotel umbauen. Im letzten Jahr öffnete das Hotel Villa Radin ([link] www.hotel-villa.radin.hr) für die Gäste seine Pforten. Vodice bietet in seiner Gesamtheit für jeden Gast einen speziellen Bereich. Die Touristen kommen von Ostern bis November. Gut eine Million Übernachtungen jährlich macht das einstige Fischerdorf Vodice doch zu einem touristischen Punkt an der mittleren Adria. Direkt in die Altstadt mit den zahlreichen Restau rants und Kanobas eingebunden, ist der große Jachthafen. Es liegen vorrangig Segelschiffe im geschützten Wasser vor Anker. Denn Vodice ist zwischen Murter und unzähligen Inseln der Kornaten ein Ausgangspunkt für wahrlich paradiesische Seglerurlaube. Hier ist es kaum windstill. Die ersehnte Brise und die phantastische Inselwelt haben Vodice in der Welt der Bootsfahrer einen ganz besonderen Stellenwert eingeräumt.

Gut 30 Regatten finden jährlich vor Vodice statt. Es kommt zwischenzeitlich vor, daß der „Jugo" (Südwind) Regen und Sturm vom Meer bringt. Der Festlandwind „Bora" aus dem Norden bringt ein wenig Abkühlung, vertreibt aber gleichzeitig die Regenwolken. Ein Paradies ist Vodice mit seinem historisch hoch interessanten Umland für Radfahrer und Mountainbiker. Spezielle Radwege in der Natur erbringen zahlreiche Touren und machen Radfahrten zum Erlebnis. Auf Grund des großen Interesses gibt es eine eigene Radkarte mit den Sehenswürdigkeiten als Zielpunkte. Betreffend der Teilnahme an den diversen Radrennen sollte man allerdings schon ein kleiner Profi sein. Wer Radfahren ein wenig beschaulicher angehen möchte, der wird hier im Hinterland von Vodice von den Olivenhainen, Weinbergen, Kirschenplantagen begeistert sein. Dazwischen immer wieder kleine Kanobas, in denen Lämmer am Spieß gebraten werden. Dazu der heimische Hauswein und als Spezialität der Region „Misni Sir". Dies ist ein köstlicher Schafskäse, der in einem Sack aus Schaffell gereift ist. Dazu noch herzhafte Feigen und frische Muscheln aus dem klaren Gewässer vor Vodice. Auf den Feldern gibt es alte gemauerte Brunnen. Besonders sehenswert ist die einzigartige römische Zisterne.

Wasser und der Zugang zum Meer war damals in den Zeiten der Griechen, der Illyrer, der Römer und später der Venezianer und Türken die Besonderheit für Vodice. Erstmals tauchte der Name Vodice im Jahre 1402 schriftlich auf. Mit dem herrlichen, frischen Wasser wurden damals die Schiffe der venezianischen Flotte für ihre Weiterfahrt aufgetankt. Mitten in der Altstadt von Vodice ist der alte Stadtbrunnen zu sehen. Über eine Leitung wird das Wasser unterirdisch direkt an den Hafen für die Schiffe geleitet. Mittlerweile ist dieses Wasser durch die zahlreichen Jahrhunderte der ungelösten Abwassersituation nicht mehr genußfähig. Unweit von Vodice befindet sich der Krka Nationalpark. Eine einzigartige Wasserwelt mit zahlreichen Wasserfällen und tiefen Schluchten über welche der Fluß Krka sich Richtung Meer windet um sich schließlich bei Skradin mit dem Salzwasser zu mischen. Ein Erlebnis für Romantiker, Fotografen und Naturliebhaber.

Im Juli und August befindet sich Vodice in einem Fieber der Hochsaison. Die Altstadt und die Lokale am Hafen sind in dieser Zeit ganz in der Hand der Jugend und Jungfamilien mit kleineren Kindern. Wer in der Hauptsaison in Vodice seine Ruhe sucht, der fährt einfach mit dem Linienschiff auf eine der nächsten Inseln. Die nächste Insel heißt Prvic und ist keine 15 Schiffsminuten entfernt. Auf der Insel wohnen an die 500 Personen in zwei Siedlungen. Kleine Restaurants, ein Hotel direkt an der Marina und private Appartements sind vorhanden. Die nächste Insel Zlarin besticht durch ein besonders exquisites Flair. Wer hier in der Welt der kleinen Inseln ein Boot hat, der erlebt hier ein Erlebnis der Sonderklasse. Da öffnen sich auch alle versteckten Buchten, wo man Natur pur dem Stress der Welt Adieu sagen kann. Bei Sonnenuntergang zeigt sich Vodice von seiner kulinarischen Seite. Empfehlenswert sind die Restaurants Adriatic wegen der Fischspezialitäten und die Grill-Kanoba Guste. Man zahlt mit Kunas, Euro und Kreditkarten. Bargeld sollte man unbedingt eingesteckt haben. Denn „Plastikgeld" wird nicht gerne genommen. In diesem Punkt müssen die Gastronomen aus Vodice noch dazulernen. Besonders herzlich ist jene hübsche Kanoba- Wirtin in der engsten Gasse der Altstadt. Nach der Legende haben sich hier zwei Liebende jeweils aus den Fenstern gegenüber umarmen können. Der gute Seelengeist der Legende dürfte sich in der kleinen Kanoba „eingeparkt" haben.

Informationen und Auskünfte:

Kroatische Tourismuszentrale, Am Hof 13, 1010 Wien

Direktor Ranko Vlatkovic, Tel. 01/5853884, EMail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. und Tourismusbüro Vodice, Tel. 00385 224438 ( This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. )

 

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Es gibt Orte, die wird man nie vergessen können. Trogir gehört dazu. Eine Stadt wie im Märchen. Zwischen Sibenik und Split. Die Inseln Brac und Hvar liegen in der Nähe. Insgesamt eine Märchenwelt der Inseln, der Landschaft und des glasklaren Wassers an der adriatischen Küste Kroatiens. Die tausende Jahre alte Stadt Trogir selbst, liegt auf einer kleinen Insel in einer Meerenge, nur mit Brücken verbunden mit dem Festland und der nächsten Insel Ciovo.

Trogir wurde nicht nur von der UNESCO wegen seiner insgesamt zehn Kirchen und zahlreichen Paläste aus dem 13. Jahrhundert zum Weltkulturerbe befunden. Auch für die Touristen aus Deutschland, Italien, Österreich, England, Ungarn und der Slowakei ist Trogir mittlerweile ein „heißer Urlaubstip". Rund 3000 Betten in den Apartments und Hotels rund um die Inselstadt Trogir, sowie auch Campingplätze stehen für die Gäste bereit. Wer es ganz besonders stilvoll haben möchte, der mietet sich mitten in der Altstadt in einem der neu renovierten kleinen Familien-Hotels ein. Wie etwa im Tragos der Familie Zunic ([link] www.tragos.hr). Inklusive Top- Restaurant mit den regionalen Spezialitäten Mitteldalmatiens. Serviert im kleinen Innenhof eines uralten Steinhauses. Die Stunden kann man hier bei Pasta, gegrillten Fischen und Plavac so ungemein gelöst verstreichen lassen.

Man steigt seelisch ein in diese jahrtausendalte Stadt mit all ihren Schicksalen und Geschichten. Und man versteht sich hier zu lösen von den Dingen und Reibesteinchen des Alltages allein schon im Fühlen der tausend Jahre alten Mauer, an die man sich mit dem Glas Wein in der Hand gerne lehnt. Trogir ist Kult. Und das haben auch die Besitzer der großen Jachten so empfunden. Gewaltige Luxus- Segel- und Motorjachten liegen an der wunderbaren Promenade vor Anker. Dazwischen auch große Segeljachten, die zum FKKUrlaub auf See einladen. Kroatien ist ja weltweit die FKK-Adresse Nummer 1. Mit ihren gewaltig schönen Buchten, Inseln, Städten und dem herrlichen Wasser sind die Kroaten voll auf Linie, die Reichen und Schönen von der Cote a´zur an die Adria zu ködern. Als besondere Draufgabe noch die offiziellen FKK-Bereiche nahezu in jeder Bucht. Das Nachtleben findet inmitten der Altstadt schwer ein Ende. Die alten Steine der Stadt liefern auf den Plätzen über viele nächtliche Stunden die Wärme des Tages. In solch wohligen Nächten geht niemand gerne schlafen. Wer dann doch in einem der kleinen Hotels inmitten der Stadt die Ruhe sucht, der wird mit der behaglichen Kühle der dicken, alten Steinmauern klimatisch belohnt.

Angenehm kühl, ohne die ungesunden Klimaanlagen lebt man in Trogir seit über 1000 Jahren. Und noch viel, viel länger ist die kleine Insel Trogir und das Umland in der Begehrlichkeit menschlicher Besiedelung. Nicht nur Griechen, Illyrer, Römer, Ungarn, Kroaten und Venezianer. Vielmehr findet man hier sprichwörtlich den „Beginn der Menschheit" vor 50.000 Jahren.

Durch altsteinzeitliche Funde ( Paläolitikum) bestätigt man hier erstes menschliches Lebens. Bedingt durch das milde Klima und die fruchtbaren Flächen rund um Trogir, war schon der altsteinzeitliche Mensch von dieser Landschaft für sein Überleben und um den menschlichen Fortbestand überzeugt. Trogir wurde dann erst viel später gegründet. Es waren vor gut 2300 Jahren erstmals die Griechen, die auf der kleinen Insel in der Meerenge die Siedlung Tragurion gründeten. Ein der Göttin Hera geweihter Opferaltar unweit der Kathedrale und einige Mauerreste verweisen auf diese griechische Erstbesiedelung.

In der Zeit der Römer war das fruchtbare Land Anreiz für eine intensive römische Besiedelung. Die Geometrie der Straßen Trogirs stammt aus dieser Zeit. Jahrhunderte später im 7. Jahrhundert nach Christus war Trogir eine der wenigen Ansiedelungen, die in den Jahrhunderten der Völkerwanderung die awarisch- slawischen Einfälle überlebten. Ab dem 12. Jahrhundert stand die Inselstadt unter der Herrschaft der kroatisch-ungarischen Könige. Trogir wurde zu einem strategischen Stützpunkt in all den vielen Kriegen und Auseinandersetzungen. Insgesamt ist das heutige Trogir in seiner gesamten Bausubstanz im 13. Jahrhundert „stehen geblieben". Eine ein sich voll intakte mittelalterliche Stadt, die mit der venezianischen Herrschaft von 1420 bis 1797 noch zusätzlichem Glanz erhalten konnte. Auch die Renaissance hat sich baulich in das heutige Weltkulturerbe einbinden können. Von den großen Befestigungen der Venezianer gegen die Türken sind einige Spuren erhalten. Wie etwa die Festung Kamerlengo an der südlichen Uferpromenade mit ihren Cafes und den Anlegeplätzen der Luxusjachten.

1797 war Trogir dann österreichisch im Rahmen der Provinz Dalmatien. Napoleon brachte dann von 1806 bis 1814 ein französisches Machtintermezzo nach Dalmatien. Für 104 Jahre band wieder Österreich die gesamte Küste in einen kaiserlichen Wirkungsbereich ein. Im Jahre 1918 hatte Österreich dann gänzlich andere Sorgen. Heute ist Trogir eine der wohl schönsten und interessantesten Städte dieser Welt. Für viele noch ein Geheimtip. Von Österreich und in meinem speziellen Fall aus der Süd-Ost-Steiermark erreicht man Trogir mit dem Auto in rund fünf Stunden. Über die neu ausgebaute Autobahn Zagreb-Karlovac-Sibenik. Vor Split führt die kurvige Landstraße nach Trogir. In der sommerlichen Hauptreisezeit wäre allerdings diese Anfahrt an Samstagen und Sonntagen der pure Wahnsinn. Zehn Stunden sind dann schon für diese Strecke einzuplanen. Da steht man allein bei der Autobahn- Maut in Zagreb gut und gerne eineinhalb Stunden. Also an den Wochenenden die alte und gut ausgebaute Bundesstraße von Rijeka über Zadar und Sibenik bis nach Trogir verwenden. Herrlichstes Meerpanorama, Melonen- und Obst-Verkaufsstände sowie jede Menge Sehenswürdigkeiten inklusive. Immer mehr Trogir-Fans nehmen allerdings die Flugangebote nach Split in Anspruch. Um relativ sehr günstiges Geld der „Flug-Disconter". Der Flughafen Split liegt lediglich fünf Kilometer von Trogir entfernt. Nicht nur der Sommer, auch der Herbst, der Winter und der Frühling bieten in Trogir eine Erlebniswelt. Das Leben hier hat dann weniger Touristen, noch günstigere Preise und zum Beispiel einmalige Neujahrsempfindungen mit Sekt und Plavac in der milden Sonne.

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Split die zweitgrößte Stadt Kroatiens ist das erste Ziel. Von meiner oststeirischen Wohnstadt Feldbach mit dem Auto gut 600 Kilometer entfernt. Ein Ziel, das locker in sechs bis sieben Stunden zu absolvieren ist. Um der slowenischen Autobahnvignette zu entgehen, empfiehlt sich die Strecke Mureck-Lenart- Ptuj-Zagreb. Vorsicht allerdings auf der mehr als desolaten Landstraße vor Lenart. Die dortige Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h ist mehr als schmeichelhaft. In Ptuj noch einmal richtig billig auftanken und ab in Richtung Grenze und Zagreb. An den Ferienwochenenden staut es sich allerdings von der slowenisch- kroatischen Grenze bis in Dimensionen von gut 15 Kilometern. Das wären so in etwa drei bis vier Stunden Reiseverlängerung. In dieser Situation also weg vom Stau und ab auf die Feldwege in Richtung Rogaska Slatina. Man wird bei diesem Manöver mehrmals fragen und mehrmals umkehren müssen. Schlußendlich kommt man doch in die ehrwürdige Kurstadt Rogaska Slatina (ehemals Rohitsch-Sauerbrunn). Der Grenzübergang Durmanec ist beschildert und auch nahe. Bei Krapina, dem Geburtsort Titos kommt man auf die Autobahn nach Zagreb. Ein Umweg von einer halben Stunde und zugleich eine gewaltige Zeitersparnis von mehreren Stunden. Problemlos dann die Fahrt nach Zagreb auf einer Top-Autobahn. Dann die Mautstelle im Raum Zagreb. Vor einem Jahr im Juli 2008 staute sich hier der Verkehr für einen Zeitraum von gut zwei Stunden. Doch die Kroaten haben aus diesem Stauchaos des letzten Jahres hinzugelernt und vergeben je nach Verkehrsaufkommen über Mautangestellte die Mautzettel.

Die neue Autobahn in Richtung Split-Dubrovnik ist bestens ausgebaut. Auch die zweite Röhre beim Tunnel Sveti Rock ist mittlerweile in Betrieb. Alles funktioniert besser als gedacht. Von „Balkan-Mentalität" keine Spur. Wieso dieses schöne Land vor Bulgarien, Rumänien, Lettland, Estland, Litauen aber auch vor Ungarn nicht in die EU geholt wurde, das will ich nicht begreifen.

Die Skyline von Split mit den Hochhäusern aus der Tito-Zeit präsentiert sich weiß vor dem tiefblauen Meer. Die Nachmittagssonne streut Glimmer und Glitzer in die Adria. Die allermeisten Touristen hetzten nun zu den Fähren im Hafen. Zu den Schiffen auf die Inseln Hvar, Korcula, Brac, Lastovo, Mljet, Vis, Solta aber auch nach Ancona und Dubrovnik. Wir bleiben eine Nacht in Split. Im Hotel Park ([link] www.hotelparksplit. hr) in der Nähe des Hafens mit einer großen öffentlichen Badebucht und einem breiten Sandstrand. Eine Rarität in Kroatien. Das 4-Sterne- Hotel Park wurde 1921 errichtet. Besonders faszinierend die Gartenlandschaft und das einzigartige Frühstücksbuffet. Split ist in seiner Gesamtheit weitaus mehr als eine wichtige Hafenstadt.

Split ist ein historisches Monumentalwerk. Von den Griechen mit dem Namen Aspalathos gegründet. Dann kamen die Römer. Und im speziellen der römische Kaiser Diocletian. Damals im Jahre 305 n.Chr. war das Römische Weltreich am Ende. Die Geschichte wollte es, daß Diocletianus der letzte heidnische Römische Kaiser sein sollte. Er war auch der größte Verfolger der Christen. Er ließ morden, foltern, verbrennen. In seinem dalmatinischen Geburtsland geradewegs in Split erbaute er seinen riesigen Palast auf einer Fläche von gut 29.000 m2. Fernab von Rom. Eine Festung wurde dieser Palast mit den riesigen Steinquadern aus dem ägyptischen Luxor. In jenem Palast residierte der Kaiser mit seiner Frau, der Familie und gut 300 Bediensteten. Die Wohnung der kaiserlichen Familie richtete sich gegen die abendliche Sonne. Was speziell im Winter recht angenehm war. Als der Christenmörder starb war seine kaiserliche Gattin schon lange selbst Christin. Einige Jahrhunderte später begannen die hier lebenden Menschen in den mittlerweile verwaisten Palast einzuziehen. Es wurde ohne System und Plan an dem Palast herumgebaut. Wohnstellen und Verkaufstellen wurden errichtet. Eine Art von christlicher Medina. Heute leben in dem alten Palast des Diocletian gut 3000 Menschen. In kleinen und auch größeren Wohnungen je nach Haushaltsbudget. Eng verbunden mit der baulichen Struktur aus der römischen Kaiserzeit. Säulen, Fassaden, Fensteröffnungen, Schießscharten usw. Alles ist großteils erhalten und in die baulichen Aktivitäten über all die Jahrhunderte verstärkt eingebunden.

In den heutigen Geschäften und Banken der Palaststadt gehen die Kunden auf den originalen Steinpflastern der römischen Hauptstraße. In den Kellern sichtbar der für historische Verhältnisse gewaltige Luxus der Wasserleitungen und Abwässersysteme. Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurde „Spalato" zum Handelsmekka unter venezianischer Herrschaft. Die Venezianer verschifften in Split sogar die Handelswaren der Türken. Im Rahmen der Türkenkriege besetzten die Türken das gesamte Hinterland. Gut 12 Kilometer vom Spliter Hafen in der Bergfestung Klis waren die Osmanen über Jahre stationiert und hatten den Wert eines aktiven Hafens unter den Geschäftsaktivitäten der Venezianer und Juden voll erkannt.

Im 18. Jahrhundert kam Split in den Machtbereich der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Der damit verbundene Baustil wurde auch in die weitere Gestaltung der Stadt positiv eingebunden. Die Abendsonne senkt sich mittlerweile in Rot und Orange vom Meer her über Split. Eine adriatische große Stadt lebt auf in Kunst und Kulinarik. Unweit des Hafens war in der „Buffet-Trattoria Sperun" ein Tisch reserviert. Sperun heißt auch die Straße dort. Ein kleines typisch adriatisches Lokal mit 60 Sitzplätzen. Ein ausgesprochen höflicher und gebildeter Mann ist dort der Padrone: Professor Zdravko Banovic. Wir bekommen den ziemlich besten Platz und den Padrone als Gesellschafter und Gastgeber für den Abend. Etliche Menschen schlendern an den kleinen Tischen auf dem Gehsteig vorbei. Ein „mitteljunger" Mann grüßt den „Padrone". Es ist der Sohn von Ivana Trump, erzählt der Professor. Der Schwiegersohn des Professors ist damit beschäftigt, die allzu vielen Gäste auf einen Wartetisch ins Schwesterrestaurant gegenüber zu ersuchen. Der Professor startete vor Jahren als 60er mit dem „Sperun". Er liebt Bier und Trippa (Kutteln). Diese Kutteln waren ein Gedicht. Dazu Bier und in Folge eine Dorade (Goldbrasse) vom Rohr. Das „Sperun" ist bewußt eine Kanoba mit regionalen Spezialitäten. Ausgezeichnet weltweit mit höchsten Punkten der Gourmetkritiker. Die Köche bewältigen spielerisch eine breitgefächerte Speisenkarte mit regionalen Spezialitäten. Unbedingt besuchen: Tel. 098/449515

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Kristallklares Meerwasser, Sonne, Ruhe, Ambiente und auch „Luxus pur". Die Summe dieser Begriffe nennt sich kurz und bündig „Slano". Slano ist ein Dorf in einer malerischen Bucht an der dalmatinischen Küste. Genau 27 Kilometer vor Dubrovnik. Gut 800 Straßenkilometer von der Steiermark entfernt. Wer die Reise mit dem Flieger wählt, der landet in Cavtat etwas südlich von Dubrovnik. Dabei erspart man sich etliche Stunden Autofahrt aber man verwehrt sich auch das wundersame „Eintauchen" in die dalmatinische Küstenregion. Mit dem Auto geht es problemlos über Ptuj in Richtung Zagreb. Ab der slowenisch-kroatischen Grenze gibt es eine durchgehende Autobahn bis nach Split. Entlang der Autobahn zahlreiche Raststätten und Tankstellen mit blitzsauberen Toiletten. Der „Kuna" ist in Kroatien die Landeswährung. Außer mit dem „Kuna" nehmen die Kroaten natürlich auch Kreditkarten. Der „Euro" wird derzeit als Zahlungsmittel nicht angenommen. Hängt wohl mit der nicht gerechtfertigten „Aufnahmeblockade" Kroatiens durch die EU zusammen. Weiß der Geier, warum man dieses fortschrittliche und sichere Land Kroatien nicht in die EU läßt????

Nach Split verliert sich die neue Autobahn in eine sehr romantische und etwas strapaziöse Landstraße. Man fährt durch Dörfer und über Berge. Dafür wird man durch wunderschöne Einblicke auf Buchten, auf Inseln und auf zahlreiche Boote entlohnt. Am Straßenrand wachsen Oliven- und Feigenbäume. Frischgepflückte reife Feigen sind wahrlich köstliche Energiebomben. Aber nach der Feigenmahlzeit nicht unbedingt kaltes Mineralwasser konsumieren. Da wäre dann die innere Bedrängnis wohl vorprogrammiert. Umso schlimmer, weil es auf dieser gut 200 Kilometer langen Landstraße von Split nach Slano kaum Tankstellen gibt.

Dafür öffnet sich mit dem Tal der Neretva eine märchenhaftfruchtbare Landschaft. Nahezu wie eine riesige grüne Oase mit Plantagen von Mandarinen und anderem Obst und Gemüse. Dieses Delta der Neretva ist von Mooren umgeben und ist somit Lebensraum zahlreicher Vogelarten. Traurige Berühmtheit erlangte der malerische Fluß Neretva im Jahre 1943 durch die Großoffensive der Deutschen Wehrmacht gegen die Partisanen. Fünzig Jahre später im Jahre 1993 im Yugoslawien- Krieg wurde die berühmte alte Brücke (Stari most) in Mostar über die Neretva zerstört. Die einmalige Brücke als Symbol zwischen West und Ost ist mittlerweile wieder errichtet. Der schmale kroatische Küstenstreifen entlang der Adria bis nach Montenegro wird im Bereich der Stadt Neum durch einen „Korridor" von Bosnien-Herzegowina unterbrochen. Es gibt hier also eine Grenze, die Kroatien teilt. Wieder auf kroatischem Herrschaftsgebiet angelangt, führt die Straße in die Burgenstadt Mali Ston. Von hier erstreckt sich auch die lange Halbinsel Peljesac in die Adria. Gleich daneben die berühmten Inseln Hvar und Korcula.

Peljesac ist bekannt wegen seiner berühmten Weine Dingac, Plavac und Postup und wegen der zahlreichen Badebuchten. Die wunderschöne Bucht von Slano ist bald erreicht. Ein wahrlich idyllischer Platz zum Erholen und Krafttanken. Rosmarin, Salbei, Lorbeer, Wermut, Oliven und natürlich die Bäume und Sträucher mit reifen Feigen. Slanos „Zentrum" besteht aus dem historischen Franziskanerkloster, zwei Kanobas, Cafe, Trafik, Bäckerei und Lebensmittelladen. Ein kleiner Hafen für Fischerboote und einige Yachten, die hier anlegen. Daneben gleich das nagelneue 5Stern-Grand Hotel „Admiral". Ein mit weißem Stein verblendeter Prachtbau mit einem eigenen Strand.

Rund um die Meerenge von Slano gibt es kleine Campingplätze und jede Menge Privatzimmer und Appartements zu vermieten. Dazu noch das dreisternige Hotel „Osmine" in einer eigenen kleinen Bucht. Seit über 70 Jahren ist Slano ein touristischer Begriff in Süddalmatien. Dort wo heute das „Admiral" steht, war einstens eine Fischfabrik. Im Jahre 1966 wurde das Hotel Admiral mit damals 600 Betten errichtet. Das Hotel „Osmine" wurde als FKK-Hotel mit über 300 Betten geführt.

nn kam der Krieg im Jahre 1991 auch nach Slano. Die militärischen Mächte der Montenegriner und Serben wollten hier mit der Bucht von Slano einen Ring um Dubrovnik ziehen. Durch das intensive Granatfeuer wurde jedes Gebäude getroffen. Einzig, das Franziskanerkloster blieb beschädigt erhalten. Ansonst wurden alle Häuser und auch die beiden Hotels dem Erdboden gleich gemacht.

Nach dem Kriege startete der große Wiederaufbau von Slano. Das neu errichtete Hotel „Osmine" öffnete 1997 als All-inclusive- Haus seine Pforten. Erst 2008 konnte das neue „Grand Hotel Admiral" geöffnet werden. Keine zehn Meter vom Meer errichtet, präsentiert sich das nagelneue „Admiral" als eine gediegene Idylle der Erholung. Die schattige Terrasse gleich beim Strand ist natürlich für Frühstück und Abendessen ziemlich begehrt. Die Küche präsentiert in den abendlichen Buffets vorrangig dalmatinische Spezialitäten. Sehr viel Fisch und Meerestiere. Muscheln sowieso, weil ja in unmittelbarer Nähe von Slano die großen Muschelbänke sind. Der eigene Hotelstrand fügt sich nahezu mondän in die Bucht ein. Hier stehen ausreichend Liegen und Sonnenschirme für die Gäste parat. Auch ein Swimmingpool ist in die Anlage eingebunden. Wenn nicht gerade Italiener in den üblichen Gruppen auftauchen, herrscht hier Ruhe und Besinnlichkeit vor. Irgendwann bläst eine plötzliche Windböe einen Sonnenschirm um. Mehr geschieht hier auch nicht auf diesem „Tankplatz" für Nerven und Körper. Das glasklare Wasser, die Sonne und die idyllische Atmosphäre der Bucht wirken wie ein Kraftwerk.

Das „Grand Hotel Admiral" beinhaltet 241 Zimmer und einen Spa-Wellnessbereich. Die Kanoba gleich gegenüber dem Hotel ist mithin ein nachmittägiger touristischer Treff. Unter der Weinlaube präsentiert der nette Kellner herrlich frische Miesmuscheln (45 Kuna) in der Schüssel mit Weißbrot. Dazu der Hauswein im Krug von einem Weinbauern aus dem Dorf. Ein Platz für Dichter und Maler. Aber auch für Feinschmecker, denn die einfach zubereiteten Muscheln mit dem Sud aus Olivenöl, Weißwein, Petersilie, Knoblauch und Brot sind Spitze. Über den Krieg wird heute in Slano nicht mehr gesprochen. Die Menschen sind auch froh, daß ihr Franziskanerkloster den Krieg überstanden hat, Das Kloster beherbergt zahlreiche Kunstwerke. Slano war bereits 2000 Jahre vor Christus besiedelt. Auch die seltene Bachschildkröte lebt hier. Das muß ja wohl einen Grund haben!

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Vor gut 2.000 Jahren schrieb ein römischer Chronist: „...die römischen Patrizier fühlen sich in Istrien wie Götter..." Die Eindrücke rund um Istrien haben noch heute dieselbe berauschende Ausstrahlung. Nur, daß heute Istrien seine Tore für alle Menschen geöffnet hat, die ein höchstes Maß an Erholung, Sonne, Meer, erlebbare Geschichte, Ambiente und wunderbares Essen und Trinken suchen. Istrien ist jene wunderbare Halbinsel, die sich zwischen Triest und Rijeka mit unzähligen Schluchten, Buchten, Inseln, Fischerdörfern und Städten in die nördliche Adria wölbt. Für viele Österreicher und Deutsche ist sie schon seit vielen Jahren das allererste Urlaubsziel. Mit den neuen Autobahnverbindungen über das kroatische Zagreb oder das slowenische Ljubljana sind die Wege nach Istrien noch wesentlich bequemer und schneller geworden.

Insgesamt ist Istrien ein Schatz. Und die Stadt Rovinj ist ihr allergrößtes Juwel. Enge schmale Gassen mit holprigem Kopfsteinpflaster bildet das Netzwerk der Altstadt. Vielleicht hie und da ein Mofa. Die Brise des Rovinj nahezu umschließenden Meeres bringt eine angenehme Kühle in die Hitze des Sommers. Über die engen Gassen gespannt, zeigt sich auf den Wäscheleinen, wer in den alten Häusern wohnen könnte. Man will kein Voyeur sein, aber man will halt den Tropfen ausweichen, die von sehr puritanischen und dann wieder delikateren Wäschestücken auf die Gassen fallen.

Rovinj ist Erholung und Refugium für Seele, Körper und auch den Magen. So sitze ich hier auf einer gar gemütlichen Holzbank vor der „Konoba" Veli Joze, mittendrin in der Alstadt. Konoba ist so etwas wie eine Osteria im Italienischen. Der Blick liegt frei zur Katarinen- Insel, die von wunderschön tiefblauem Wasser umgeben ist. Dazu das satte Grün der Pinienhaine, die auf der Katarinen-Insel eine neugestaltete Ferien- und Hotelanlage umschließen. Ein Investment, das auch wirtschaftlich von Österreichern mitgetragen wird. Wunderschön ist auch die Rote Insel, einst „Serra" genannt. Am Meeresgrund findet man noch die Überreste römischer Bauwerke.

Im 6. Jahrhundert wurde auf dieser Insel eine der ältesten Benediktinerherbergen Istriens errichtet. Heute ist das Schloß der Roten Insel (Crveni otok) ein Hotel inmitten einer wunderschönen Parklandschaft mit Myrthe- und Lorbeerbäumen. Insgesamt sind es 22 Inseln, die Rovinj umgeben. Einige davon ein bißchen größer, andere dafür sehr klein. Wie etwa das „Inselchen der Esel" mit seiner kleinen Piniengruppe. Die ganze Küste rund um Rovinj ist Naturschutzgebiet mit zahlreichen Nistplätzen der Vögel. Reich an Fischen und Meerestieren und ein Paradies zum Tauchen, Bootfahren und Baden. Ein klares und sehr sauberes Wasser umspült mit sanften Wogen das alte Rovinj. In der engen Gasse vor der gemütlichen Konoba schlendern im Schatten der Nachmittagssonne zahlreiche Touristen. Die kleine Gruppe der Italiener übertönt alles andere. Die nette Kellnerin serviert schön gekühlten Malvazija, den in Istrien am allermeisten angebauten Weißwein. Herrlich fruchtig und fein säurebetont, gut passend zu den delikaten Muscheln. Fangfrisch auch die Fischplatte mit wunderschönem Wolfsbarsch. An dieser harmonisch geprägten Stätte samt dem exzellenten Glas Malvazija öffnen sich die Gedanken für diese unheimlich schöne Stadt.

Nicht ohne Grund suchten Rovinj schon die junge Maria Theresia, der sächsische König Friedrich August, Adelige, Künstler und Dichter auf. Auch Jules Verne verlegte einen Teil des Romans „Mathias Sandorf" nach Rovinj. Das sanfte Klima und die spezielle Atmosphäre dieser Region übten immer schon Reiz und Zauber aus. Schon in vorgeschichtlicher Zeit gab es hier Menschen und eine Siedlung. Es waren die Illyrer, die dann von den Römern besiegt wurden. Das römische Ruginium wurde gegründet. Nach der Herrschaft Westroms kam Rovinj unter die Verwaltung des Patriarchen von Aquilea, von Byzanz und des Fränkischen Reiches. Gegen die Angriffe der Slawen, Hunnen, Goten usw. wurden die Mauern rund um die Stadt kontinuierlich verstärkt und Rovinj zur Festung ausgebaut.

1283 übernahm das mächtige Venedig hier die Herrschaft. Zahlreiche Kriege, Seeräuber, Türken und Pest prägten die weitere Geschichte von Rovinj. Dennoch entwickelte sich die Stadt permanent weiter, wobei auch die Besiedelung des hügeligen Festlandes begann. Im Jahre 1763 wurde sodann die Meerenge zwischen der Stadtinsel und dem Festland zugeschüttet. Nach den Jahren der Herrschaft Napoleons begann 1813 die über hundertjährige Herrschaft der Habsburger. Rovinj wurde 1821 Stadt und hatte mittlerweile den größten Hafen an der istrischen Westküste.

1872 gab es einen Aufschwung mit dem Bau einer Tabakfabrik und mit dem Anschluß an die Eisenbahnstrecke Divaca-Pula. Einmal wöchentlich gab es eine Dampfschiff- Verbindung nach Triest. Die Wirren der Weltkriege samt den späteren kommunistischen Jahren sind scheinbar spurlos an dieser wunderschönen Stadt vorübergegangen. Ein unbedingtes Muß für jeden Rovinj-Bersucher ist der Aufstieg zur St. Euphemiakirche. Diese steht auf den Grundmauern der altchristlichen St. Georgskirche. Die heutige Kirche wurde nach venezianischer Architektur errichtet und 1756 geweiht. Der um 70 Jahre früher errichtete Glockenturm gleicht jenem der Markuskirche in Venedig und ist zugleich der höchste in ganz Istrien. Auf seiner Spitze befindet sich seit 1758 die Skulptur der Heiligen Euphemia. Das nicht ohne Grund, denn im Innern der Kirche befindet sich der Steinsarkophag aus dem 4. Jahrhundert n. Ch. mit dem balsamierten Leichnam der Heiligen Euphemia. Diese wurde im Jahre 304 in Chalzedon bei Konstantinopel unter der Herrschaft von Diokletian zu Tode gemartert und den Löwen vorgeworfen, die sie allerdings nicht anrührten. Der Leichnam der Heiligen wurde über die Jahrhunderte in dem steinernen Sarkophag aufbewahrt, bis er im Schatten der Kriege verschwand. Bis zu jenem 13. Juli des Jahres 800 n. Chr. An jenem Tag gelangte der Sarkophag über das Meer ans Ufer von Rovinj. Mit einem Ochsengespann wurde dann der schwere, steinerne Sarg bis zur Kirche auf den Gipfel des Stadtberges gezogen. Die Heilige Euphemia ist seither die Schutzheilige von ganz Istrien und die Kirche in Rovinj ist das Ziel zahlreicher Bittsuchender. Besonders am 16. September, dem Festtag der Heiligen.

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Wenn einer mit „Spitzer Feder" und Fotoapparat „bewaffnet", durch die Lande kommt, um Geschichten und Reportagen zu schreiben, dann ist dies ein Service an unsere unglaublich vielen Lesern und ein Zeichen der Achtung vor all den Sehenswürdigkeiten, Ländern und Menschen, die ich so beschreiben kann. Und dann gibt es auch diese wundersamen Highlights der kulinarischen Offenbarungen. Manchmal total unverhofft und unglaublich. Wie dort in dem renovierten historischen Landgut gute zehn Kilometer von Fazano landeinwärts entfernt. Fazano ist der wunderbare alte Fischerort mit Anlagestelle für die kleinen Transferschiffe nach Brioni oder auf kroatisch Brijuni. Das jahrelang völlig für die Außenwelt gesperrte Inselarchipel des einstigen Marschall Josip Broz Tito.

Als Jugoslawien und besonders Brijuni auch eine kleine Drehscheibe der Weltpolitik zwischen Kommunismus, Westen und der blockfreien Welt war. Kein Mensch dieser Welt würde dieses so in der abseits gelegenen Landschaft finden können. Meint man nur. Doch im südlichsten Zipfel der kroatischen Halbinsel Istriens ist dieses alte Landgut namens „Stancija Negricani" anscheinend eine Kultadresse für Feinschmecker, Honeymoon- Aspiranten und womöglich auch „Ehe-Flüchtlinge" samt Begleitung. So wie ich es vom ersten Eindruck hinsichtlich der allgemeinen Gästebeobachtung erblicken konnte. Was insgesamt auch egal ist. Denn blöd müßten die Leute sein, hierher nicht zu kommen.

Der Kanoba-Wirt Mario-Jumbo Modrusan mit Armen und Händen wie ein Freistilringer und seine charmante Frau Mirjana haben das alte Landhaus samt der umliegenden Geländefläche von 34.000 Quadratmetern zu einem Paradies abseits aller Hektik und Massentourismus ausgebaut. Die „Modrusans" haben damals bei dieser Gewalt- Investition um Quantensprünge in die Zukunft geschaut. Sie haben auf Klasse statt Masse und auf das bodenständig Regionale gesetzt. Exklusiv und dennoch ländlich einfach und in höchster Qualität, jene Speisen, die frisch in der Küche zelebriert werden. Vorweg der einzigartige Rohschinken aus Istrien, eine sensationelle „Eierspeise" mit wildem grünen Spargel und dann als Ultraüberraschung die istrische Weinsuppe. Gewärmter Rotwein wird mit Olivenöl, Salz und Pfeffer versetzt. Dazu kommen noch frisch geröstete Weißbrotscheiben. Und schon ist diese eigenwillige Spezialität fertig, die sodann aus einem Tonkrug herausgelöffelt wird.

Nach dieser kulinarischen Enddeckung führt der Weg nach Pula, der größten und ältesten Stadt Istriens. Ausgrabungen verweisen auf menschliche Behausungen gar 40.000 Jahre zurück. Die Stadt selbst kann auf eine kontinuierliche Geschichte von 3.000 Jahren verweisen. Als damalige Gründung des illyrischen Stammes der Histrer. Der Name Pola (Pula) stammt aus der vorrömischen Epoche und verweist auf Burg oder Quelle. Die Römer besiegten dann 177 vor Christus die Histrer. Pula war vorerst Militärstadt und später ein überaus bedeutender Standort des römischen Imperiums. Neben all den baulichen Überresten aus der römischen Zeit Pulas ist wohl die Arena am markantesten.

Im ersten Jahrhundert nach Christus errichtet, ist dieses Bauwerk die sechstgrößte römische Arena weltweit. Mit den Dimensionen von 132x105 Metern, einer Höhe von 32 Metern. Gut 23.000 Zuschauer konnten hier die dekadenten Kampfspiele miterleben. Jahrhunderte später als in Rom schon das Christentum zur einzigen Kirche emporgekommen war, wurde Pula 425 nach Christi Bischofssitz. Von 493 bis 538 beherrschten die Westgoten Pula. Es folgten eine Herrschaft Byzanz, eine slawische Besiedelung und die Verwaltung durch die Franken ab 788. Die Venezianer plünderten Pula im Jahre 1195.

Ab 1331 bis 1797 war sodann die Hafenstadt venezianisch. In diesen Jahrhunderten trugen die Venezianer aus Pula so ziemlich alles fort, was zu transportieren war. Bishin zu Marmorsäulen und Brunnenbrüstungen. Ja, im Jahre 1583 beschloß gar der Senat Venedigs, die riesige Arena Pulas einzureißen und die Steinquader nach Venedig zu bringen. Der damalige Senator Venedigs Gabriele Emo verhinderte dann doch noch diese Aktion. Am nordwestlichen Turm gibt es eine Gedenktafel als Dank an diesen Senatoren. Unter dem Joch Venedigs mit all den Kriegen und Seuchen verfiel Pula. Aus der einstigen Metropole wurde eine „Leichenstadt", eine „Cita cadavero". Drei Jahrhunderte überstieg die Sterbeziffer die Geburtenrate.

Als die Venezianer 1331 gekommen waren, zählte man noch 6.000 Bewohner. Im Jahre 1631 waren es noch 300 Einwohner. Dante Alighieri erwähnte Pula bei der Beschreibung des Eintritts in den sechsten Kreis der Hölle in seiner „Göttlichen Komödie". Denn Sarkophage mit Leichen erstreckten sich nahezu über ganz Pula. Dann fiel Venedig. Die Herrschaft der Österreicher begann 1797. Pula wurde zu einem Stützpunkt und zum wichtigsten Hafen an der Adria des Habsburger-Reiches ausgebaut. Im Jahre 1857 hatte Pula 40.000 Einwohner. Wobei jeder vierte Bewohner ein Soldat war. Die österreichische Seeflotte wurde zu eine der größten Europas ausgebaut. Und Pula wurde der Kriegshafen. Die amtliche Sprache war deutsch, wobei als Umgangssprache italienisch gesprochen wurde. Nach dem Untergang Österreich- Ungarns besetzten die Italiener ganz Istrien. Das kroatische Lebens- und Sprachelement wurde verboten. Kroatische Schulen geschlossen und kroatische Kulturvereine abgeschafft. Das kroatische Kulturhaus wurde angezündet. Diese völkische Entwurzelung der Kroatien in ganz Istrien dauerte bis 1943. Bis zur Niederlage Italiens gegen das damalige Deutsche Reich. Von 1945 bis 1947 waren dann die Amerikaner in Pula. 1947 wurde die Stadt Kroatien im Bundesverband Jugoslawien einverleibt. Im heutigen demokratischen Kroatien wird Pula immer mehr ein Ziel der Touristen. Ein lohnendes Ziel fürwahr!

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Diese rote Erde kenne ich von Tsavo East. Dem Land der „roten Elefanten" in Kenia. Zwischen Mombasa und Malindi. Dort wälzen sich die Elefanten in den Wasserlöchern und bestäuben sich mit der dortigen roten Erde. Deshalb sind die Elefanten dort rot. In Istrien und ganz speziell an der Westseite gibt es dieselbe rote Erde. Natürlich ohne die Elefanten von Tsavo East. Dennoch ist dieses „Rot-Istrien" nicht minder spektakulär. Die sogenannte Terra Rosso ist hier geologisch auf einem Kalksteinplateau angehäuft. Vom Mirna-Tal bis hinunter nach Vrsar. Und die rote Erde stammt von hochkonzentrierten Eisenanteilen. Man könnte von einer „rostigen Erde" sprechen.

Die lokale Weinspezialität Refosko wächst wunderbar auf dieser roten Erde und wird hier als Teran genannt. Eine besonders erdige Struktur und tiefe Fruchtigkeit kennzeichnen den Teran, der in den zahlreichen Kanobas gereicht wird. Istrien ist ein Schlaraffenland für Feinschmecker und eine Heimstätte für Romantiker besonders im Herbst. Abseits von der wunderschönen Küste öffnet sich im Landesinneren Istriens Seele. Der überaus bemühte Touristik-Manager Raniero Radojkovic führt uns mit seinem Saab von Vrsar zu Peter Poletti, einem der allerbesten Winzer in Istrien.

Auf der Landtraße über Porec ins dörfliche Visnjan, Markovac 14. Es ist Vormittag und Peter Poletti rast mit seinem Traktor zum vereinbarten Termin. Zum Weinverkosten nicht die ganz ideale Zeit. Doch in der Kühle des gediegenen Kostraumes erzählt der 48jährige Winzer vom einstigen Yugoslawien, vom heutigen Kroatien, von den herrlichen Weinen und der Landwirtschaft der Familie, das er nunmehr in der sechsten Generation führt. Fruchtiges Olivenöl, klarer Grappa und herrliche Weine sind mittlerweile die Lebensgrundlage der Familie Poletti. Früher war Peter auch zusätzlich noch als Reiseleiter tätig. Deshalb spricht er fließend Deutsch, Englisch und Italienisch sowieso. Diese Sprachkenntnisse sind für Peter Poletti heute ein riesiger Vorteil. In den Zeiten von Internet und globaler Information wurden die Weinkenner aus Deutschland und Italien auf den innovativen Winzer aufmerksam.

Im Jahre 1994 wurde hier der ersteWein gekeltert. Heute begeistern Malvazija, Chardonnay, Rosenmuskateller, Cabernet Sauvignon, Cabernet Sauvignon Barrique, Merlot, Merlot Barrique und Teran. Eine Reihe herrlicher Tropfen, die mittlerweile zahlreicheAuszeichnungenerhalten haben. Eben beste Weine und ein charismatischer Winzer Peter Paletti, der auch ein Marketing-Genie ist. Mit Ranieros Saab geht es weiter über die Landstraße nach Brtonigla. Hier ist der Trüffel-Gürtel Istriens bishin über Motovun nach Buzet. Das Land der schwarzen und der weißen Trüffel. Die einzelnen Trüffelsorten wachsen versetzt übers Jahr einige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Spezielle Trüffelhunde sind auf die „Trüffeljagd" abgerichtet. Früher waren es Trüffelschweine. Doch die Rüsseltiere „verschluckten" sehr gerne die duftenden Tartufi. Mittlerweile sind frische Trüffeln auf Pasta oder Polenta zu einem Höhepunkt kulinarischer Freuden geworden. Es gibt demnach zahlreiche Restaurants und Kanobas, in denen diese wundersamen Knollen zu regionalen Gerichten als Spezialität eingebunden werden.

Eine ganz besondere Adresse ist das Feinschmecker Restaurant San Rocco in Brtonigla ([link] www.san-rocco.hr). Deraktiveund feine Familienbetrieb beinhaltet ein kleines und superfeines Hotel und ebendasherrlicheRestaurant,daszu den allerbesten Restaurants Kroatiens zählt. Ausgezeichnet mit zwei Sternen von Veronelli und bewertet von Gault Millau. Dort, wo einstens der Malvasier in großen Holzfässern reifte, da befindet sich das Restaurant San Rocco. Ausreichend Platz für bis zu 30 Gäste, die liebevollst umsorgt werden. Im Sommer gibt es zusätzlich Platz auf der idyllischen Terrasse. Frischer Fisch aus der Adria, Wild, Trüffel, Pilze und herrliche Beilagen prägen das Tagesangebot. Insgesamt istrische Originalrezepte, die hier im San Rocco eine optische und geschmackliche Verfeinerung gefunden haben. Insgesamt feine Menüfolgen, an die man sich gerne erinnern mag. Gut 200 Weine aus den besten Weinkellern Istriens und der Welt des Weines stehen im Angebot. Das kleine Landhotel ist ein Platz für Romantiker und Verliebte. Romantik & Liebe und dazu das San Rocco ergeben zweifellos ein Feuerwerk der Gefühle. Der Ursprung des Familienbetriebes liegt im Olivenöl. Weit über 100 Jahre alte Olivenbäume befinden sich im Anschluß an das San Rocco-Feinschmeckergut. Das eigene Olivenöl begleitet kulinarisch dieSpezialitäten des Hauses. Noch ein kleiner Abschiedstrunk und weiter geht es in Ranieros Saab nach Groznjan.

Ein mittelalterliches Städtchen auf einem Hügel in einer Höhe von 260 Metern über dem Meeresspiegel. Eine romantischsinnliche Stadt, wie sie die damalige Wehrhaftigkeit in der Bauweise erforderte. Erstmals um 1100 urkundlich als Zitadelle des Patriarchen von Aquilea erwähnt. Ab 1358 kam Groznjan in den Besitz der Venezianer und wurde in Folge Sitz der venezianischen Besitztümer in Nordistrien. Die Verteidigungsanlagen und Stadttore sind in der Gesamtheit noch erhalten. Eine Stadt wie aus einem Märchen. Doch die „modernen Menschen" räumten mit den Jahren ihre Geburts- und Heimatstadt. Keine 200 Einheimische leben heute noch hier. Im Jahre 1940 waren es noch 7000. Durch Krankheiten und die schlechte wirtschaftliche Situation war die Stadt dann im Jahre 1965 im „tiefsten Yugoslawien" sogar nahezu menschenleer. Es waren dann die Künstler, die Groznjan nicht nur retteten, sondern in der Nachhaltigkeit zu dem machten, was der wunderbare Ort nun darstellt. Groznjan ist eine Künstler- Hochburg geworden. Mit 18 Ateliers und Galerien der Maler, BildhauerundDesigner. Zudemnochdie Musiker. In den warmen Sommermonaten ertönen wunderbare Klänge nach den Werken von Mozart, Bach und Haydn. Die Musikerwelt der klassischen Musik und des Jazz veranstaltet in Groznjan die sommerlichen Workshops und Musiktage. Die Musik durchflutet die engen Gassen und läßt die Mauern und das alte Kopfsteinplaster wohl leben. Die Kunst und die Künstler setzten die Impulse. Die Händler folgten auf dem Fuße des Erfolges. Mittlerweile strömen die Touristen in den einstens nahezu verlassenen Ort. Andächtig nehmen die Menschen das Gesamtkunstwerk Groznjan in sich auf. Und als die Harfenklänge hinter den Arkaden die Sinne berauschten und ein junges Mädchen andächtig dieses Erlebnis erfühlte, darf man wieder für die Zukunft und die Welt hoffen. Groznjan ist wie ein heilbringender Punkt auf dieser Erde. Nahezu ein „Mekka der Sinne". Infos unter Tel. 0385/52427457 und Mail This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .

 

 

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Ganz Istrien ist ein Schmuckkästchen, eine schier unerforschte Oase für Historiker, Feinschmecker und Erholungssuchende. Und weil die Regionen außerhalb der traditionellen Touristenzentren noch in „jungfräulicher Erwartung" ihr abgeschiedenes Leben führen, ist es der Zufall, der neue Perspektiven und hoch interessante Erkenntnisse über diese wunderschöne Halbinsel an der Adria vermittelt.

So gestaltete „Detektiv Zufall" auch diese Reisegeschichte auf dem Weg von Rovinj nach Opatija: Die Nachmittagssonne glühte über der reizvoll geschwungenen Landschaft. Weil Schatten und ein Getränk zur Abkühlung gefragt waren, sollte die nächste Abzweigung von der Landstraße in irgendeinem Dorf die nötige Rast erbringen. „Motovun" stand auf der Hinweistafel. Die Straße schlängelte sich über unzählige Kurven in Serpentinen auf die Anhöhe.

Mitten auf dem Berg dann Motovun, eine mit mittelalterlichen Ringmauern umgebene Stadt. Hinter dem alten Stadttor entfaltet sich eine Welt mehr oder minder romantischer Erinnerungen an die Nöte und Wehrhaftigkeit des Mittelalters. Motovun ist auch die sagenumsponnene Stadt des Dichters Vladimir Nazor, der mit seiner Sagengestalt, dem gutmütigen Riesen Veli Joze, eine Symbolfigur des kroatischen Nationalkampfes erschaffen hatte. Im Mittelalter war Motovun ein Zentrum des Kampfes der Armen gegen die reiche Minderheit. Trotz aller Wehrhaftigkeit auf der 277 Meter über dem Meer befindlichen Anhöhe, wurde Motovun im Jahr 1278 von den Venezianern eingenommen und mit der heute noch bestehenden Festungsmauer versehen. Der Blick über diese Mauer hinweg, präsentiert die wunderschöne Landschaft in all ihrer Weite. Unterhalb der Stadt, im sogenannten Tal der Mirna, schließt sich ein zehn Quadratkilometer großer Wald an die fein geschwungene Landschaft an. Es sind vorrangig Eichen, die hier die gigantische Waldeinheit bestücken. Eichen, unter derem Gehölz die kostbaren, schmackhaften und nicht ganz billigen Trüffeln gedeihen. Der erdig-aromatische Geruch nach Trüffelgerichten zieht sich leicht durch eine der alten Gassen der Stadt. Der Nase folgend, werden in einem Restaurant die köstlichen Trüffel, von der Vorspeise bis zum Dessert, über die Speisen gehobelt. Als Souvenir nehme ich ein Gläschen eingelegte Trüffel mit. Doch nicht nur in Sachen Kulinarik ist Motovun eine Entdeckung.

Hier in diesen Mauern wurde im 16. Jahrhundert Andrea Antico, der wohl erste Musikherausgeber der Welt und Erfinder des Musiknotendruckes, geboren. Dann noch eine Überraschung beim Betrachten einer Tafel an einer alten Fassade. Die Tafel verweist auf das Geburtshaus von Josef Ressel. Jener Josef Ressel, (österreichischen Forstmeister, geboren am 29. 6. 1793, gestorben am 10. 10. 1857), der mit seiner Erfindung der Schiffsschraube die Welt der Schiffe und die Seefahrt so grundlegend verändern sollte. Nach diesem Feuerwerk der Erkenntnisse in Motovun geht es auf der Straße weiter in Richtung Opatija. Die Hinweisschilder am Straßenrand zeigen, daß hier zwischen Motovun und Buzet eine Hochburg der Trüffeln sein muß.

Kaum 20 Kilometer weiter ist Lupoglav der nächste Zwischenstop. In der urig-bergigen Region hat der unternehmerische „Aussteiger" Josip Baricevic sich eine Vision mit Restaurant und einem einzigartigen Trulli-Ferienpark erfüllt – mit Reitpferden und diversen Tieren, die speziell bei Kindern auf größten Anklang stoßen. In den einmaligen, aus Karststeinen errichteten, runden Häuschen hat sogar schon der deutsche Formel-1-Weltmeister Michael Schuhmacher genächtigt. Im Restaurant selbst gibt es typisch regionale Spezialitäten, von Wildgerichten bis zu Gnocci- und Nudelvariationen, natürlich mit Trüffeln aus den umliegenden Eichenwäldern. Von Lupoglav ist es dann ein Katzensprung zur adriatischen Riviera und dem Juwel Opatija. Im Schutz des Ucka-Gebirges entfaltet sich an der nördlichsten Stelle der Kvarner Bucht eine 43 Kilometer lange Strandzone. Das gemäßigte Klima, die mediterrane Vegetation mit Lorbeeren, Wein, Oliven, Kastanien, Oleander und Palmen und die erholsame Ruhe setzten den Grundstein für Opatija als traditonelle Tourismushochburg. Im Winter mit einer Durchschnittstemperatur von 7 Grad und natürlich im Sommer mit angenehmen 22 Grad. Die touristische Entwicklung Opatijas als Sommer- und Winter- Kurort fand ihren Start im Jahr 1844. Damals errichtete der Kaufmann Higinio Ritter Scarpa hier sein Landhaus, die sogenannte „Villa Angiolina".

Im Jahr 1883 erbaute dann die Gesellschaft der Südbahnen aus Wien das renommierte „Hotel Kvarner", das noch heute zu den Prunkstücken zählt. Wer im Kvarner durch den prunkvollen Ballsaal wandelt, spürt den Hauch der Nostalgie und die damals alles umwobene Welt der Monarchie – die Welt der Fürsten, Grafen, der feschen Leutnants und all die Liebschaften und Exzesse rund um den Adel und die neureichen Großbürger. Neben der österreichischen kaiserlichen Familie und anderen gekrönten Häuptern Europas war Optija auch Treff der Künstler wie Mahler, Lehar, Cehov, Kubelik usw.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Opatija an Italien angeschlossen und zu Abazzia umbenannt. Seit 1947 ist der Nobelort wieder kroatisch. Dank der sorgfältigen Renovierung der zahlreichen historischen und wunderschönen Hotels ist Opatja das Schmuckkästchen an der adriatischen Riviera geblieben. Klingende Hotelnamen wie Palace- Bellevue, Imperial, Millenium, Mozart und besonders das Kvarner öffnen weiterhin mondäne Ausblicke in die Vergangenheit. Dazu kommen die wunderschön gepflegten Parkanlagen, die sich unmittelbar neben den Gestaden des Meeres durch diese Erholungsmetropole ziehen. Was das Kulinarische angeht, ist Opatija auch eine Reise wert. Besonders das Restaurant Bevanda direkt am Lido beim Yachthafen, schlägt die höchsten Vorstellungen. Allein die außergewöhnliche Atmosphäre der Terrasse bringt dieses Restaurant in die Reihe der schönsten Lokale im gesamte Mittelmeerraum. Die Originallampen aus dem Jahr 1924 erleuchten den gut 170 Terrassengästen die großartigen Köstlichkeiten der Meeresküche, die hier perfekt serviert werden. Die tollsten Fischgerichte und die exzellent gegrillten Langusten sind natürlich der Renner in diesem exquisiten Restaurant der Spitzenklasse. Opatija ist wahrlich um Stufen näher dem Himmel...

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Das Ziel ist Zagreb. Kaum eine Stunde dauert die Autofahrt vom slowenischen Ptui (Pettau) nach Zagreb, der kroatischen Hauptstadt. Dazwischen auch der Stop an einer Staatsgrenze.

Kurz nach Krapina führt dann eine neue Autobahn direkt in den Süden in Richtung Karlovac. Zagreb ist schnell erreicht. An der langgezogenen Stadteinfahrt überall nagelneue Tankstellen, attraktive Werbeplakate, Autohäuser, Supermärkte. Eine Stadt mit westlichem Anstrich. Pulsierend, modern und vor allem sehr sauber.

Eine Millionenstadt, die sehr gut in die neue Ordnung Europas, in die EU passen könnte. Doch nicht 2004 wie für Polen, Lettland, Estland, Litauen usw., sondern 2007 könnte es für Kroatien passen. Irgendwer im "Hochhaus Europa" sprach von einem Manko an Demokratiebewußtsein bei den Kroaten. 1989, als das geeinte, westliche Europa den Serben den Angriff auf Slowenien, Kroatien, Bosnien und Kosovo gewährte, haben die Kroaten immerhin die exjugoslawische Armee der Serben vertrieben. Viele Bomben sind auf Dubrovnik, Osjek und auch Zagreb gefallen. Es war Krieg. In Europa wartete man auf ein Wunder. Die Serben spielten Kriegspoker dank der Trümpfe der historischen Freundschaften mit Moskau, Paris und London.

Die Kroaten haben mit der sehr späten EU-Einladung kein Problem. Die Wirtschaft hat Zuwächse und an den traditionellen

Urlaubsorten der Österreicher von Opatja, Split bis Dubrovnik gibt es die schönsten Strände, Buchten, Inseln und klares Wasser. Zwar konnte ich meinen Espresso im wunderschönen Café im Zentrum Zagrebs nicht mit dem Euro bezahlen, dafür gelten eben der Kuna oder "Plastikgeld".

Das alte Zentrum Zagrebs ist ein architektonischer Augenschmaus voll nobler Eleganz und Ästhetik. In den neuen Wohnbezirken allerdings drängen sich die Betonbauten der 60er-Jahre. Wie sonst auch in Europa in den Metropolen der einstigen kommunistischen Staaten.

Die Gassen, Plätze, Hinterhöfe und Gärten des alten Zagreber Zentrums atmen dafür den Flair nahezu einer historischen Filmkulisse. Wenn in der alten Oberstadt in einzigartiger Weise die alten Gaslaternen angezündet werden und mit sanftem Licht die alten Mauern in romantischer Weise zur Geltung kommen, drehen sich die Zeiten zurück. In eine Zeit, in der Zagreb noch in der Monarchie Agram genannt wurde. Dabei fällt mir das Gedicht von Ljudevit Gaj ein: "Noch ist Kroatien nicht verloren, solange wir leben, hoch wird es sich erheben, wenn wir es erwecken!" Gaj war der Initiator der illyrisch-kroatischen Bewegung, die die Völker der Südslawen vereinen sollte. Bevor 1832 diese Parole in der Zeitung "Danica" abgedruckt wurde, hielt General Juraj Rukavina im kroatischen Landtag seine Rede in kroatischer Sprache. Was eine enorme Sensation war. Immerhin hatte man über die Jahrhunderte hinweg im Landtag lateinisch sprechen müssen. Wie überhaupt die lateinische Sprache als offizielle Amtssprache ausgewiesen war. Auch für Theaterstücke bzw. für alles Öffentliche gab es nur die eine Sprache.

Diese sprachliche Gesetzgebung galt bis 1847, dann wurde die kroatische Sprache als Amtssprache geltend gemacht, sehr zum Mißfallen der ungarischen Regierung. Mithin auch ein Auslöser für den kroatisch-ungarischen Krieg, der 1848 ausbrach. Seit dem Jahre 1102 war Kroatien nämlich in einer Personalunion mit den Ungarn, die das kroatisch-slawische Element der Kroaten auszulöschen versuchten. Daher auch die lateinische Sprache über die Jahrhunderte als offizielle Amtssprache.

Bis 1852 war auch das Bistum Zagreb den ungarischen Erzbistümern unterstellt. Das Bistum Zagreb wurde im Jahr 1094 gegründet: Auf den Grundfesten einer ehemaligen Kirche wurde eine Kathedrale errichtet, die wiederum von den Tartaren zerstört wurde. Im 13. Jahrhundert wurde sodann der Grundstein für die heutige Kathedrale gelegt, die zum Wahrzeichen der Stadt wurde.

Bis dahin sollte es ein langer und blutiger Weg für diese Stadt an der Save werden. Kathedrale und Bistum befanden sich in der einstigen Kapitelstadt, dem heutigen Kaptol. In unmittelbarer Nähe, ein wenig höher gelegen, gab es die Siedlung Gradec. Nach der siegreichen Schlacht der Kroaten gegen die Tartaren, erhob der König Gradec zur königlichen Freistadt mit eigener Gerichtsbarkeit und vollständiger Autonomie und nur dem König untertan. Dies wurde in der Goldenen Bulle der Stadt 1242 erteilt.

In der Folge wurde Gradec befestigt und mit Türmen und Stadttoren umgeben. Als die Türken im 15. Jahrhundert in die Ebene der Save eindrangen, wurde auch die Kapitelstadt mit Mauern befestigt.

Um Landbesitz und Marktgebühren brachen im Verlauf des Mittelalters zwischen Gradec und Kapitelstadt oftmals Zwistigkeiten aus. Der Interessenskonflikt der beiden Städte ging soweit, daß die Bewohner von Gradec aus der Kirche ausgeschlossen wurden und viele Besitztümer zerstört wurden. Nur während der jährlichen Märkte, weil beide Städte von der Abhaltung profitierten, ruhte die Fehde.

Zum großen Bürgerkrieg zwischen Gradec und Kaptol kam es 1527, als Ferdinand von Habsburg zum König erkoren wurde. Die Bewohner von Gradic erhofften sich von dem Habsburger eine Hilfe gegen die Türken. In Kaptol hielt man sich an den Beschluß, daß kein Fremder den Thron von Ungarn und Kroatien besteigen durfte. Dort ergriff man Partei für den ungarischen Magnaten Johannes Zapolja. Der Krieg zwischen den Städten endete mit dem Sieg der Anhänger Habsburgs und die deutschen und spanischen Eroberer plünderten darauf die Bischofsstadt Kaptol.

Seit diesem Ereignis hatte man das bislang Trennende der beiden Städte überwunden und Zagreb entstand allmählich. Was auch von Nöten war, denn die Türken bedrängten das Zagreber Umland. In der Schlacht bei Sisak errangen die Kroaten über die Türken einen Sieg. Als sich in der Folge die mächtigsten kroatischen Magnaten mit dem ungarischen Adel gegen den österreichischen Zentralismus verschworen, hielt Gradec zu den Verschwörern. In Kaptol blieb man dem König treu.

1621 wurde Zagreb der ständige Sitz des Banus von Kroatien. Nach den Türkenkriegen verarmte die Stadt. 1756 verlegte der

Banus seinen Sitz nach Varazdin. Als Varazdin durch ein Feuer nahezu eingeäschert wurde, machte man Zagreb wieder zum Sitz der Verwaltung und politischen Mittelpunkt - bis zum heutigen Tage über die die vielen weiteren Kriege und Schicksalsschläge hinweg.

Romantisch führen die Kopfsteinpflaster der Gassen durch die Oberstadt, dem einstigen Gradec. Der Eingang in die Oberstadt, dem alten Gradec, ist das Steinerne Tor aus dem 13. Jahrhundert. Hier im Torbogen ist das Heiligtum der Muttergottes in Erinnerung an den großen Brand von 1731. Wie vor vielen Jahren, beten hier die Menschen für das Leben, die Zukunft und die Erlösung.

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Wir schreiben das Jahr 2010 auf der wunderschönen Insel Hvar in Kroatien. Eine Trauminsel gut zwei Fährenstunden südlich von Split. Unter die zehn schönsten Inseln der Welt gereiht. Die Juli-Hitze hat auch auf Hvar die Quecksilberthermometer auf satte 40 Grad getrieben. In der mehr als umtriebigen Inselmetropole Stadt-Hvar haben sich die Superreichen in die klimatisierten Räume ihrer großen Jachten verbunkert. Andere sitzen in der kultigen Lounge vor dem Hotel Riva. Im Nobelkasten Adriana gegenüber dem Riva erfrischen sich die Gäste im großen Meerwasser-Pool im immerhin vierten Stock des Komplexes. Alle großen und teuren Hotels wie Riva, Adriana und Palace sind im Juli restlos ausgebucht. Wenngleich die Doppelzimmer im Hochsommer in der Preisebene von 250 bis über 500 Euro liegen. Pro Nächtigung und inklusive Top-Frühstücksbuffet. Der Espresso wird allerdings mit zehn Kuna separat berechnet. Doch diese Ausgabe macht auch nicht mehr das „Kraut fett".

Die Stadt Hvar liegt im Sommer ganz in den Händen von Briten und Amerikanern. Von sehr jungen und sehr chicen Girls und Boys wohlgemerkt. „Sex and the City" – Nachempfindungen findet man in Hvar speziell auf der herrlichen Riva-Terrasse. Bei coolen Drinks und diversen Snacks. Die japanische Sushi- Bar startet mit ihrem Hochbetrieb nach Sonnenuntergang. Natürlich kann man sich im Zentrum von Hvar in der Altstadt in den kleinen Innenhöfen der Restaurants ins Kulinarische einklicken. Immer noch sehr empfehlenswert sind das „Paladini" oder das „Lucullus". Der als eine Art „kulinarischer Petrus" verkleidete und beleibte Wirt bringt zwar das beste Risotto Nero, sorgt aber schon allein für hochgradige Geräuschpegel. Ein Genuß ist der Blick auf der venezianischen Loggia des Hotels Palace über die gesamte Promenade. Dazu ein Glas Prosecco oder ein Gin Tonic. Augenblicke zum sinnlichen Verweilen über einer Stadt, die jede Nacht im Hochsommer ihre Party feiert.

Wer Ruhe und Erholung mit nächtlichem Glamour im Mix recht sein mag, der kann sich durchaus den Urlaub in Hvar-Stadt aussuchen. Somit Tumult in der Nacht und Ruhe am Tag. Denn täglich ab neun Uhr fahren die kleinen Taxi-Boote vom Hafen zu den kleinen Inseln vor Hvar. Nach Jerolim und Stipanska. Wenngleich sich auf diesen Inseln neuerlich auch eine kleine Partyszene mit Lounge und Buffet auftun möchte, sind diese beiden Inseln zu 80 Prozent in den Händen der Naturisten. Die FKKFreunde finden zwischen den felsigen Klippen ihre kleine Urlaubswelt. Kein Radio, kein Lärm, kein Strandgetümmel. Ruhe pur. Nur die monotone Musik der Brandung und vereinzelt das Tuckern von Motorbooten. Glasklar und nach Salz duftend das blau-türkise Meer. Mit dem Raus aus der Badehose lassen die Menschen ihren Alltag mental zurück. Die Sonne durchdringt den Körper und setzt neue Energien frei.

Kroatien gehört zu den traditionellsten FKK-Ländern der Welt. Waren es doch im Jahre 1936 ein gewisser Herzog von Windsor, der frühere König Edward VIII. und seine Frau Wallis Simpson, die beim Urlaub auf der Insel Rab den Begriff FKK in Kroatien salonfähig machten. Das nicht immer ganz unproblematische Hineinklettern in das erfrischende Meereswasser über die Uferfelsen auf Jerolim wird durch das sinnliche und entspannende Erlebnis wettgemacht. Die Insel Jerolim ist mit ihrer Ruhe und Natur Entspannung pur. Die letzten Taxiboote gehen um 19 Uhr in den Hafen von Stadt-Hvar zurück. Man wäre gerne länger noch auf der Insel geblieben. Die abendliche Sonne verwandelt Jerolim in ein feines Licht. Doch das Taxiboot bringt den Sonnenanbeter „unbarmherzig" wieder in die Zivilisation zurück.

Wer dem Trubel in der Stadt Hvar auf der idyllischen Insel Hvar in weiterer Form entfliehen möchte, der fährt gut 22 Kilometer östlich von der Metropole Hvar über Starigrad nach Vrobosko. Das ganze Fischerdorf präsentiert sich in seiner urbanen Idylle nahezu wie ein romantisches Gemälde. Entlang der kleinen Promenade präsentieren sich eine Handvoll Kanobas mit regionalen Fischgerichten und Weinen von der Insel. Hier in dieser Ruhe muß der Himmel eine Pforte haben. Vrobosko ist eine geheime Tankstelle für die Seele. In der Nähe einer kleinen Brücke schmecken der Inselwein und das Risotto Nero ganz besonders gut. Die Zeit setzt hier in dieser erholsamen Gemächlichkeit keinen Faktor. Nicht immer waren in Vrobosko Ruhe und Frieden angesagt.

Es waren die Türken, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts den Ort und die Kirche niederbrannten. Im Jahre 1575 errichteten die Bewohner von Vrobosko dann eine Wehrkirche. Die Kirche Sveta Marija wirkt wie ein imposanter „Keil in der Brandung". Eine gewaltige Festung wie eine Trutzburg mit zwei Wehrtürmen und Zinnen. Ein in sich abschreckendes Bauwerk einer Kirche, die deshalb auch über die Türkenstürme hinweg überleben konnte. Ein wenig abseits des schmucken Dorfes eröffnen sich dem Touristen zahlreiche Badebuchten mit einem separaten FKK-Club. Einige Kilometer weiter östlich präsentiert sich der schmucke Fischerort Jelsa. Ein ebenfalls idyllisch gewachsenes Dorf , welches Ruhe und Beschaulichkeit auszustrahlen vermag. Auch hier gibt es schöne Strände. Sehr beliebt bei FKK-Freunden ist die kleine Insel Zecevo, die mit dem Taxi-Boot erreichbar ist. Bekannt ist Jelsa auch durch seine traditionellen Weintage jeweils Ende August.

Südöstlich zum Dorf Jelsa erstreckt sich die Hochebene von Grabac. Hier befindet sich auch das berühmte Labyrinth der Grapceva Spilja. Ein Höhlensystem mit wunderbaren Tropfsteinen, das bereits in der Steinzeit für die damaligen Menschen eine wichtige Kultstätte war. Diese Höhlen zählen zu den wichtigsten prähistorischen Stätten ganz Dalmatiens. Ein historisch fundiertes Zeichen, daß die Trauminsel Hvar schon in der Steinzeit ihre menschlichen Fans gefunden hatte. Überall auf der wunderschönen Insel Hvar gibt es außerhalb von Hvar- Stadt zahlreiche Ferienanlagen, kleine Hotels und Appartements in ruhigen Buchten. Hier trifft man keine Amerikaner und kaum Engländer. Dafür Osteuropäer, Italiener, Deutsche und Österreicher. Die Preise sind hier eher an das übrige Kroatien angepaßt. Dafür bekommt man unvergeßliche Urlaubserlebnisse auf der Trauminsel Hvar.

Infos und Auskünfte:

Kroatische Zentrale für Tourismus

1010 Wien, Am Hof 13

Direktor Ranko Vlatkovic ( This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. )

Tel. 01/585 3884.

 

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Zungenbrecher" in der ungewohnten Aussprache. Doch hat man dieses „Vrsar" einmal in Kopf, Geist und Seele eingebracht, dann läuft auch die Aussprache wie geschmiert. Und „Vrsar" wird man dann auch nicht mehr los. Das einstige Fischerdörfchen, das Tourismus und Tradition so harmonisch in sich zu vereinen weiß, ist ein Stück Heimat geworden. Für viele Menschen, die seit Jahren dorthin fahren. Ein ganz besonderer Platz auf dieser Erde, der Sehnsüchte nach Meer, Sonne, Natur und Ruhe erweckt. Als weit gereister Reisejournalist habe auch ich diesen „Vrsar-Virus" geimpft bekommen.

Als das mittlerweile riesige Naturisten- Camp Koversada im Jahre 1961 eröffnet wurde, da war Vrsar ein verschlafenes Fischerdorf. Mittlerweile kommen die Touristen von Norwegen, Holland, Italien, Tschechien usw. Aus Deutschland und Österreich stammt die absolute Mehrheit der Gäste. Von meiner oststeirischen Arbeits- und Wohnstätte ist es mit dem Auto nach Vrsar ein regelrechter Katzensprung. Über Laibach und Koper und weiter die neue Autobahn bis zur Ausfahrt beim Limski Fjord. Etwas über dreieinhalb Stunden. Gerade noch richtig für ein Wochenende in Vrsar. Zum Krafttanken und kulinarische und seelische Freuden zu erfahren. Schon vor einigen hundert Jahren hatten die Bischöfe von Porec eben Vrsar zur erholsamen Sommerresidenz auserkoren.

Somit war auch ein gewisser Giacomo Casanova hier sehr umtriebig und soll sich nach der Legende besonders um die Mädchen und Frauen gekümmert haben. Vorrangig als Casanova. In Erinnerung an diesen legendären Frauenheld wird alljährlich das Casanovafest mit feinem erotischen Flair mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Neben der Pfarrkirche befindet sich jener Sommerpalast der Bischöfe von Porec, der seit dem Jahre 1267 unter der „Obhut" des Dogen von Venedig stehen sollte. Vrsar oder im Italienischen auch Orsera auch genannt, leitet sich vom Sprachbegriff „Quelle" ab. Weil eben hier die Menschen beste Trinkwasserqualität fanden. Somit war der kleine Hafen von Vrsar auch immer der Anlegeplatz der Schiffe für die Beschaffung von Trinkwasser. Aufgrund der klimatischen Vorzüge und der strategischen Besonderheit direkt am Limski- Fjord wurde Vrsar schon sehr früh besiedelt. Diverse Funde dokumentieren menschliches Leben bereits in der Altsteinzeit. Die ersten offiziellen Bewohner der istrischen Halbinsel waren die Histrier. Ein See- und Handelsvolk, das sich auch der Piraterie verschrieben hatte.

Zwischen Lim-Fjord und der Fluß Mirna hatten die Histrier zahlreiche Festungen und griffen die Römer permanent an. Nach unzähligen Kriegen mit den Römern wurden die Histrier im Schicksalsjahr 178/77 vor Christus von der Kriegsmacht des Römischen Imperiums geschlagen. Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums im Jahre 476 n. Christus war Istrien unter gotischer Herrschaft. Im Jahre 565 n. Christus wurden die Goten vom byzantinischen Kaiser Justinian besiegt. Istrien kam zum oströmischen Reich, eben zu Byzanz (heute Istanbul). Erst dann kamen die Slawen aus der Ukraine und zerstörten das alte Vrsar in den Jahren 599 bis 611 n. Christus. Nach den Langobarden kam Istrien von 768 bis 814 unter die Hoheit von Karl dem Großen und der Franken. Von 983 bis 1778 stand Vrsar unter der direkten Obhut der Bischöfe von Porec. Die Sommerresidenz wurde soweit zeitlich ausgedehnt, so dass manche Bischöfe Vrsar überhaupt als Stammsitz hatten. Das Landgut des Bistums in Vrsar mit den Steinbrüchen, Olivenmühlen, Salinen, Fischfang, Vieh usw. wurde zur wichtigsten Einnahmequelle der Bischöfe.

Bis zum Jahr 1778, in welchem Venedig die Kirchenrechte der „Grafschaft der Bischöfe" aufhob und somit Vrsar direkt unter die Herrschaft des venezianischen Dogen eingebunden wurde. Von 1797 bis 1805 kam dann ganz Istrien unter die Herrschaft der Habsburger. Bis 1813 war dann die Region im Eigentum Napoleons. Von 1813 bis 1918 war Istrien wiederum ein Teil der Habsburger Monarchie. Der bauliche Stil Venedigs ist auch heute noch bis in die engen Gassen des Fischerdorfes Vrsar spürbar. Wenngleich auch ländlich-rustikal dominieren hier an den Häuserfassaden die typisch venezianischen Erdfarben. In Verbindung mit dem blauen Wasser der Adria eine Augenweide. Von April bis Ende September gibt es monatlich mindestens einmal das so genannte Fischerfest. Ein Traditionsfest der Fischer und der Mannschaften der Touristenschiffe. Sardellen vom Grill in bester Qualität gibt es portionsweise bereits rund um 10 Kuna.

Die Touristenschiffe fahren übrigens täglich von Vrsar bis Rovinj und dann in den Limski-Fjord samt Fisch-Picknick. Die Schlucht des Limski-Fjordes drängt sich in einer Breite von 600 Metern gut neun Kilometer in die karstige Landschaft. In dem extrem sauerstoffreichen Fjord wachsen Fische und speziell Muscheln in allerbester Qualität.

Am Ende des Limski-Fjordes ist das Restaurant Fjord ([link] www.infoistra. com/fjord) mit bestem Terrassenblick und herrlichen Miesmuscheln und Austern samt Oberkellner Ivica ein kulinarisches Ziel. Was Essen &Trinken in Vrsar angeht, so zählt das Restaurant Trost direkt am Yachthafen zum Highlight. Wer abends die Möglichkeit eines Tisches auf der Terrasse „Titanic" hat, der kann zu den herrlichen Meeres-Spezialitäten auch den Sonnenuntergang über dem Hafen erleben. Romantik pur! Reservierung unter info@ restoran-trost.hr ist notwendig. Im Naturisten-Zentrum Koversada, ein wenig außerhalb der Stadt ist auf der dortigen Insel das empfehlenswerte Fischrestaurant Batana. In unmittelbarer Nähe bei der Einfahrt zu Koversada befindet sich das Restaurant Petra (Tel. 052 442 366). Das kulinarische Meisterwerk eines Franzosen mit einer Steirerin. Für Eis-Freaks gibt es in Vrsar hervorragende Eisspezialitäten. Erstens einmal der kleine Eissalon gegenüber der Tankstelle neben der Bäckerei. Dort gegenüber ist auch ein Cafe für sinnliche Stunden. In Richtung zum Hotel Pineta direkt am Hafen gibt es einen weiteren Eissalon. Hier ist „Zirkus pur". Der dortige Kellner wirft Gratis-Eiskugeln auf Hunde und auf Wunsch auch auf Frauen. Für die kulinarischen Selbstversorger gibt es in Vrsar jede Menge an allerbesten Lebensmitteln: Ein täglich geöffneter Fischmarkt; ein Einkaufszentrum täglich bis in den Abend geöffnet; zwei Märkte in Koversada; ein spezielles Fleischgeschäft in Vrsar. Und direkt vor Koversada Direktverkauf für Wein, Olivenöl und Gemüse.

Infos unter Tel. 00385/52441359.

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Der Hauch des Südens, der Duft der Gewürze und Öle und der Geruch nach frischem Fisch sind für viele Binnenländer geradezu Nahrung für Seele, Sinne und natürlich den Magen. Die kleine Welt von Erholung, Reisen und Ferien öffnet in der Seele und in den Gedanken ihre Pforten. Der Mitteleuropäer denkt in der Befriedung seiner kulinarischen Wünsche an Straßburg, Brüssel, Venedig oder an die kleine Taverne in einem Adriahafen. Wer sich zwischendurch, auf die kurz entschlossene Weise, ein Höchstmaß kulinarischer Topfreuden erfüllen möchte, fährt nach Zagreb. Ein Geheimtip mediterraner und regionaler Spezialitäten mit etlichen sehr, sehr guten Restaurants, attraktiven Geschäften, Cafés und einem Markt, der seinesgleichen sucht.

Eingebettet in die uralte, lebendige Geschichte dieser Stadt, ist Zagreb eine Hochburg der adriatischen Spezialitätenküche. Und das ehrwürdige Kaptol mit dem riesigen Markt Dolac in der Nähe der Kathedrale ist ein Zentrum der Gaumenfreuden. Zagreb, die kroatische Hauptstadt ist von Ostösterreich näher als man glaubt. Von der Grenze etwa in Mureck führt die Straße nach Lenart und geraden Weges nach Ptuj. Von hier ist es ein „Katzensprung" zur kroatischen Grenze. Nach Krapina eröffnet eine sehr schöne Autobahn Fahrfreuden der schnelleren Art. Zu schnell unterwegs zu sein, kann allerdings teuer werden. Irgendeine Blitzbrigade der kroatischen Polizei ist immer an den neuralgischen Stellen postiert. Nach etwas über zwei Stunden Fahrzeit ist Zagreb erreicht. Wer in einem der vielen Hotels absteigt, kann seinen Wagen dort getrost abstellen. Busse, Straßenbahn und Taxis gibt es ausreichend. Dazu erhält die sogenannte „Zagreb-Card" mit vielen Ermäßigungen für den Touristen.

In der Altstadt, in den Stadtteilen Kaptol oder Gradec mit all den baulichen Sehenswürdigkeiten und vielfach engen Gassen, öffnet sich ein Paradies für historisch interessierte Spaziergänger. Und natürlich für Feinschmecker für Torten, Mehlspeisen, Meeresspezialitäten, Fleischgerichte, Gemüse, Biere und Weine. Kaptol, die alte Kirchenstadt ist das Zentrum der irdischen Schlemmerfreuden. Vielleicht auch deswegen, weil die Mönche schon immer wußten, was Leib und Seele zusammenhält. Das erste Ziel in Zagrebs Altstadt ist die Kathedrale. Sie ist kaum zu übersehen, zumal die beiden 104 und 105 Meter hohen neugotischen Türme die sonstigen Gebäude und Kirchen um vieles überragen. Hier, rund um den Dom mit der noch teilweise vorhandenen Festungsmauer, schreibt man die älteste Geschichte dieser Stadt, dem einstigen Kaptol. Eine Häuserecke weiter präsentiert sich der Marktplatz Dolac.

Der Marktplatz ist, so sagen es die Zagreber, der „größte Teller" der Stadt. Tag für Tag, das ganze Jahr über, läutet der Markt immer frühmorgens an den Werktagen das Leben ein. Ununterbrochen seit dem Jahre 1930, nachdem man für den Markt eine Reihe von alten Häusern abgetragen hatte. Ein buntes Treiben von Verkäufern und Käufern und dazwischen die prachtvollsten Äpfel, Orangen und Kartoffeln. Einfach alles an Früchten und Gemüse, was so in den Anbaugebieten bis in den südlichsten Zipfel Kroatiens bis nach Dubrovnik geerntet wird. Bis zu 70.000 Menschen treibt es täglich auf diesen Markt. Hausfrauen, Feinschmecker, Köche, Touristen. 1.500 Tonnen Obst und Gemüse monatlich werden hier frisch zum Kauf angeboten. Dazu rund 700 Tonnen Fisch in der überdachten Fischhalle. Alle Fische, alle Meerestiere, die von den Fischern in Rijeka, Split und Dubrovnik vor Stunden noch an Land gezogen wurden, werden in voller Pracht auf Eis präsentiert. Wunderschöne Wolfsbarsche, Aale, Thunfische, Seeteufel, Goldbrassen, Schwertfische, weiters jede Menge Krabben, Langusten, Krebse, Tintenfische, Muscheln, Oktopusse usw. Ein Mekka für Fischliebhaber! Neben Milch, Käse und Blumen werden monatlich auch 3,5 Millionen Eier und 59.000 Tonnen Fleisch angeboten. Das Fleisch und all die Würste werden im unterirdischen Hallentrakt sehr appetitlich präsentiert. Von frischem Gänse-bis Pferdefleisch ist alles vorrätig. Würzige regionale Würste, Pasteten uvm. prägt das Angebot der Markthalle. Eine sehr interessante Stätte und ein attraktives „Schlüsselloch" in das Leben und die Küche der Zagreber.

Weil so ein Marktbesuch doch ein wenig Appetit macht, kommt ein Restaurant wie gerufen. Aber was will man essen? Appetit auf die regionalen Spezialitäten wie Ente, Gans oder Truthahn mit Mlinci, Wildgerichte in großer Vielzahl, die Fleischspeisen mit Strukli oder dalmatinische Grillspezialitäten? Spitze sind natürlich all die Fischspezialitäten mit den täglich frischen Fischen und Meerestieren von der Adriaküste. Das Fischrestaurant „Antica" liegt nur hundert Meter vom Markt entfernt. Es zählt zu den kulinarischen Top-Adressen dieser Stadt. Hier schwört man auf die Fischrezepte aus der Region rund um Split. Täglich von 11.00 bis 23.00 Uhr ist man im „Antica" für die Gäste mit einem tollen Angebot bereit. Beste Fische, frisch gefangen von den befreundeten Fischern an der Küste, zeigt „Patrone" Neven Santini stolz. Santinis Vorfahren stammen aus Ferrara und siedelten sich vor rund 180 Jahren in Zagreb an. Im „Antica" zelebriert man eine Menüfolge. Herzlich und professionell. Nach dem wunderbaren grünlichen Rautenschnaps dann der Speisenablauf: Thunfischcarpaccio (vorzüglich), Riso Nero (ein Gedicht), Scampi (wie ein Urlaubstraum), Wolfsbarsch auf gebratenen Kartoffelscheiben mit Knoblauchbutter (die Krönung). Dazu die wunderschönen Weißweine aus Slawonien. Und vorbestellen kann man hier alles an Fischgerichten, was das Herz begehrt.

Rund 100 Meter weiter, gleich neben dem Kaptol-Einkaufszentrum, wieder eine Top-Adresse namens „Baltazar". Von 12.00 bis 24.00 Uhr gibt es hier die traditionellen Speisen der kroatischen Regionalküche: Schinken, Würste, Käse, frischgebackenes Brot und Fleischund Gemüsegerichte erster Klasse. Zusätzlich ein separat gehaltenes Fischrestaurant mit all den Gerichten der nördlichen Adria. Mit Stolz präsentiert der hier wirkende Fernsehkoch Tomislav Opicek seine Spezialitäten: Thunfischcarpaccio mit Parmesan und Kren (hervorragend), Scampi im Speckmantel am Spieß (sehr schmackhaft), Riso Nero samt Parmesan (toll), St.Peter- Fisch mit Gemüse und Mangold (was will man mehr). Dazu die wunderbaren Weißweine aus Slawonien, wie etwa der Grasevina vom Krauthaker. Als Abschluß dann ein Espresso Restretto. Perfekt! Solche Adressen sollte man sich merken. Aber das war erst der kulinarische Anfang in Zagreb, dieser geheimnisvollen und schönen Stadt...

Tel. 00385/1/484051,

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Dubrovnik

Die weißen Kreuzfahrtsschiffe ankern vor der Altstadt. Das Meer ist nahezu kitschig blau. An der Reeling der Schiffe stehen wie Trauben die Passagiere und haben vor sich ein Motiv, das sich bleibend in menschliche Gehirne einprägt. Das Motiv heißt Dubrovnik. Die Perle der Adria. Das Motiv Dubrovnik begeistert von jeder Seite. Doch jener meerseitige Blick auf diese alte Stadt gehört zu den Bilderbucherlebnissen in einem Menschenleben.

Dubrovnik ist das steinerne Symbol für die Vernetzung von Geschichte und Zukunft. Eine Stadt, die Awaren, Türken, Venezianer, Napoleon, Weltkriege und Erdbeben überlebte, wäre dann beinahe im Granatenhagel der Serben und Montenegriner am 6. Dezember 1991 untergegangen. Vieles vom UNESCO Weltkulturerbe wurde zerstört. Auch 114 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Die zahlreichen Kriegsschäden in der Altstadt sind restauriert. Dubrovnik hat auch diese Hürde des Balkankrieges mit Bravour gemeistert. Nichts, aber auch gar nichts zeigt heute auf diesen unsäglichen Krieg hin. Allein eine Tafel an einer Fassade läßt mit einer einfachen Schadensgrafik das Ausmaß der einstigen Schäden durch die Granaten in Erinnerung bringen. Der heiße August-Sonntag 2009 läßt die Altstadt von Dubrovnik mit Touristen übergehen. Zahlreiche Amerikaner von einem der Luxus- Dampfer und auch überdimensional viele Japaner mit all ihren Fotoapparaten. Vor dem sonntäglichen Touristenlärm flüchte ich mich mit meiner Frau auf den Placa Luza. Hier könnte man sofort einen mittelalterlichen Film drehen. So ident ist hier die Geschichte verankert.

Die Ostseite des Platzes beherrscht der 31 Meter hohe, schlanke Uhrturm. Errichtet im Jahre 1444. Die Figur des Ritters Roland als Symbolbild jeder freien Handelsstadt auch seit zahlreichen Jahrhunderten hier verankert. Auf der Terrasse des allerschönsten Cafes Gradska Kafana wird gerade ein Platz frei. Die Stühle an den kleinen Tischen sind nahezu heiß umkämpft. Daneben spielt eine Band die tollsten Evergreens. Das Zitroneneis kühlt und der wunderbare Ristretto bringt die innere Maschinerie in Bewegung. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten nach Dubrovnik zu gelangen. Mit dem Schiff ist es die zweifellos bequemste und schönste Art des Reisens.

Mit dem Flugzeug landet man im 22 Kilometer entfernten Cavtat. Dann ab mit dem Taxi oder Hotelbus in eines der supertollen Hotels. Das Palace Hotel auf der abgeschiedenen Halbinsel ist absolute Spitze. Ich bin mit dem PKW hierher gedüst. Bis Split gibt es eine Top-Autobahn. Von Split dann die Möglichkeit mit dem Auto auf die Fähre oder auf der urigen Bundesstraße eben weiter nach Dubrovnik. Die Fahrt entlang der zahlreichen Feigenalleen war herrlich und aromatisch zugleich. Hatte zuvor in solch relativ kurzer Zeit niemals derartig viele frische Feigen gegessen. Mit dem Auto gelangt man problemlos nach Dubrovnik. Im Zentrum allerdings gibt es kaum Möglichkeiten, sein Gefährt zu parken. Die Tiefgaragen liegen „1000 Stufen" höher als die Altstadt. Ein Tip: Wer sein Auto dann wieder abholen möchte, der sollte unbedingt Kuna eingesteckt haben. An der Kasse werden weder Kreditkarten noch Euros akzeptiert. Und der nächste Bankomat steht „1000 Stufen" unterhalb der Parkgarage in der Altstadt beim Hotel Hilton. Das ist die kleine Rache der Kroaten an die EU. Ansonsten sind die Einwohner liebenswürdig- freundlich. Meer, Sonne, Geschichte und die mediterrane Lebensfreude prägten einen ausgenommen positiven Menschentypus, der den Fremden sehr aufgeschlossen ist.

Dubrovnik ist UNESCOWeltkulturerbe und Austragungsstätte der berühmten alljährlichen Sommerfestspiele. Heute lebt Dubrovnik von den Touristen. Damals im Jahre 605 nach Christus schien hier die Welt noch anders zu verlaufen. Damals unterwarfen die Awaren gemeinsam mit den Slaven die Festung Epidaurum, das heutige Cavtat. Damals flüchteten die Überlebenden auf einen großen Felsen mit senkrechten Wänden mitten im Wasser. Der Felsen war Zuflucht und neue Heimat. Die Quelle des Überlebens erbrachte der Onofriobrunnen im Zentrum. Die Bewohner nannten ihre neue Festung Ragusa. Gegenüber auf einer Halbinsel (Nähe Palace Hotel) hatten sich die Slaven niedergelassen und nannten ihren Ort Dubrava (Eichenhain). Die Bewohner von Ragusa starteten erfolgreiche Handelsgeschäfte.

Im Jahre 1150 wurde der Meerkanal zwischen dem Felsen und dem Festland zugeschüttet und Ragusa mit Dubrava vereint. Ragusa wurde zum Handelszentrum zwischen Abendland und Orient. Nach dem Untergang von Byzanz (1204) kam Ragusa unter venezianische Herrschaft und nach 1358 zum ungarisch-kroatischen Reich. Im Jahre 1526 wurde die Freie Stadtrepublik Ragusa gegründet. Die Handelsflotte von Ragusa bestand in der Höchstblüte aus 160 Schiffen im Mittelmeer. Dann kam an jenem 6. April 1667 dieses grauenhafte Erdbeben. Von den 20.000 Einwohnern überlebten knapp 500 diese Katastrophe. Im Rahmen des Wiederaufbaues mußte vielfach auf den seinerzeitigen Prunk verzichtet werden. Im Jahre 1808 erlosch unter der Regierungsgewalt Napoleons die stolze Stadtrepublik. Nach der Niederlage Napoleons wurde Ragusa dem Österreichisch-Ungarischem Königreich und dem Kronland Dalmatien einverleibt. Ragusa und heute Dubrovnik war immer eine stolze Stadt der Freiheit. Hier wurden 1416 erstmals in Europa die Sklaverei und der Sklavenhandel verboten. Der kleine Stadtstaat erkannte weltweit als erster Staat 1776 die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten international an. In Ragusa gab es in dieser Zeit gleich 85 Konsulate. Das internationale Projekt „World Mayor" verlieh 2006 der Stadt Dubrovnik und der Bürgermeisterin Dubravca Suica den 8. Platz im Ranking aller Bürgermeister dieser Welt. Die Nachmittagshitze brütet an jenem Sommer im August über der steinernen Stadt. In den engen Gassen herrscht angenehme Kühle. Viele der Einwohner und Urlauber sind mit dem Taxiboot vom Alten Hafen für ein paar Kuna zur nahen Insel Lokrum gefahren. Neben dem alten Benediktinerkloster sind es gerade die kleinen Badebuchten, die Erholung pur bieten. Für Sonnenanbeter gibt es hier eine eigene FKK-Meile. Eine Besonderheit auf Lokrum ist das „Tote Meer". Ein kleiner, flacher Salzsee inmitten der Insel. In der Nachmittagssonne hat sich das Motiv Dubrovnik mit Rottönen prachtvoll eingefärbt. Ein visuelles Erlebnis, das man niemals mehr vergessen wird.

 

 

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Murinsel Kroatien

Kroatien! Jeder denkt an Sonne, Calamari, Adria. Kroatien hat zwar eine superlange Adriaküste bis hin nach Dubrovnik. Kroatien ist aber auch Binnenland mit Bergen, Tälern, Wäldern und Wein. Fernab von der Adria präsentieren sich die Landschaften von der Hauptstadt Zagreb bishin nach Slawonien nach Osjek und Vukovar im Osten an der Grenze zu Serbien. Doch Kroatien ist auch im nordöstlichsten Teil der jungen Republik in der sogenannten Region Medimurje. Ins Deutsche übersetzt bedeutet dies „Murinsel" oder Zwischenmurland. Nahezu für die Österreicher unbekannt, besteht hier ein landschaftlich und kulinarisch hochwertiges Kleinod. Keine 50 Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze entfernt. Genannt „Murinsel", weil dieses Medimurje eben genau zwischen den Flüssen Mur und Drau eingebunden ist. Die Mur ist zugleich für die Region die Grenze zu Slowenien und Ungarn. Die Wässer der Mur binden sich hier in die Drau ein. Die Drau wiederum fließt hinter Osjek in die Donau.

Gut 730 km2 zählt diese „Murinsel" Medimurje. Nach der letzten Volkszählung leben 118.426 Menschen in dieser kleinen Region. Die Stadt Cakovec ist die Regionshauptstadt von „Sveti Martin na Muri". Unser Ziel war aber vorerst das Spa&Golf Resort Sveti Martin ([link] www.spa-golf.com.hr). Ein nagelneues Thermenhotel direkt bei der bereits seit 1911 genutzten Therme. Das Hotel beinhaltet 151 Zweibettzimmer und sechs Suiten. Dazu Schwimmbad, eine große Saunalandschaft und einen attraktiven Spa-Bereich. Dazu gleich neben dem Hotel die Therme und das Golf Center. Umgeben von Wald und Weinbergen präsentiert sich der 9-Loch-Golfplatz, wovon vier Löcher auch beleuchtet sind. Dieser Golfplatz zählt zu ersten Europas mit Greens und Tees aus Kunstrasen. Und zusätzlich wird die gesamte Anlage in der Winterzeit beheizt. Auf den Punkt gebracht, handelt es sich hier um einen ganzjährig bespielbaren Golfplatz. Auch bei Minus 15 Grad ist hier Golfen möglich. Für den, der es mag. Jedenfalls ist über Kunstrasen und Beheizung dieser Golfplatz zu jeder Jahreszeit täglich bespielbar.

Sveti Martin ist ein Kleinod, doch bislang in Österreich extrem unbekannt. Das Hotel, die Therme und der Golfplatz sind jedenfalls eine Reise wert. Nach dem sehr guten Frühstücksbuffet im Hotel besprach ich mit Hoteldirektor Dragec Del Duca diese unbekannte Region Medimurje. Eben alle Details über die Murinsel und Sveti Martin na Muri. Sveti Martin befindet sich auf den Fundamenten der großen römischen Siedlung Hallicanum samt einer Kaserne. Auch die einstige römische Straße zwischen den strategischen Siedlungen Ptuj und Szombathely verlief durch Sveti Martin. Nach der Völkerwanderung versank Sveti Martin in die Vergessenheit. Viele Jahrhunderte später wanderte die Region wieder in die damalige Welt hinein. Am 24. April 1860 wurde die erste Eisenbahnlinie Kroatiens zwischen Kotoriba, Cakovec und Marburg eröffnet. Somit war damals eine Eisenbahnverbindung zwischen Triest, Wien und Budapest vorhanden.

Doch die ländliche Region der „Murinsel" blieb weiterhin im Verborgenen. Die Kommunisten nach 1945 bemühten sich einzig um den Namen der Region. Das „Sveti" (deutsch heilige) wurde im Wortlaut verboten. Im Jahre 1990 wurde das traditionelle „Sveti" wiederum eingebracht. Die Menschen in dieser Region lebten in der Gesamtheit vom Ackerbau, Weinbau und Ziegelbau. Die traditionelle Ziegelerzeugung mit „handgeschlagenen" Ziegeln gibt es nicht mehr. Die bäuerliche Viehzucht ist aktiv. Sehr aktiv ist auch der Weinbau. Es wachsen hier herrliche Weine. In den zahlreichen Buschenschenken und Weingasthäusern lebt die Tradition in Form von hervorragenden Weinen und deftigen, bäuerlichen Schmankerln. Hausgemachte und bodenständige Spezialitäten, die hoffentlich niemals einen Hauch von Industrie erhalten. Hier hofieren die Winzer die Touristen noch. Ohne, daß der Tourismus die kulinarische Kultur zerstört hat. Wie eben vielfach auf der Welt. Hier auf der „Murinsel" geht es in den einzelnen Buschenschenken recht urig und rustikal zu. Die Weine sind hochwertig, die Speisen regional und deftig und die Preise ziemlich günstig. Wer eine Menge an Action inklusive Wein-Missionsweg möchte, der könnte sich im Wein-Restaurant „Zlatne gorice" mit der wundervollen Aussicht sehr wohl fühlen. Der dortige Padrone schleust seine Gäste über einen Wein-Wanderpfad sehr genüßlich über das Gelände. Der erholsame Abschluß findet dann im Weinkeller statt.

Im Restaurant Terbotz unweit vom Resort Sveti Martin gibt es bodenständige Kost der Region. Es sind dies speziell auch gefüllte Fleischrollen als Spezialität der Region. Aber auch Schinken und Würste nach alter Bauernart gibt es im Angebot. Herrliche Weine und eine gute Jaus'n gibt es beim Winzer Petkovic. Entlang der Weinstraße zwischen Sveti Martin und Cakovec bringen sich etliche Winzer und Buschenschenken ein. Die Gegend selbst ist naturverbunden und ungekünstelt. Man merkt, daß hier die Menschen mit Herzblut leben und arbeiten und das Leben und die Blumen lieben. Das Ergebnis aus dieser Lebenshaltung sind blumenreiche Gärten und Höfe. Und nicht ohne Grund hat die Region Sveti Martin na Mura den Preis der Goldenen Blume Europas gewonnen. So wie vor Hunderten Jahren sieben Goldwäscher das Feingold aus dem Sand der Mur. Bei jedem der Goldwaschgänge bleiben goldige Stäubchen übrig. Die betagten Goldwäscher haben ihr Handwerk mittlerweile zum Hobby gemacht. In der Steiermark selbst hat noch niemand an das Gold in der Mur gedacht. Die greisen Goldwäscher sind dafür dankbar. Denn der feine Goldstaub breitet sich hier in den Uferbereichen gemeinsam mit dem Sand aus. Ein Mekka für Goldsucher und Erlebnis-Touristen. Doch keine Fundstätte für Reichtum. Ansonsten würden die betagten Goldsucher ja nicht immer noch so emsig hier Gold waschen.

Infos und Auskünfte:

Kroatische Tourismuszentrale Wien

Direktor Ranko Vlatkovic

Tel. 01/5853884

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Einerseits präsentiert sich die Stadt Hvar allein schon so prächtig, daß viele Urlauber hier in der Stadt und im engeren Umfeld von Stadt Hvar einfach „picken bleiben". Denn wer die glamouröse Stadt Hvar und seine vorgelagerten kleinen Naturisteninseln Jerolim und Marinkovac zu seinem Erholungserlebnis stilisiert hat, der hat von vornherein mehr an Erholungspotenzial getankt, als jede noch noch so ferne Fernreise zu bieten vermag. In Hvar funktioniert das Erholungsrezept auch schon bei drei oder vier freien Urlaubstagen. Hinaus und weg ist hier die Devise.

Nach fünf Stunden Autofahren nach Split und zwei Stunden angenehmer Schifffahrt auf der Fähre bis Starigrad. Dann noch 15 Kilometer Autofahrt und Hvar- Stadt ist erreicht. Einige, die Boote und entsprechend Geld haben, legen sowieso im Hafen von Hvar an. Weil eben Hvar eine ganz besondere kulturelle, geschichtliche und kulinarische Perle in der Adria ist. Doch diese wunderbare Insel Hvar hat es nicht verdient, daß alle Touristen allein in der alten und wunderschönen Stadt Hvar verweilen. Für unsere Leser entfernten wir uns von den Freizeitoasen Stadt Hvar und der kleinen Insel Jerolim und erkundeten die Insel Hvar. Keine zehn Kilometer nordöstlich von der Stadt Hvar entfalten sich im Sommer die „wilden" Lavendelfelder. Rötlich violett wiegen sich die zahllosen Sträucher im mildem Wind. Ein Bauer kommt mit seinem Esel. Dieser trägt große Jutesäcke voll Lavendel. Ein Duftesel im wahrsten Sinne des Wortes.

In Brusje bieten die Bauern an den Straßen Weine, Oliven, Honig und Seifen mit Rosmarin und Lavendel an. Das Dorf Grabjle ist in der Mittagshitze nahezu ausgestorben. Nicht einmal ein Hund bellt. Beim Schlendern durch das Dorf präsentieren sich idyllische kleine Kanobas mit einem höchst attraktiven Angebot an Speisen und Getränken. Leider erst ab 17 Uhr geöffnet. Also geht die Fahrt weiter in Richtung Starigrad. Die „alte Stadt" Starigrad hat gerade wieder eine Fährenankunft zu vermelden. Starigrad hat jede Menge Einkaufszentren und Geschäfte. Also ein fündiges Plätzchen, um sich mit Käse von den Inseln oder mit Prosciutto und Salami ein zudecken. Schon die alten Griechen hatten an Starigrad als „Polis Pharos" ihre Freude. In der Antike eine der ältesten bekannten Städte der alten Griechen. Wer hier ein wenig geschichtlich interessiert schaut, der sieht in Gärten und Höfen zahlreiche altgriechische und römische Überreste. Die Griechen und später auch die Römer hatten hier ihre Sommersitze. Weiter geht es über eine schmale Straße nach Vrboska. Ein idyllischer Fischerort, wo man auch in den Kanobas gutes Riso Nero und gegrillten Fisch bekommt. Gleich dort gibt es ein beliebtes FKK-Camp in einer schönen Bucht.

Sehenswert auch das alte Städtchen Jelsa mit seiner Schifffahrtsgeschichte. Über mehr als kurvig-holprige Straßen führt die Strecke Richtung Insel-Osten vorbei an herrlichen Stränden und Buchten. In der Mehrzahl Textilstrände, dort wieder FKK-Bereiche. In der kleinen Ortschaft Polje zeigt der Wegweiser nach Vela Stiniva. Dort eröffnet sich in der Bucht eine weitere Idylle der Erholung. Zwei kleine Restaurants direkt am sanften Wasser. Nagelneue Appartements mit schönen Terrassen. Herz und Seele, was willst Du mehr. Schatten durch Bäume und ansonsten Sonne sowieso. Auf der Terrasse des Restaurants dann das Lieblingsgericht Riso Nero ( 6o Kuna) als das beste auf der Insel Hvar befunden.

Nach den großartigen Eindrücken auf der Nordseite der Insel Hvar sollte sich auch die Südseite ein wenig in das Bewußtsein über diese großartige Insel einbinden. Umso interessanter, weil der Süden der Insel bis vor gut zehn Jahren mehrheitlich nur mit dem Schiff erreicht werden konnte. Also demnach zum Dorf Pitve. Speziell hier haben zahlreiche Ausländer alte, aufgelassene Steinhäuser gekauft. Diese Häuser dienen als Ferienhäuser oder auch als Ganzjahresdomizile. Wer vom „Hvar-Virus" einmal infiziert ist, den läßt dieser so bald nicht wieder los. Grundsätzlich ist die Insel Hvar eine Urlaubsinsel für das ganze Jahr. Natürlich ist es auf der „grünen Insel" Hvar im Juli und August am heißesten. Doch die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt auf Hvar 16,5 Grad. Also ist auch der Winter hier ein Fremdwort. Zwischenzeitlich blasen die Bora-Winde vom Festland und die Jugo-Winde vom Süden recht heftig. Doch insgesamt entfaltet sich auf Hvar die Natur in schönsten Farben. Keine Rede von Frost. Insgesamt strahlt auch die Wintersonne mit all ihrer Kraft auf die begnadete Insel. Die Menschen sitzen wie im Sommer vor den steinernen Häusern. Die kleinen Cafes und Terrassen sind besetzt. Im Winter leben die Einheimischen wieder in all ihrer Tradition auf der Insel. Nur ganz wenige Touristen oder Fremde, die mittlerweile Einheimische wurden, erleben die herrlichen Sonnenuntergänge auf dieser Trauminsel. Die ganze Insel ist Natur pur. Kaum Abgase, keine Industrie, kein Staub und Smog. Eine Zuflucht auch für Allergiker. Von Pitve bis Sveta Nedjelja schlängelt sich die Straße an der südlichen Küste entlang. Irgendwie fehlte dort die Ortstafel und wir fragten Touristen: „ Ist this the village Sveta Nedjelja?" Die junge Frau zu ihrem Mann: „Wie haßt des village?" Die Touristen waren somit als waschechte Oststeirer enttarnt.

Die Familie Geier vom Erlebnispark in Sebersdorf macht hier in Sveta Nedjelja schon seit zig Jahren Urlaub. Der berühmteste Winzer an der gesamten Adria Zlatan Plenkovic ([link] www.ZlatanOtok.hr) produziert hier seine herrlichen Weine, die er weltweit exportiert. Im Restaurant direkt am Strand von Sveta Nedjelja fragten wir nach dem Top-Winzer. Zlatan Plenkovic saß zufällig am Nebentisch mit dem Bürgermeister von Hvar. Auf dem Tisch Plenkovic- Weine und die Insel-Spezialität „Gregada", der wunderbare Fischeintopf. Vom südlichen Küstenort Sveta Nedjelja bis nach Hvar gibt es eine neue Straße, die offiziell noch nicht eröffnet ist. Eine bislang noch recht abenteuerliche Piste direkt in den Fels der ziemlich hohen Abgründe gesprengt. Die Einheimischen und auch einige informierte Touristen benutzen diesen verbotenen Schleichweg, der sich an die Hauptstraße Starigrad-Hvar beim dortigen Viadukt einbindet. Diese große Abkürzung ermöglichte noch einen Abstecher zum Küstenort Milna unweit von Hvar-Stadt. Das Dorf mit zahlreichen Fischrestaurants und schönem Strand wurde erst 1950 gegründet. Bislang stand hier nur ein Sommersitz der Adelsfamilie Ivanic aus dem 17. Jahrhundert. Gibt es so etwas wie eine Sehnsucht nach Hvar?

 

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16.5.2010vodice-183

Murter, Kornaten, Primosten, Krka, Sibenik. Namen, die bei erholungshungrigen Erdenbürgern und speziell aber bei den Seglern Begriffe wie „Weihnachten und Ostern zusammen" aufkommen lassen. Die Inseln und Dörfer rund um Sibenik muß man gesehen haben. Nicht umsonst zieht es die Segler aus ganz Europa hierher, um im Windspiel des Jugo (Südwind) und mitunter auch der Bora ( kalter Nordwind) auf den Wellen der superreinen Adria dahin zu gleiten. Der Tourismus hat diese Region mittlerweile voll im Griff. Hotelanlagen, Campingplätze und Appartements sind entlang der Buchten bishin nach Trogir und Split in diesem Teil Mitteldalmatiens dicht gereiht. Hier gibt es absolute Ruhe und auch bei Bedarf haufenweise nächtliche Events. Speziell in den Monaten Juli und August. In den sogenannten Nebensaisonen zeigt sich das Touristische eher von der gemächlichen Seite. Wer extreme Ruhe sucht, der kann auch für seinen Urlaub einen der Leuchttürme auf einsamen Inseln zur absoluten Erholung mieten (Infos: www. adriatic.hr). Abseits vom Massentourismus und der Zivilisation begeht Kroatien alle denkbaren Wege, um individuelle Gäste zufrieden zu stellen. Wie ein Weltwunder präsentiert sich diese „Wunderwelt" der Kornaten. Kleinere und größere Inseln wie Hügel im Meer. Ein Naturereignis der ganz besonderen Art. Hier den Sonnenuntergang auf einem der Segler zu erleben, das trimmt Seele und Geist wieder voll für das Alltagsleben. Dazu ein Glas Plavac und Schafkäse von den Inseln.

Die Inselgruppe des Nationalparks Kornaten beinhaltet unglaubliche 148 Inseln im Verlauf von der Insel Dugi Otok bis zur Insel Zirje unweit von Sibenik. Bis die österreichischen Vermessungsingenieure im 19. Jahrhundert den Archipel der Inseln bis ins Detail durchleuchteten, hatten die Inseln keine Namen. Die einheimischen Begleiter der Landvermesser durften die Inselnamen aussuchen und machten sich bei der Namensgebung einen Riesenspaß. Die Insel Babina guzica heißt demnach „Großmutters Hintern". Noch deftiger betitelt sich die Insel Kurba vela als „große Hure". Die Inselgruppe direkt vor Sibenik beinhaltet die Inseln Zirje und Kaprije mit 33 Inseln. die Region Murter hat 28 Inseln, Prvic 15 Inseln, weiters Zlarin und Krapanj 12 Inseln und Primosten-Rogoznica 14 Inseln. Durchwegs sind alle Inseln steinig. Es wachsen vereinzelt darauf Feigen, Oliven, Weinreben und Mandelbäume. Besonders beliebt und bekannt bei den Seglern ist die Insel Kaprije mit ihren 7 km2 und 130 Einwohnern. Eine Insel als ehemaliger Besitz der Sibeniker Adeligen und erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt. Zahlreiche Vorfahren der heutigen Inselbewohner kamen einstens als Flüchtlinge vor den Türken nach Kaprije. Die lediglich 300 Meter vom Festland gelegene Insel Krapanj hat lediglich eine Fläche von 0,4 km2. Auf Krapanj leben über 2500 Menschen. Interessant ist hier das alte Franziskanerkloster. Berühmt ist die kleine Insel Krapanj durch die spezielle Schwammtaucherei geworden. Die hier erhältlichen Natur-Badeschwämme sind ein beliebtes Mitbringsel.

Direkt beim sogenannten Kanal von Sibenik ist die Koralleninsel Zlarin. Hier war von 1298 bis 1843 der ehemalige Feudalbesitz der Diözese von Sibenik mit der gotischen Kirche der Jungfrau von Raselja. Zlarin heißt auch goldene Insel. Keineswegs übertrieben. Hier gibt es romantische Buchten, Sandstrände und immergrüne Fichtenwälder. Die Frauen verarbeiten auf der Insel die Korallen zu Schmuck. Bei den Erholungssuchenden sehr beliebt ist die Insel Zirje. Ehemals war die Insel ganz mit Eichenbäumen bewaldet. Im 6. Jahrhundert wurde bereits hier als Schutz eine Festung errichtet. Die ersten Bewohner kamen aus Zadar. Dann gelangte die Insel 1059 in den Besitz der Benediktiner. In Folge hatten die Adeligen von Sibenik hier ihre Sommervillen. Im Jahre 1572 verwüsteten die Türken die Insel. Zirje ist ein Geheimtip unter den Urlaubern. Die bislang unbewohnte Insel Kakan wurde als UNO-Projekt für die sogenannte „Stadt der Kinder" als „der siebente Kontinent" ausgewiesen. Der letzte Balkankrieg hat jedoch die Projektfindung wesentlich behindert. Entlang der Küste rund um Sibenik präsentieren sich romantische Buchten und zahlreiche kleine Inseln, die über Brücken mit dem Festland verbunden sind. Wie etwa die kleine Stadt Primosten. Inmitten der alten Fischerhäuser steht die St. Georgs-Pfarrkirche aus dem Jahre 1485. Primosten wurde als Fluchtsiedlung vor den Türken errichtet und ist heute in seiner Baustruktur noch sehr gut erhalten. Mittlerweile hat sich die Halbinsel Primosten mit der Halbinsel Raduca baulich vereint. Am Festland westlich von Sibenik führt die Straße zur Insel Murter. Die größte Insel der gesamten Inselgruppe.

Murter ist bereits seit der Antike bewohnt. Die Inselortschaft Tisno ist über eine bewegliche Brücke mit dem Ortsteil auf dem Festland verbunden. Das touristische Zentrum auf der Insel ist das Fischerdorf Jezera. Die älteste Siedlung auf der Insel ist Murter selbst. In der Römerzeit befand sich hier die Siedlung Collentum. Im Mittelalter wurde Murter Veliko Selo (großes Dorf) genannt. Fährt man mit dem Schiff an den Inseln vorbei nach Sibenik, dann erhält man einen faszinierenden Blick auf die Meeresfestung Hlg. Nikola. Ein gigantisches Bauwerk gegen die Türken. Errichtet vom venezianischen Militärbaumeister Michele Sanmichele. Eine der stärksten Meeresfestungen an der gesamten Adriaküste. In der Gesamtheit war Sibenik ein einziges militärisches Bollwerk in erster Linie gegen die Türken. Auf einem Steinfelsen erhebt sich die Festung Hlg. Ana. Die Festung Hlg. Ivan wurde 1646 auf dem Berg vom venezianischen Militäringenieur Antonio Leni errichtet. Die damals gleichzeitig erbaute Festung Subicevac war wesentlich an der erfolgreichen Abwehr der Türkenangriffe im Jahre 1647 beteiligt. Die älteste Stadtfestung betitelt sich Hlg. Mihovil. Sibenik hat heute 65.000 Einwohner. Die historische Altstadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist umringt von Industrie- und Hafenanlagen. Wenige Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich die Camping- und FKK-Anlage Solaris. Ein seit Jahren sehr beliebtes Ziel erholungssuchender Urlauber.

Infos und Auskünfte:

Kroatische Tourismuszentrale, Wien.

Direktor Ranko Vlatkovic (Mail This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. )

 

 

 

 

 

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Porto Cervo auf Sardinien, Monte Carlo, Nizza, Hvar! Seit wenigen Jahren hat sich die kroatische Hafenstadt Hvar in die auserwählten Destinationen der Superreichen eingebunden. Am Kai vor dem exklusiven Hotel Riva ankern die größten und teuersten Yachten. Wenn die Schiffs-Besitzer zum Abendessen ihre Schiffe verlassen, tauchen sie ein in die nächtliche Menge der Flanierer und Beobachter, der Genießer und Seelenbaumler. Hvar ist wie ein Magnet für die Menschen. Einmal gepackt und niemals mehr losgelassen. Eine Destination für Millionäre und auch das totale Gegenteil davon. Hvar verkörpert Jet Set, Kultur, Kulinarik sowie teuerste Bademoden auf den Schiffsdecks und völlige Nacktheit auf den vorgelagerten Inseln der Stadt. Hvar ist ein Urlaubsund Lebensziel über das ganze Jahr. Mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von über 16 Grad auch im Winter eine Top-Adresse. Die Insel Hvar liegt in ihrer vollen Länge inmitten der Inseln Brac und Korcula und gegenüber der Makarska Riviera. Mit der Fähre von Split ist man in gut zwei Stunden in Stari Grad auf der Insel Hvar angekommen. Noch vor zehn Jahren legten die Fährschiffe im Hafen der Stadt Hvar an. Die zahlreichen Autos hinterließen so manche Schäden an den historischen Hausmauern. Mit der Installierung des Fährhafens in Stari Grad wurde die Stadt Hvar selbst „autolos" gemacht. Vor der Altstadt gibt es einen bewachten Parkplatz.

Eine sehr kurze Fährverbindung gibt es auch von Divenik (etliche Landstraßenkilometer unter Makarska) nach Sucuraj auf Hvar. Wer von Sucuraj vom äußersten Osten der Insel in den äußersten Westen nach Hvar- Stadt gelangen möchte, der braucht auf der engen Romantikstraße sicherlich mehr als zwei Stunden. Allerdings einen Top-Eindruck über die Lavendelinsel inklusive. Die Insel Hvar ist etwas ganz Besonderes in der Inselwelt der Adria. Schon vor 9000 Jahren lebten hier in den einzelnen Höhlen Menschen. Diese Ureinwohner wurden so rund um 2500 vor Christus von den Illyrern verdrängt. Dann kamen die Griechen und gründeten Heraclea, die heutige Stadt Hvar. Die Griechen von der Insel Paros begründeten an der Stelle des heutigen Stari Grad ihre Sied lung Pharos. Davon leitet sich der Name Hvar ab. In Folge durften auch die Römer das Naturereignis Hvar erleben. Die Venezianer kamen dann Jahrhunderte später nach Hvar, um die Insel als Flottenstützpunkt auszubauen. Gleichzeitig wurde auch der Name Hvar vom heutigen Stari Grad (alte Stadt) auf die heutige Stadt Hvar übertragen. So erhielt Hvar seine bauliche Prägung der höchsten venezianischen Baukunst. Wie etwa die Festung Spanjol oder der Dom als Prunkstück der Spätrenaissance. Oder das Theater von Hvar als eines der ersten bürgerlichen Theater in ganz Europa. Das Arsenal präsentiert sich als monumentales Gebäude inmitten der Altstadt. Ehemals errichtet als Werft und geschützter Ankerplatz.

Inmitten der Altstadt präsentiert sich die sogenannte Loggia. Vor diesem fürstlichen Palast präsentieren sich auf dem Kopfsteinpflaster des Domplatzes die zahlreichen Cafes mit ihren einladenden Eisspezialitäten und Long-Drinks. Hvar ist wie Piran oder Rovinj eine dieser ganz besonderen Städte an der Adria. Nur daß man hier eben auch im Winter Sonne und Lebenslust genießen kann. Auch die Franziskaner dokumentierten sich im 15. Jahrhundert in Hvar. Ein imposantes Kloster mit direktem Blick auf die Inseln vor der Bucht. „Das letzte Abendmahl", das großformatige Werk des venezianischen Künstlers Matej Ponzoni-Poncun ist Ziel zahlreicher Touristen. Der über 1000 Jahre alte Baum im Hof des Klosters läßt seine Zweige sanft im feinen Winde schwingen. Der Baum hier hat alles gesehen, alles erlebt. Den Angriff der Türken 1571, die Explosion des Pulverlagers 1579 und das Bombardement russischer Schiffe 1807. Von 1813 bis 1918 wurde Hvar Teil von Österreich-Ungarn. In dieser Zeit war es im Jahre 1866 der österreichische Arzt Dr. Franz Unger, der das ganz besondere Heilklima der Insel auf die Gesundung von Lungenkranken setzte. Der von ihm damals gegründete „Hygienische Verein von Hvar" richtete an Kaiserin Elisabeth die Bitte um Schirmherrschaft und Patenschaft für das erste Hotel auf Hvar. Das damalige Hotel „Kurhotel der Kaiserin Elisabeth" startete im Jahre 1903. Um Jahre zu spät, um die Kaiserin noch bei Lebzeiten erfreuen zu können. Elisabeth durfte nie erfahren, daß Hvar unter die zehn schönsten Inseln dieser Welt gereiht wurde. Mittlerweile sind es auch nicht mehr die Österreicher, die auf Hvar und in der Stadt mehrheitlich auffallen. Heute sind es Engländer, Amerikaner, Italiener, Tschechen und Slowaken. Das Hotel Palace gehört heute zur Hotelkette „ Suncani Hvar". Mit dabei auch das völlig restaurierte „Riva" direkt am Hafen. Das viersternige Hotel hat 54 Zimmer und zählt zur absoluten Hochkategorie an der Adria. Nicht billig aber exzellent. In Hautnähe mit dem nächtlichen Jet Set und den extrem großen Jachten. Die Schiffe sind auch die Kulisse beim unglaublich langen Frühstück auf der Terrasse. Die Eisverkäufer laden während des dritten Ristrettos (kurzer Schwarzer) ihre Verkaufsstände mit neuen Kreationen auf. Arbeiter der Stadt schneiden von den Palmen diverse Fächer. Auf Elektrokarren führen Hotelangestellte Koffer ins Hotel. Weil eben speziell Autos und gottlob Mopeds in Hvar nichts verloren haben. Die einzelnen Taxiboote fahren Nonstop zu den Inseln vor Hvar. Nach Jerolim, Marinkovac usw. Inselparadiese der Naturisten. Hier beenden die letzten Ansätze von Stress und Alltag ihre Wirkung. Der paradiesische Mensch findet hier seinen Ursprung. Irgendwann will man dann doch wieder nach Hvar zurück. Ein Gin Tonic in der Riva-Lounge und dann die Frage nach dem idealen Dinner in Hvar. Kanobas, Tavernen und Restaurants gibt es inmitten der alten Hvarer Innenhöfe in jeder Menge. Die alten Mauern und das Licht der Kerzen vermitteln Atmosphäre und Ambiente pur. Speziell der Hofgarten des Restaurant „Paladini" ist einfach himmlisch. Mitten im Hof ein überdimensionaler Orangenbaum. Empfehlenswert die herrlichen Fischgerichte. Riso Nero (Schwarzes Risotto mit Tintenfischen), Muscheln oder die Spezialität „Gregada". Ein Hvarer Fischeintopf mit Kartoffeln. Zu den zahlreichen Fischgerichten im „Paladini" gibt es die wunderbare Inselweine. Plavac oder den hervorragenden weißen Hauswein. Dazu das legendär gute Weißbrot und Knoblauch gegen die Vampire und Gelsen. Hoffentlich ist der nächste Tag in Hvar auch so begnadet schön?

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Insgesamt sind es 14 „grüne Perlen", die aus dem tiefen Blau der Adria im Süden Istriens hervorstechen. „14 Perlen" in den verschiedensten Größen, von der Natur geprägt. Diese Perlen unweit von Pula sind die Briunischen Inseln. Gut 5,6 Quadratkilometer hat Veli Brijun, die größte der Inseln an Fläche. In der weit mehr als 2000jährigen Geschichte der Inseln, war Brijuni nach dem II. Weltkrieg bis in die 80er Jahre der „Treffpunkt der Welt" des Josip Broz Tito. Für Staatspräsidenten, Minister, Schauspieler. Für Normalsterbliche dagegen waren in all diesen Jahren die Briunischen Inseln Sperrgebiet. Heute ist Brijuni ein besonderes touristisches Juwel. Vom Fischerstädtchen Fazana auf dem istrischen Festland mit dem Fährboot in wenigen Minuten zu erreichen. Und es ist speziell dieser eigenartige mystische Zaubermantel, den Tito hier über die Inselgruppe breitete, der nun so viele Menschen nach Brijuni zieht. Die klimatisch besonders begünstigten Inseln waren schon in vorgeschichtlicher Zeit ein Lebensraum der damaligen Menschen. In der Zeit der Römer ( ab 177 v. Chr.) entwickelten sich die Inseln zu einem Ort der Sommerfrische für reiche römische Bürger aus Pula. Überreste von Villen, Tempeln und einer Sommerresidenz der Kaiser aus der Zeit der römischen Herrschaft sind eingebettet in das Grün der Inseln. Zudem die späteren baulichen Erinnerungen an Ostgoten, Byzantiner, Franken und Venezianer. Spä ter, ja sehr viel später errichtete Österreich hier ein gewaltiges Festungssystem, um den KK-Kriegshafen Pula militärisch abzusichern. Doch in der Zwischenzeit hatte sich auf Brijuni auch die Malaria eingenistet. Die Insel-Bevölkerung wurde stark dezimiert. Es war dann der deutsche Bakteriologe und Nobelpreisträger Dr. Robert Koch, der auf Brijuni die Malaria ausrotten konnte. Und es war der österreichische Industrielle Paul Kuppelwieser, der seine Vision von Brijuni zur Lebensaufgabe machte. Kuppelwieser kaufte 1893 die gesamte Inselgruppe. Er errichtete hier mit all dem Geld, das er nur auftreiben konnte, eine extrem elitäre Sommerfrische für Adel und Geldadel der damaligen Großmacht Österreich. Er baute Hotels, Badeanstalten, Spielplätze für Golf und Tennis, eine Pferderennbahn, gut 80 Kilometer an Verkehrswegen und gar eine Wasserleitung bis Fazano auf dem Festland. Paul Kuppelwieser war ein Visionär und seiner Zeit um viele Jahrzehnte voraus. Der I. Weltkrieg und der Niedergang der Donmonarchie waren auch für Kuppelwieser, den touristischen Vater von Brijuni das Ende aller Visionen und Zukunftschancen. Höchststeuern der nunmehr italienischen Besatzungsregierung, die verordnete Schließung des Spielkasinos und ein mittlerweile hoher Schuldenberg trieben die bislang noch immer privaten Briunischen Inseln im Jahre 1936 in die Zuständigkeit des italienischen Staates. Bis 1943 hatten die Italiener ihre Freude an Brijuni. Doch gegen Ende des II. Weltkrieges ließen die Alliierten ihre Bomben auf Brijuni fallen und zerstörten nahezu alles. Die Hotels und die Freizeiteinrichtungen, die visionären Leistungen des Österreichers Paul Kuppelwieser. Im Jahre 1948 fielen dann die Briunischen Inseln Kroatien im Rahmen der Volksrepublik Jugoslawien zu. Und Josip Broz Tito machte die Inseln zu seinem persönlichen Eiland. Nach der Errichtung der „Weißen Villa" wurde die Inselgruppe Titos Sommerresidenz und für die gesamte Öffentlichkeit gesperrt. Dafür kamen jede Menge politischer und medialer Persönlichkeiten zu Tito nach Brijuni. Am 19.Juli 1956 unterzeichneten Tito, Ägyptens Nasser und Indiens Nehru in der „Weißen Villa" die sogenannte „Deklaration von Brijuni", das Gründungsdokument der damaligen blockfreien Staaten. Tito wurde somit auf Brijuni zu einer weltpolitischen Schlüsselperson innerhalb der blockfreien Welt, aber auch zwischen Ost und West. Die Welt traf sich somit in Brijuni bei dem hervorragenden Gastgeber Tito. Bishin zu Breschnew, Brand, Ulbricht, Kreisky aber auch Richard Burton usw. Die afrikanischen Staatsoberhäupter stellten sich mit speziellen Gastgeschenken ein. Mit Antilopen, Panther, Zebras, Giraffen, Straußen, Dammhirschen, Lamas und Elephanten. Als „Bewohner" des Safariparks, den Tito hier errichten ließ. Dazu die wunderschönen Parkanlagen und die geschaffene Naturlandschaft mit einer Vielfalt an Gewächsen, Bäumen und Blüten. Ein Mekka für viele Vögelarten, die sich Brijuni zu ihrer Heimstätte gemacht haben. In all den Jahren seiner Regentschaft fuhr Tito mit seinem offenen Cadillac über die Insel. Mit Sonnenhut, weißem Anzug und Sonnenbrille samt Zigarre. Die Mandarinen auf der Insel pflückte er für die Fotos und schenkte sie den Kindern seines jugoslawischen Reiches. Über die vielen Staatsempfänge, die Treffen mit Prominenten und das leibhaftige Leben Titos gibt es im Museum auf Brijuni eine große Bildergalerie mit all den Fotos dieser interessanten Epoche und somit der letzten Jahre Jugoslawiens. Zu sehen sind auch in einer eigenen Abteilung ausgestopfte Tiere des Safari-Parks, von denen sich Tito auch durch den Tod nicht trennen wollte. Mit der Gründung Kroatiens wurde auch die allgemeine Sperre von Brijuni aufgelöst. Zahlreiche Touristen stürmen seither die Insel. Für ein paar Kuna darf man sich in Titos Cadillac setzen und bekommt ein Foto fürs Familienalbum. Für Romantiker und Golfer gibt es die Hotels Neptun-Istra, Karmen, Jurina und Luxusvillen direkt am Meer. Eine wundersame Idylle mit der Mystik einer Vergangenheit von den Römern bis zu Tito. Wenn der weit über 1000 Jahre alte Olivenbaum im Park nur erzählen könnte? Von all den vielen Geschichten auf Brijuni.

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Ich bin vom Sternzeichen her ein Fisch. So prägte seit meinen frühesten Kindheitserinnerungen das Element Wasser auch immer mein Leben. In meiner oststeirischen Heimatstadt Feldbach war somit die Raab als Fluß immer mein Ziel. Darin schwimmen, tauchen, Bootfahren und fischen. Als ich dann später das Meer erschnuppern konnte, entbrannte eine glühendheiße Liebe zur Adria. Damals Jugoslawien. Heute die Meeresufern von Slowenien und Kroatien. Schon sehr früh, Ende der 60er Jahre hatte ich das damals noch elitäre Küstenschiffpatent in der Tasche. Das dazugehörige eigene Schiff blieb mir über all die vielen Jahre verwehrt. Im letzten Spätsommer hat dann ein sehr guter Bekannter meine Frau und mich auf sein Schiff eingeladen. Vielleicht weil ich ihm als Langzeit-Kapitän ohne Schiff leid tat. Jedenfalls war der Treff in der Marina in Novigrad. Ein hochmoderner Yachthafen mit Restaurant und topfeinen sanitären Einrichtungen.

In unmittelbarer Nähe eine malerische mittelalterliche Stadt mit herrlichen Bauten und zahlreichen Restaurants und Grill- Buden. Der sinnliche Geruch nach Cevapcici und Fisch in allen Varianten rundete das Traumbild von der Adria mit Meer, Sonne und bestem Essen perfekt ab. Die Muscheln schmecken hier ganz hervorragend. Irgendwann in der Antike soll Novigrad (Cittanova) von Flüchtlingen aus Emona ( Laibach) gegründet worden sein. Aber auch die Griechen haben sich damals bis Koper an den strategischen Küstenpunkten angesiedelt. In die Bucht von Novigrad ergießt sich auch der Fluß Mirna. Dem Tal des Flußes ins Innere Istriens folgend, gelangt man nach Motovun und Buzet. Die beiden Städte sind nicht nur wunderschön, sondern auch die traditionellen Orte für die wunderbaren Trüffel. Welch Glanz allerdings ist solch eine kleine Yacht. Ganz in weiß mit einem türkisfarbenen Stoffdach als Sonnenschutz steht dieses Schiff als Wohnstätte für die nächsten Tage bereit zur Abfahrt. Die von mir mitgebrachten Flaschen steirischen Weines finden locker Platz im großen Kühlschrank der voll ausgestatteten Küche. Zudem zwei Schlafkabinen nebst Toilette und Dusche. Groß genug für vier Personen, die ansonsten nicht unbedingt beengt leben. Die allermeiste Zeit sitzt man ohnehin auf der riesigen weißen Garnitur im Heckbereich. Im Mittelpunkt ein Tisch für die Schiffsjause. Direkt darunter im „Unsichtbaren" des Schiffrumpfes die wichtigste Technik des Schiffes: Die zwei je 270 PS starken Volvo-Diesel- Aggregate. Ziemlich gigantisch. Das Boot selbst kommt aus der italienischen „Schiffsschmiede". Elegant, bequem und optisch ein wahres Zuckerl. Die nahezu 600 PS lassen das Boot aufbäumen, wie einen weißen Schimmel. Wie ein Brett fliegt das Boot über das türkisblaue Wasser und hinterläßt eine kilometerlange weiße Gischt.

Der Anblick von Porec dämmt automatisch die Geschwindigkeit. An den Ufern überall die Hochburgen von FKK. Nirgendwo auf der Welt hat sich die Freikörperkultur, also das pure Nacktsein zu so einer natürlichen Form entwickelt, wie in Kroatien. Das Nackte am Meer ist hier mittlerweile beheimatet. Lediglich die Textilindustrie jammert um die hunderttausend Bikinis und Badeanzüge, die hier verweigert werden. Porec zählt seit Jahren zu den größten „Tourismusburgen" Kroatiens. Eine Stadt, die noch voll beseelt ist von den Bauten des Römischen Imperium. Einstens auch kirchliches Zentrum und ab 1861 Sitz des Istrischen Parlaments in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Herrliche alte Bauten, wunderbare Restaurants und seit Jahren ein Zentrum für den Tennissport in professionellster Form. Mittlerweile bin ich mit dem Schiff voll in Einklang gekommen. Der Wellengang ist nämlich recht ruppig. Das Schiff erreicht Schwünge wie in der Achterbahn. Die wunderbare Inselwelt vor Vrsar (Orsera) läßt das Meer wieder ruhiger werden. Vrsar leitet sich vom Begriff Quellwasser ab, zumal die Seeleute in der Geschichte hier das beste Wasser für die Schiffe einholten. Die mittelalterliche Stadt liegt direkt neben dem Lim Fjord, einer wunderschönen Meerenge, geprägt von der Urzeit. Zahlreiche kleine, in angenehmen Grün bewachsene Inseln stehen wie Pilze im blauen Meer. Es ist geraten, nicht zu nahe an den Inseln vorbeizufahren. Immer wieder laufen Boote auf Karstrinnen auf, was wohl oder übel den „Untergang" bedeutet. Im Blickfeld nun die Ferienanlage Koversada. Ein eigenes FKK-Dorf in prachtvoller Landschaft mit attraktiven Bungalows, Sportanlagen, Shop, Friseur, Lebensmittelgeschäften, Restaurant usw. Die zahlreichen Stammgäste schwärmen seit Jahren vom gewaltigen Erholungswert auf diesem himmlischen Plätzchen direkt am Meer.

Das Navi auf dem Schiff hat nun Rovinj erfaßt. Viel zu schnell präsentiert sich etwas vorgelagert der wunderschöne Kirchturm dieser einzigartigen mittelalterlichen Stadt. Wie ein Kreis im Meer die Halbinsel von Rovinj mit den verschachtelten uralten Häusern. Mit den zahlreichen engen Gassen, wunderbaren Kanobas und Restaurants. Es duftet hier förmlich nach Muscheln Buzara, Oktopussalat, Drachenkopf aus dem Rohr, Wolfsbarsch vom Rost und natürlich auch nach Trüffeln. Auf dem alten Kopfsteinpflaster führen alle Wege zur Kirche hinauf. Dort in einem Steinsarkophag ruhen die Überreste der Heiligen Euphemia. Ein magischer Ort und zugleich eine „Tankstelle" für Energie und Kraft. Mit dem Schiff genießt man die allerschönsten Perspektiven dieser wunderbaren Städte von der Seeseite. Bald wird es Zeit, doch einen Hafen anzulaufen. Per Sprechfunk wird klar, daß der alte Yachthafen von Vrsar bis auf den letzten Platz voll ist. In angespannten wirtschaftlichen Zeiten bleiben immer mehr „Kapitäne" mit ihren Booten im Hafen. Eine Philosophie wie auf Dauercampingplätzen oder in Schrebergärten. Nur, daß in den Yachthäfen die Boote nahezu aneinander liegen. Jedes Schnarchen auf einem der Nachbarboote wird großräumig registriert. Der übliche Genuß von Wein und Bier auf den Schiffen dämmt jedenfalls die gegenseitige Wahrnehmungsfähigkeit. Als Alternative zum Hafen von Vrsar erweist sich der neue Hafen von Funtana in unmittelbarer Nähe. Ein idyllischer Hafen mit allen erforderlichen Einrichtungen. Ein nächtliches Gewitter schließt einen erlebnisreichen Tag ab. Wenige Tage auf einem Schiff vor der Küste Istriens, die Balsam für Seele und Gemüt sind.

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Musiker und Komponisten sind keine Landvermesser und Geographen. Für Komponisten gilt die Geschmeidigkeit eines Wortes im Musikalischen. So ist die Ortschaft Siofok am südlichen Plattenseeufer zwar landschaftlich und kulinarisch empfehlenswert. Doch für einen Komponisten ohne jeglichen Klang und ohne Gereimtheiten. Ein gewisser Imre (Emmerich) Kalman wurde am 24. Oktober 1882 in jenem Siofok geboren. Jener Emmerich Kalman sollte später in Wien mit seinen Operetten „ Czardasfürstin", „Gräfin Mariza" und „Die Zirkusprinzessin" zum Star der deutschsprachigen Operettengeschichte werden. Im Jahre 1938 verließ er Österreich. Emmerich Kalman war Jude. Als Kind sah ich im Kino des Gustl Pfister in Feldbach den Film „Gräfin Mariza". Dann mit Marika Röck die illustre Tanz- und Gesangsversion der „Gräfin Mariza" mit ihrem paprikagetränktem Temperament und dem unglaublichen Ohrwurm „ Komm mit nach Varazdin! Solange noch die Rosen blüh'n!" Nach dieser Darstellung der „Gräfin Mariza" verbannte man Varazdin in die tiefste ungarische Puszta. Eine geographische Falschdarstellung. Varazdin hatte zwar in der langen Geschichte mit dem Ungarischen etliches „am Hut". Doch Varazdin liegt im heutigen Kroatien und kaum 60 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Die Österreicher kennen als Urlauber seit Jahrzehnten nahezu jeden Stein zwischen Istrien und Dubrovnik. All jenes, was Sonne und Meeresrauschen verbindet.

Das restliche Kroatien östlich von Zagreb verblieb im Verborgenen. So rutschte Varazdin auch mit Hilfe der „Gräfin Mariza" fernab in die ungarische Puszta, in ein idyllisches „Niemandsland" zwischen Plattensee und Tokai mit viel Gänsebraten, Palinka, Salami und feschen Paprikasch-Madeln. Aber Varazdin ist ganz woanders. Das haben die Bad Radkersburger schon vor Jahren erkannt und mit Varazdin eine Städtepartnerschaft geschlossen. Daß die Musik Varazdin umarmt, ist auch ohne die „Gräfin Mariza" eine Tradition der Jahrhunderte. Für die Kroatisch-Österreichische Kulturgemeinschaft ist seit 17 Jahren der Varazdiner Gala Ball der Höhepunkt jedes Jahres. Ein Ballerlebnis im wunderbaren Gebäude des Kroatischen Nationaltheaters. Immer mit dabei etliche Bad Radkersburger, Konsul Hofrat Dr. Nikolaus Hermann und traditionell die Bad Gleichenberger Big Band samt der Top-Sängerin Ulrike Tropper. Die Nähe zu Varazdin, zu einer Kulturhochburg und zu einer Weinregion mit herrlicher regionaler Kulinark haben einige wenige Österreicher schätzen gelernt. Doch es ist niemals zu spät! Also auf zu einem Trip nach Varazdin. Über die slowenische Weinregion Luttenberg, Jeruzalem und Ormoz ist es nur mehr ein Katzensprung nach Varazdin. Varazdin ist eine einzigartige Bühne der barocken Baukunst mit einem eigenartig vitalen und verspielten Innenleben. Musik, Lebenslust und Überlebensfreude spiegeln sich an den Fassaden, Plätzen und Menschen wider. Der Orgelmann an der Straße in seinem perfekten Frack ist ein zufälliges Symbol dieser Stadt. Einer Stadt, die ein Übermaß an historischen Baustätten aufweist und dennoch in der Seele der Menschen so ausgesprochen freundschaftlich geblieben ist. Es gibt in den Außenbereichen der Stadt sicherlich arme Menschen.

Aber nirgendwo herrscht in Varazdin dieses in Österreich nahezu schon „organisierte Betteln". Wer hier etwas verdienen will, der muß arbeiten. Varazdin ist eine freie Königsstadt seit dem Jahr 1209 und war von 1756 bis 1776 Hauptstadt Kroatiens. In seiner langen kulturellen Entwicklung wurde Varazdin eine Stadt der Musik, des Barocks und der Blumen und erhielt den Beinamen „Klein-Wien". Varazdin ladet mit seiner barocken Kulisse zum Flanieren und Gustieren ein. Kleine Cafe's, wunderbare Konditoreien und kleine Restaurants liegen an den Flaniermeilen des Zentrums. Dazu höchst interessante Museen, die Burg, das Rathaus, die Kirchen und die barocken Palais. Bauliche Denkmäler, die an jene Zeiten erinnern, in denen Varazdin die mitteleuropäische Geschichte mitgeschrieben hat. In der barocken Beschwingtheit dieser Stadt spürt und hört man nicht nur Musik. Hier werden seit vielen Jahren hochwertige Musikinstrumente in Handarbeit erzeugt. Geigen, Violinen, Gitarren und Tamburizzas. Erstklassige Instrumente in höchster Qualität aus Ahorn und aus einer speziellen Fichtenart, die nur in den Gebirgsregionen Kroatiens und Bosniens wächst. An den alljährlichen Barockabenden im Herbst finden all diese Instrumente ihr ganz großes Orchester. Bodenständiges Handwerk ist in Varazdin ein Begriff und schlußendlich auch eine Attraktion für die Touristen. Der Handwerkshof im Zentrum der Stadt bietet einen Einblick in Kunst, Kultur und Handwerk der Region. Bodenständig und zuweilen deftig sind die kulinarischen Spezialitäten. Zu den traditionellen Fleischrollen, Gänse- und Entenbraten oder Wild gibt es oftmals „Strukli" (Strudel) und „Mlinci" (Teigfladen).

Die Drau und der See Varazdino Jezero bietet jede Menge frischer Fische. Spezialitäten mit Karpfen, Forellen, Hecht usw. Varazdin ist auch eine Stadt der Blüten, Blumen und Parkanlagen. Idyllische Plätze findet man rund um die Palais. Aber auch vor den meisten Bistros und Cafes laden Schanigärten zum Verweilen ein. Ein Treffpunkt der Varazdiner und der Touristen ist auch der Friedhof. Etwas ungewohnt und einzigartig präsentiert sich dieser Friedhof als Juwel der Gartenarchitektur der Stadt. Seit 1773 gibt es diesen Friedhof am westlichen Stadtrand. Bis zum Jahre 1905 war der Friedhof nicht mehr oder minder anders als jeder andere Friedhof von Varazdin bis Wien. Der Maler und Vordenker Herman Haller begeisterte damals mit seiner visionären Idee für einen „Park der Lebenden". Haller durfte seine Vision verwirklichen und zu einem idyllischen Park umfunktionieren. Ein Friedhof, der als Juwel der Gartenarchitektur für die Besucher einen Ort der Erholung darstellt. Eine architektonische Brücke zwischen Leben und Tod. Varazdin ist eine Reise wert.

Infos und Auskünfte:

Kroatische Tourismuszentrale Wien

Direktor Ranko Vlatkovic

Tel. 01/5853884

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