Süd Ost Journal

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Die Nacht in der sehr sauberen Bungalow-Hütte in der Zebra-Lodge in der Kimana war erfrischend. Der Kilimanjaro ist nicht weit entfernt und im August ist sowieso „Winterzeit" in Kenia. Der Geruch von Pflanzen, Blüten und Bäumen wiegt sich der Luft. Klare, frische Luft. Ja, lediglich das Holzfeuer für den heißen Morgentee bringt zusätzlich einen Geschmack uriger Düfte in dieses weite Land. Der Safari- Trip des African Safari Clubs ist ein Relax-Urlaub für Seele und Geist. Für das Wunschbild schon der kleinen Kinder, Löwen, Elephanten und Affen zu sehen. Und das nun in einem „Paketerlebnis" auf einer viertägigen Safari im „wilden Afrika".

Wild ist weder Afrika, noch sind es die Masai und Kikuyu oder die sogenannten wilden Tiere. Die Natur und die Götter der Natur haben hier über viele Jahrtausende alles bestimmt. Dann kamen die Araber und unterjochten die Schwarzen als Sklaven. Irgendwann kamen mit den Weißen auch Kolonisierung, Industrialisierung, Stadtflucht, Großwildjäger und Maschinengewehre. Afrika wurde zum Stückwerk der europäischen Kolonialmächte. Die Grenzen wurden über hunderte Kilometer gerade gezogen. So wie die Grenze zwischen dem ehemaligen britischen Kenia und dem deutschen Ostafrika (heute Tansania). Durch die Masai Mara bishin zum Viktoriasee, der zwischen Kenia, Tansania und Uganda aufgeteilt wurde.

Mit Ende des I. Weltkrieges hatten zwar die Deutschen ihr Deutsch Ostafrika verloren. Aber auch die Engländer konnten, wenngleich auch Siegermacht, ihre Träume von den Kolonien begraben. Denn speziell die Engländer hatten hier in Afrika allzu lange ihre dekadenten Spielchen getrieben. Auf dem Rücken der hier lebenden Schwarzen. Außenseiter dieser Club-Gesellschaft waren Menschen wie eine Karen Blixon, die Autorin von „Jenseits von Afrika". Eine Dänin, die hier auf den Hügeln bei Nairobi Kaffee ernten wollte. Was ja keineswegs falsch gewesen wäre. Kenia erwirtschaftet heute mit Kaffee und Tee über die Hälfte aller Exporteinnahmen des gesamten Landes. Kenia ist auch der zweitgrößte Tee-Exporteur hinter Sri Lanka.

Aus Sympathie zu Karen Blixon habe ich vor Jahren auch deren Grab im dänischen Rungstedlund in der Nähe von Kopenhagen besucht. Wer den Film „Jenseits von Afrika" gesehen oder das Buch lesen hat, der ist von Kenia und der Masai Mara irgendwie infiziert. Nach der sehr frühen „Frühpirsch" in der Wildnis rund ums „Zebra-Camp" gibt es dann ein herzliches „Asanteni!" (auf Wiedersehen!) bei unseren Masai- Wächtern. Die zweimotorige Maschine auf dem Flugfeld bekommt noch ein wenig Kerosin. Mit Handpumpen aus den hier lagernden Fässern. Wenig später heben die zwei Piloten die zweimotorige Maschine mit den Safari-Teilnehmern vom Flugfeld ab. Schnell und unkonventionell. Ich springe noch schnell von meinem Sitz auf, um die Bordtüre zu schließen. Das ist halt Afrika und das regt hier auch niemanden auf.

Unser Ziel ist die Masai Mara. Das Buffalo Camp des African Safari Club hier in der Masai Mara ist schlichtweg eine tolle Anlage. Mit schönen Bungalow- Hütten, einem Camp-Restaurant, Feuerplatz und einer Terrasse über dem idyllisch fließenden Fluß. Zahlreiche Flußpferde tummeln sich in dem Wasser. Große tonnenschwere Viecher, die gar nicht so harmlos sind, wie es scheint. Von all den Wildtieren in Kenia sind es die Flußpferde, die hier die meisten Menschen umbringen. Viel mehr als Schlangen und Löwen. Nach dem Bezug der Zimmer in den Bungalows und einem Mittagessen am Feuergrill ist wieder Safari angesagt. Löwensuche steht auf dem Programm. Mit den Gelände-Jeeps geht es quer durch die golden farbigen Weiten der Masai Mara. Die Fahrer wissen, wo die Löwen liegen und die Löwen kennen mittlerweile die zebra gestreiften Fahrzeuge voll mit Touristen. Manche der Raubkatzen regen nicht einmal ein Ohr. Andere kommen zu den Fahrzeugen, um ein wenig brüllend den Geruch der Endorphine der „Greenhorns" in den Fahrzeugen zu erschnuppern. Einige der Löwen treiben ganz ungeniert ihre Liebesspiele. Mit aller nur erdenklichen Triebhaftigkeit. Animalisch eben. Irgendwann ist dem Löwenpaar der menschliche Vojourismus zuviel. Langsam entfernen sie sich.

Die Sonne des späten Nachmittags vergoldet mit ihren Strahlen die Landschaft. Das Fell der Löwen glänzt golden. Nach wenigen Minuten sind die Löwen im Blickfeld mit dem schimmernden Gold der Masai Mara verschmolzen. Nach etlichen Gnus, Zebras, Hyänen, Löwen und Giraffen findet der Fahrer in entsprechender Entfernung eine Gepardin mit ihren Jungen. Die Gepardin ist auf ein Gnu fixiert. Die Gepardin kalkuliert Entfernung, Geschwindigkeit und die panische Ausweichroute des Gnus. Gedanklich ist das Gnu für die Gepardin bereits tot. Doch mittlerweile spielen die kleinen Geparden-Babys rund um einen Baumstamm. Einer der putzigen Wollknäuel muß natürlich auf den Stamm klettern. Tollpatschig fällt es mit einem Plumps herunter. Und weil das Gnu halt doch keine „blinde Kuh" ist, ist dies wiederum der Moment, wo es dem Gnu blitzschnell dämmert. Ein Gepardenbaby ist niemals ohne Gepardenmutter. Und ein Geparde frißt ausschließlich Fleisch und besonders gerne das von einem Gnu. Wie ein Blitz wirft das Gnu seine Hufe in den Boden und rettet sich in Richtung Rudel. Nochmals gerettet, denkt das Gnu. Von den Babys alles vermasselt, denkt die Gepardin. Einer muß hungrig bleiben, einer überlebte dafür. Wenigstens diesen Tag. Denn sicher ist für all die Tiere in dem großen Nationalpark nichts. Der Schnellere, der Größere, der Intelligentere frißt den Schwächeren. Die Masai Mara, ein Vorbild für das Wirtschaftsleben in der Zivilisation? In einem Zeitraum von knapp 25 Minuten hat sich der Tag zur Nacht gewandelt. „Sunrise" heißt diese Faszination in der Nähe des Äquators. Bei einem Drink am Holzfeuer im Mara Buffalo Camp erlebt man nochmals gedanklich den Tag. Am frühen Morgen startet die nächste Morgenpirsch.

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Nach einigen Tagen in der Masai Mara beginnt man langsam in dieses Afrika, in diese wunderschöne Wildnis Kenias hineinzuwachsen. Man schaut weniger auf die Uhr, dafür spürt man die Zeit verstärkt durch den Stand der Sonne. Das ferne Brüllen der Löwen wird zur gewohnten Kulisse. Man wird hier sehr bald ein „weißer Afrikaner". Den Reiz Afrikas hat mittlerweile auch die Filmindustrie entdeckt. Nach „Jenseits von Afrika" überbieten sich die Filmemacher geradezu mit diversen Filmen rund um Abenteuer, Sehnsucht und Begierden auf dem Schauplatz Afrika. Meine Tage auf der Fotosafari in der Masai Mara sind gezählt. Dutzende Filme „leergeschossen" mit Löwen, Affen, Nashörnern, Elephanten, Antilopen, Gnus, Flußpferden und Giraffen. Eine reiche Fotobeute. Es ist noch gar nicht lange her, da hatten die Safari-Touristen statt der Kameras ausschließlich Gewehre in den Händen.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts startete das Zeitalter der sogenannten Großwildjäger in der Masai Mara. Die Masai selbst hatten das Land zuvor verlassen. Pocken hatten die Masai und die Rinderpest deren Vieh dezimiert. Somit gehörte die Masai Mara wieder den wilden Tieren und in der Folge den Großwildjägern. Bis 1961 hatten die Großwildjäger die Masai Mara regelrecht „leergeschossen". Lediglich neun Löwen konnte man damals in dem riesigen Gebiet zählen. Ganz anders lebten die Masai in Bezug auf die Tierwelt. In ihrer nahezu kultischen Auffassung, daß alles Vieh der Erde ein Geschenk Gottes an die Masai sei, drehte sich vorrangig alles um ihre Rinderherden. Die Rinder im Bestand zu schützen und auch einfach anderen Stämmen wegzunehmen.

Für all diese kriegerischen Formen hatten die Masai ihre „Morani". Spartanisch lebende Krieger, groß, schlank und in die typischen rotgemusterten Umhänge gehüllt. Jeder „Morani" hatte einmal als Bestandsprüfung mit dem Speer einen Löwen erlegt. Bis auf die Löwen und einige Antilopen wegen des Fleisches, erlegten die Masai ansonsten keine wilden Tiere. Denn das traditionelle Ernährungsmenü der Masai war immer Milch und Blut. Die Milch von den Rindern. Und das Blut genauso. Mithilfe eines stumpfen Pfeiles wird die Halsschlagader eines Rindes angeschossen und Blut für den täglichen Bedarf angezapft. Wegen dieser eigenwilligen Lebensformen wurden die Masai zu Afrikas Kultvolk hochstilisiert. Geachtet, gefürchtete und verehrt.

Die Masai verachteten wiederum all die anderen Stämme der Ackerbauern. In der Ablehnung, die Erde zu bebauen. Auch nicht einmal ihre Toten versenkten die Masai in die Erde. Erde und Landrechte sind den Masai völlig egal. Demnach wollen sich die Masai auch heute noch nicht an die Tatsache gewöhnen, daß ein bestimmtes Land auch einer bestimmten Person oder Institution gehört. Ob die Masai Mara ein Reservat ist oder nicht. Die Masai sind in ihrer gesamten Stammeskultur Krieger und Viehzüchter geblieben. In den Gedanken weit entfernt von den touristischen Entwicklungen des modernen Kenia. Früher wurde ein Masai-Krieger nach der Erlegung eines Löwen mit dem Speer in der gesamten Masai Mara gefeiert. Heute wird er wegen der derselben Tat eingesperrt. Eine tiefe Kluft zwischen dem „modernen" Kenia und dem stolzen Volk der Masai ist angesagt. Entwicklung und Zeit sprechen gegen die Masai. Die Masai Mara und die Masai haben sich in mir eingeprägt. Für ewig.

In der Nähe des Mara-Rivers treffen wir auf einen ganzen Elephanten-Clan. Ein paar Dutzend. Einige Bullen, etliche Weibchen, süße Elephantenbabys und auch „Senioren". Genau geordnet in Form einer Karavanne. Niedlich, süß und auch gefährlich. Ein Bulle kommt ziemlich nahe mit seinen gewaltigen Stoßzähnen an unseren Jeep heran. Tansania ist einen Steinwurf entfernt. Uganda und der Viktoria See liegen kaum 200 Kilometer entfernt. Dorthin zu kommen, das wäre schon ein Anreiz. Aber die paar Tage für die Safari sind praktisch aufgebraucht. Der zweimotorige Flieger des African Safari Clubs wird bereits auf der Graspiste aufgetankt. Alles andere als nach der landesweit üblichen „Pole Pole"-Manier (langsamlangsam) agieren die beiden Busch- Piloten. So hurtig startet die Maschine, daß gar die Einstiegstüre noch voll geöffnet ist. Während die Maschine über die Savanne hinwegbraust, schließe ich als Ersatz- Steward die Lukentür. Unter uns breitet sich die Masai Mara in einem gelblich-roten Farbenspiel der Nachmittagssonne aus.

Nach etwas über zwei Flugstunden erreichen wir wieder Mombasa. Das Ziel der „Erholung" nach der Safari ist das „Kasr Al Bahar". Eine schmucke, kleine Hotelanlage nördlich von Mombasa direkt am Mtwapa-Creek. Der Shuttle-Bus des African Safari Club muß hier an zwei Passierstellen anhalten. Einzelne Männer, einige in gestreiften Kleidungsstücken, schlendern den Weg entlang. Man fährt durch das Areal des größten Gefängnisses Kenias mit gut 3.000 Häftlingen. Hat man dann Kasr Al Bahar erreicht, sind die Häftlinge schnell vergessen. Ein wunderschönes Schloß der arabischen Bauart. Einstens als eine Art „Liebesschloß" von einem arabischen Prinzen gebaut. Jetzt in Besitz des African Safari Clubs als besondere Adresse für idyllische Seelenurlaube in Kenia. Für Kinder vollkommen ungeeignet. Alle Suiten sind individuell nach arabischem Muster eingerichtet. Ein Platz für Poeten, Götter und Liebende. Über einige Stufen führt der Weg zur eigenen Anlegestelle am Mtwapa-Creek. Heute ist diese lange flußähnliche Meereseinbuchtung ein begehrter Platz für Villen der reichen Deutschen, Engländer und Italiener. Wie schnell, günstig und billig auf dem Areal des Kasr Al Bahar jeder Gast Golfspielen erlernt, erklärte General Manager Hans Harald Koschany. Mit eigenem Pro ist der Golffrischling hier in gut zwölf Tagen samt Zertifikat „ausgelernt". Zum Schnäppchenpreis. Ja, das allein wäre schon Anreiz genug, romantische Tage und Nächte im „Kasr Al Bahar" ins Auge zu fassen. Info: African Safari Club, Tel. 0316/812381.

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"Der Fluß fließt heim ins Meer nach Malindi!" Lautlos umspülen die Wassermassen des Sabaki-Flußes die vielen kleinen mit hohem Schilf bewachsenen Flußinseln. Manche der Inseln sind nicht größer als ein paar Quadratmeter. Angenehme Kühle steigt vom Wasser auf. Eine hohe Steinmauer trennt das sandige Ufer des Sabaki. Auf der darauf errichteten Terrasse sitze ich mit Richtung zum Fluß in einem geflochtenen Clubsessel im so genannten „Crocodil Camp". Die abendliche Sonne läßt den Sand am Ufer golden schimmern. Zeit für Gedanken zu Kenia und zu Tsavo East, dem großen Nationalpark im Südosten dieses afrikanischen Staates. Mit dem Aufenthalt im Crocodil Camp, nahe der Nationalpark-Einfahrt Sala Gate, enden die traditionellen Tsavo-East-Safaris des African Safari Clubs.

Natürlich sind die Safaris zu einer Touristenattraktion geworden. Kameras haben längst schon die Gewehre abgelöst. Längst vorbei sind die Safaris, auf denen reiche Weiße Elefanten, Löwen und Leoparden niederknallten. Sogar Ernest Hemmingway zog es mehrmals nach Kenia, um dieses „berauschende Gefühl" von Afrika pur zu erleben. Diese Großwildjäger erlagen der vermeintlichen Faszination vom Abenteuer. Alkohol, Schießwut und Kolonialherren-Anwandlungen waren die Begleiter dieser Männer, die dadurch noch männlicher sein wollten, als eben Herr Normalbürger. Afrika lockte immer schon exzessive weiße Menschen. Wie all die Typen in Karen Blixons Biografie „Out of Africa" ( Jenseits von Afrika) oder speziell Ernest Hemmingway und viele andere. Sie alle suchten den Nervenkitzel, den der Tod hier als ständiger Begleiter des Lebens verspüren läßt. Ich meine damit nicht all die vielen, immer wieder aufbrechenden Unruhen und Gemetzel in Schwarzafrika. Ich denke nicht an den blutgetränkten Mau-Mau-Aufstand hier in Kenia, sondern an die vermeintliche Idylle dieses touristisch erschlossenen Nationalparks. Um zu leben und zu überleben, frißt hier so ziemlich jeder jeden.

Fast jedes Tier ist ein fixer Bestandteil der Nahrungskette eines anderen Tieres. Und die Wasserstellen und Flüsse sind die Hochburgen einer „Idylle des Todes". Hier zum Wasser kommen alle Tiere. Die einen, um Wasser zu saufen, die anderen, um frisches Fleisch zu fressen. Wenn es gar zu ruhig wird, dann durchbricht blitzartig ein Gepard oder eine Löwin die Stille und reißt eine Antilope oder ein Zebra aus der Gruppe der Artgenossen. Mittlerweile ist über dem Sabaki-Fluß die Sonne untergegangen. Blitzschnell läuft der Sunrise, der Sonnenuntergang, hier ab. In knapp einer halben Stunde ist die Sonne hinter dem Horizont verschwunden. Pechschwarze Dunkelheit hat sich über das Land gebreitet. Damit beginnt das aktive Leben jener Tiere, die in der Hitze des Tages in einem Versteck liegen. Man hört das dumpfe Grunzen der Flußpferde im Wasser. Die tollpatschig wirkenden Hippos sind alles andere als harmlos.

Statistisch kommen durch die Begegnung mit dem kurzbeinigen „Schwarten-Monster" in Afrika die meisten Menschen zu Tode. Weitaus mehr als durch Leoparden, Löwen usw. Ganz eigene Laute stammen von den Krokodilen. Die bis zu zwei Tonnen schweren Echsentiere gleiten aus den mittlerweile dunklen Fluten des Sabaki und wälzen sich das Ufer bis zur Terrassenmauer hinauf. Immer wenn es Nacht wird, ist das derselbe Rhythmus des Lebensablaufes der hier lebenden Krokodile. Kein Wunder, schließlich wissen die Viecher, daß nach dem abendlichen Dinner der Camp-Gäste auch „Dinner-Time" für die Krokodile angesagt ist. Dann gibt es Fische und Fischabfälle der Küche für die Echsen.

Der „Maitre" auf der Clubterrasse läutet zum Dinner. Das Crocodil-Camp ist blitzsauber. Perfekt das Gedeck und Service und die Spaghetti als Vorspeise schmecken fast wie in Venedig. Der Stil hier wird entscheidend vom Schweizer Manager geprägt. Der blonde, hagere Mann mit seinem Seidenschal als immerwährenden Lebensbegleiter ist seit etlichen Jahren hier im Camp. Rund ums Licht tanzen einige Insekten. Es wird ja wohl nicht die Anopheles-Mücke sein? Die weibliche, denn nur die kann mit ihrem Stich Malaria übertragen. Manche der Gäste riechen stark nach dem Gelsenschutzmittel Autan, andere schlucken brav Medikamente zur Malariaprophylaxe und kämpfen seit Tagen mit den Nebenwirkungen, die von Juckreiz über Durchfall bishin zur ordentlichen Depression reichen. Die Nacht im komfortablen Zelt mit angebauter Dusche und WC ist angenehm. Unten am Fluß trifft sich die nächtliche Tierwelt. An die dumpfen Töne der Flußpferde hat man sich sehr bald gewöhnt. Irgendwie ist vielleicht eine Schlange am fest verschlossenen Zelt vorbeigehuscht. Vielleicht auch nur eine Einbildung!

Mit den ersten Sonnenstrahlen erwacht das Crocodile Camp. Im Sand sieht man noch die Spuren der gut 20 Krokodile, die hier ihr Abendessen bekamen. Der Geruch nach dem Urin der Krokodile liegt ungewohnt scharf in der Luft. Wie der Sabaki, so führt auch unser Weg nach Malindi. Mit dem kleinen Safari-Bus geht es auf der Piste kerzengerade durch die Landschaft. Erste palmbedeckte Hütten, dann Dörfer. Die Frauen tragen auf den Köpfen riesige Gefäße mit Wasser. An manchen der Wasserträgerinnen hängt zudem noch ein kleines Kind. Riesige schwarze Kulleraugen beobachten den Bus. Dann stoppt ein Rudel Paviane die Fahrt. Etwas später eine einzelne Hyäne, die am Straßenrand bettelt.

Auf die Hütten folgen die ersten Ziegelhäuser und dann Malindi. Gut 50.000 Menschen leben in dem ältesten Touristenzentrum Kenias direkt am Indischen Ozean. 1498 landete hier der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama mit seiner Flotte. Ein weißes Denkmal aus dieser Zeit erinnert an Portugals Seefahrer. Auch ein winziger katholischer Friedhof inmitten der Stadt holt die Vergangenheit wieder zurück. In den 70er-Jahren wurde Malindi zur Touristenhochburg für Deutsche und Italiener. Nach den Krisenjahren 1997/98 zogen viele italienische Investoren wieder ihre Gelder ab. Das ließ Malindi verstärkt in die Krise rutschen, zudem die Stadt sich voll auf den Tourismus eingestellt hatte. Der damit verbundene Einkommensverlust zieht sich quer durch das gesamte Leben in der Stadt. Bis hinein in die Werkstätten-Hütten, wo unzählige Holzschnitzer für die Touristen aus den Baumstümpfen Figuren fertigen. Hier findet man alles: Geschnitzte Löwen, Masai-Krieger, Elefanten und Giraffen in der Größe von über einem Meter. Monoton erklingen die Klopf- und Schnitzgeräusche zu einem „musikalischem Konzert der Arbeit".

Mit sanften Wellen streichelt der Indische Ozean die Bucht von Malindi. Eine Landzunge streckt sich ins Meer hinaus. Darauf steht das Denkmal des Vasco da Gama. Ob das weiße Steinkreuz auf der Spitze des alten Steinzylinders Malindi Glück bringt, wird die Zukunft weisen. Foto oben: Krokodile am Ufer des Sabaki. Komfortzelte unter den Strohhütten. Die Sonne geht hier blitzschnell unter. Riesige Krokodile kommen zum "Dinner" beim Crocodil Camp. Diese freche Hyäne begleitete den Safari-Bus. Der kleine katholische Friedhof hat die Zeit überlebt. Hunderte Figurenschnitzer arbeiten in der "Werkstätt".

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Die Kokosnusspalmen wiegen sich im Wind. Heiß brennt die Sonne des afrikanischen Sommers gerade vom Himmel. Der Kilifi Creek zwischen Mombasa und Malindi an der Küste Kenias liegt nicht allzu weit vom Äquator entfernt. Diese sogenannten Creeks sind tief von der Küste ins Landesinnere geschnittene Flußtäler. Relikte aus der Erdgeschichte, als sich der Osten Afrikas aus dem Meer emporhob. Wunderschöne Stätten aus der Laune der Natur gebildet. Am Creek entlang einige kleine Dörfer. Mit Palmenwedeln gedeckte kleine Hütten. Einige Männer paddeln mit ihren selbstgefertigten Einbäumen im Creek und fangen Fische. Die Frauen sitzen im Schatten der Bäume. Stillen ihre Babys, mahlen Getreide und unterhalten sich. Die Kinder freuen sich über jede Abwechslung und winken jedem Fremden zu.

Ein Leben wie vor hunderten Jahren. Ja, die Frauen verhüllen jetzt ihre Körper in Stoffe. Noch in der Zeit der Fähre am Kilifi Creek gingen die Frauen von Mnarani mit entblößten Oberkörpern umher. Wenig früher trugen hier die Frauen ohnehin nur kurze Röckchen aus geflochtenen Blättern und Gras. Die Menschen hier gehören zu den Stämmen der Mijikenda, die einstens aus Somalia einwanderten. In ganz Kenia gelten sie als die großen Hexenmeister. Als Zauberer und Hexer mit der Kenntnis uralter Praktiken der schwarzen und weißen Magie. Seit meinem letzten Besuch am Kilifi Creek vor ein paar Jahren hat sich nicht viel verändert. Ein reicher Italiener hat auf einer Anhöhe am Creek einen Rundbau errichtet. In der kleinen Hotelanlage „Seahorse" des African Safari Club ist nun Raphus Masagha Direktor. Der einstige Assistent von General Manager Hans Harald Koschany im Kasr Al Bahar bei Mombasa. Koschany ist mittlerweile tot. Die Treppen zu Silvester runtergestürzt. Seine farbige Frau, ein Model, sitzt seither in einem Gefängnis als Tatverdächtige in U-Haft. Der alte Bootsmann hat aus Freude unseres Wiedersehens seine alte Matrosen-Uniform angezogen. Die Jahre hängen wie die Fäden an dem Kleidungsstück. Gemeinsam mit Direktor-Assistent Alfred durch queren wir mit dem kleinen Boot das Wasser des Creek. An der alten Landungsstelle der ehemaligen Kilifi- Fähre landet unser Boot. Die einstige Fähre liegt als Wrack zur Hälfte versunken im Wasser des Indischen Ozeans, der seine Wasser in den engen Creek spült. Bis in die 80er Jahre überquerte der gesamte Verkehr zwischen Mombasa und Malindi mit dieser Fähre den Creek. Menschen, Rinder Lastwägen, Busse, Geländefahrzeuge tagsüber im Stundentakt. Gute Geschäfte für Händler, Straßenverkäufer, „Cafe's" und „Bars". Dann wurde die Brücke gebaut und der Verkehr „scheppert" seither über den Creek hinweg. Vergessen sind die Zeiten, als es noch ein Abenteuer war mit der alten Fähre. Dort wo die Fähre früher immer anlegte, da liegen nun einige Einbäume und Netze zum Trocknen. Einige der Eingeborenen haben etliche dünne Stäbe in den Sand des Creek gesteckt. Mit der Flut kommen auch die Fische in dieses Labyrinth. Wenn der Wasserspiegel bei Ebbe fällt, dann bleiben nur mehr die Fische übrig. „Lazy fishing" (faules Fischen) meint Alfred. Weit und breit keine Touristen oder Weiße. Doch „Johnson" war schon da. Johnson ist einer jener zigtausenden „Freeworker", die an allen Plätzen Kenias warten. Sehr höflich, sehr bestimmend und irgendwie auch sehr lästig. Johnson spricht von der nahen Schlangenfarm und daß die Schlangen auch darauf warten, uns zu sehen. Wegen der Fotos überwand ich mein angeborenes Grausen gegenüber Schlangen. So steckte Johnson die grasgrünen Spaghetti-Schlangen in seinen Mund. Fürs Foto. Und erzählt von den tödlichen Irrtümern zwischen der Spaghetti-Schlange und der Grünen Mamba. Denn wenn die Spaghetti-Schlange zubeißt, dann gleicht die Giftmenge einigen Bienenstichen. Doch beißt die Grüne Mamba, hat man gerade noch ein paar Stunden zum Atmen. Nun verwechseln viele Menschen die Spaghetti- Schlange mit der Grünen Mamba. Und weil man glaubt, es war die Grüne Mamba, spritzen dann die Mediziner das Gegenmittel. War es nicht die Grüne Mamba, stirbt man am Gegenmittel. Johnson weiß darüber Bescheid. Auch über die hochgiftigen Puffottern, die in den Hütten der Eingeborenen die Ratten jagen. Mit aller Selbstverständlichkeit der Welt ist Johnson auch der von sich aus ernannte Führer nach Mnarani. Zu den alten Ruinen auf einer Anhöhe über Kilifi Creek. Im Office beim Eingang zu den Ruinen zwei Beamte. Die beiden Führer haben sich an das Betriebsklima angepaßt und lassen Johnson als historischen Führer gewähren. Irgendwie bekommen sie schon, wenn auch über Umwege, ihr Bakschisch. In diesem Fall von Johnson. Die Runinenstätte war eine regelrechte Sklavenburg der Araber. Über einige hundert Jahre wurden hier in Mnarani ganze Dörfer der Eingeborenen gefangen gehalten. Nackt und in Ketten zusammengebunden. „Menschenware" für den Verkauf in den Orient bishin nach Indien. Die Männer und Jünglinge wurden kastriert. Denn nur zeugungsunfähige männliche Sklaven wurden im islamischen Orient gekauft. Frauen und Mädchen wurden schlimmer als ein Stück Vieh behandelt. Und die kleinen Kinder sollten in ihrem Leben nichts anderes als ein Sklavendasein erfahren. Ohne Recht, ohne Würde, ohne Besitz, ohne Mitleid. Völlig ausgeliefert an den Menschen, der mit dem Kauf auch Herr über ihr Leben und Tod wurde. Vor der kleinen Moschee befindet sich ein Brunnen. Daneben ein Loch senkrecht in den Fels gehauen. In dieses Loch wurden die Sklaven aneinander gebunden in einen Tunnel unterhalb der Erdoberfläche runtergelassen. Um dannn wieder heraufgezogen zu werden, wenn das nächste Sklavenschiff im Schutz des Kilifi Creek ankerte. Um dann unter Deck die grauenhafte Reise über den Indischen Ozean anzutreten. Bis ins 18. Jahrhundert florierte hier der Sklavenhandel in perversester Form. 100.000e Menschen wurden in die Sklaverei nach Mrarani verschleppt. Abgesehen von diesen menschlichen Abgründen, bieten die Ruinen von Mrarani für Historiker und Archäologen interessante Eindrücke. Besonders interessant: Die bislang noch nicht übersetzten arabischen Schriftzeichen, das achteckige weiße Säulengrab und der gewaltige Blick über Kilifi, den Creek und über den Indischen Ozean.

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Kenia ist so etwas wie eine Sucht, wie ein Infekt, den man mit nach Hause nimmt. Kenia ist die Besinnung auf das Wesentliche. Auf Wasser zum Trinken, einen Menschen zu lieben und zu leben. Nennen wir es überleben. Und das mit Stil, Freundlichkeit und Würde.

Ich habe sie noch vor Augen, diese sehr hübsche Frau auf dem Platz vor dem Fort Jesus in Mobasa. Gut zehn handgefertigte Besen trug sie auf dem Kopf. Sie stand gerade mit erhobenem Haupt, damit die Besen nicht aus dem Gleichgewicht kommen. In einer Schlinge am Rücken ein fast noch Neugeborenes. Die Touristen kauften keinen Besen, weil er nicht in den Koffer paßt. Die schöne Frau sagte: „Thank you, Sir!" und lächelte.

Kenia ist ein Land für offene Brieftaschen. Nicht daß die Menschen hier aufdringlich wären wie in Nordafrika oder im Orient. Aber die Menschen sind arm, bitterarm. Hinter der Straße zwischen den einzelnen in sich abgeschlossenen Touristenhotels des African Safari Clubs, nördlich von Mombosa, hat sich eine eigenständige Handels- und Geschäftszone entwickelt. Von Lebensmitteln bis zu den überall erhältlichen, aus Holz geschnitzten Elefanten und Masai-Kriegern ist das Sortiment auf die Touristen abgestimmt. Keineswegs aufdringlich, dafür sehr freundlich warten die Menschen auf Kundschaft, auf die Kenia-Schillinge, Dollars oder Euros, um die Nacht, den nächsten Tag zu überleben. Zuhause wartet zumeist eine Familie. Eine Frau, die meistens schwanger ist, die Kinder und die Alten.

Geld ist in Kenia Mangelware. Nur wenige Menschen haben hier eine Art von geordnetem Job. Die meisten Kenianer stehen mehr oder minder auf der Straße. Oder am Strand als sogenannte „Beach Boys" mit ihren Waren und Leistungen. Tag für Tag mit einer für Europäer mehr als ungewöhnlichen Ausdauer. Wenn dann weniger Touristen kommen, spüren sie alle es sofort.

Wie im heurigen Jahr 2003. Die Engländer hatten über Monate ihre Flüge nach Nairobi eingestellt. Sozusagen als Sanktion gegen die Regierung in Kenia. Weil angeblich El-Kaida-Gruppierungen über Somalia nach Kenia einsickern konnten. Schon allein wegen des Überfalls auf die amerikanische Botschaft vor Jahren in Nairobi. Mittlerweile fliegen die Engländer wieder nach Kenia. Doch dann brannten im August vier Hotels des African Safari Clubs an der Shanzu Beach in Mombasa. Brandstiftung soll es gewesen sein, die die sonst so heile Welt innerhalb der wunderschönen ASC-Hotelanlagen ins Chaos versetzte. Das große Glück war, daß die deutschen Marineflieger, die mit Propellermaschinen tagsüber ihre Kreise über Mombasa zogen, zufällig in den Anlagen waren. Durch die Hilfe der Deutschen wurde kein Tourist verletzt. Die örtliche Feuerwehr hatte hingegen mit sich selbst mehr als genug zu kämpfen. Wieder ein Schlag gegen den Tourismus und ein Schlag gegen die Menschen in Kenia.

Die Kenianer wissen, daß der Tourist Geld, Arbeit und Leben bringt. Daß er ein Freund ist. Nach dieser Form werden die Touristen demnach auch behandelt. Nicht als Fremde, sondern als Freunde. Und weil die Touristen auch leichtfertig mit dem Kenia-Shilling umgehen (1 Euro sind 83 Kenia-Shillings), glauben alle hier, daß jeder Tourist zumindest ein Millionär ist. Denn die Preise in den Hotels sind bekannt. Was eine einheimische Familie hier zum Leben benötigt, das ist weniger als das Trinkgeld bei einem Dinner. So sind die Menschen hier auch überglücklich, wenn sie nur eine fixe Arbeit bekommen können.

Ein Gärtner in einem Hotel bekommt im Monat 2.500 Kenia-Shillings (ca. 30 Euro). Natürlich schlägt er außerdem täglich mit seiner Machete am Strand Kokosnüsse von den Palmen. Für die Touristen. Das Trinkgeld ist mitunter mehr, als sich der gute Mann für eine Kokosnuß nur vorstellen kann.

Mein Freund Chrispinus Ojiambo Mudonga, Chefkoch im Top-Restaurant „Blue Lagoon" im ASC-Hotel Flamingo in Mombasa, kommt auf gut 7000 Kenia-Shilling (ca. 85 Euro). Ein Supergehalt für normale Kenia-Verhältnisse. Doch Chrispinus träumt von seinem eigenem Restaurant in seiner Heimat am Viktoria-See. Eine Vision. So ist auch die Gegenwart gut für Chrispinus, für das „Blue Lagoon" und für die Touristen, die hier abendlich speisen.

Das „Blue Lagoon" im Flamingo-Hotel ist eine Traumwelt abseits aller Probleme. So gibt es genug Touristen, die die Tage in der wunderschönen Hotelanlage nur genießen und keinen Fuß vor das Tor setzen. Sie haben nicht unrecht, denn Urlaub ist eine Sache der Erholung. Schließlich kommen ohnehin täglich zur Tea-Time die Affen an dem Pool und stehlen die Kuchen von den Tellern. Auch die Leguane in der Felswand des Restaurants werden vor dem Rummel der Nacht noch einmal sehr lebendig.

Für die anderen, die mehr erfahren wollen, ist Kenia eine Faszination. Man könnte sogar sagen, Kenia ist die Wiege der Menschheit, denn die bislang ältestesten Knochenfunde von sogenannten „Vormenschen", den Homoniden, entdeckte man in Kenia.

Unter dem Sammelbegriff „Bantu" zeigen sich die Völker der Kikuyu, Gusii, Akamba, Mijikenda. Nachdem die Portugiesen im 16. Jahrhundert als Eroberer und Missionare auch Mais, Maniok und Tabak ins Land gebracht hatten, wurde vielfach der Ackerbau forciert. Nur die Masai, die hochgewachsenen Krieger blieben Nomaden. Und kriegerisch zudem, denn die einzelnen Stämme versuchten sich gegenseitig die Herden zu stehlen. Außerdem bekämpften die Masai alle Eindringlinge, ob nun Missionare oder Sklavenhändler.

Heute ist die Uhr für die Masai in Kenia abgelaufen. Durch die Gründung der Nationalparks fühlen sich die Masai-Nomaden in ihrer traditionellen Existenz bedroht. Die Herden können nicht mehr überall hingetrieben werden und das Erlegen eines Löwen als ein Zeichen der Manneskraft ist auch schon Vergangenheit. Natürlich wird illegal in den Nationalparks gewildert. Das bringt Probleme mit der Regierung, doch die hat auch ihre gewaltigen Probleme.

Was an Tradition wohl quasi verboten, aber immer noch recht ordentlich praktiziert wird, ist jene unsägliche Beschneidung der Geschlechtsteile der Mädchen. Dieses Initialritual wird seit tausenden Jahren praktiziert. Ein grauenhaftes Ritual, für das jegliches Argument fehlt.

Kenia, das mittlerweile westlich orientierte Land Schwarzafrikas ist der Schlüssel für ein neues Afrika. Für mehr Leben, Arbeit , Lohn und ohne Beschneidung. Das wird wohl die westliche Welt in den Griff bekommen!

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Wir sprechen von Ostafrika, von Kenia. Wer einmal in dem Land war, der wird es niemals vergessen. Schlußendlich sind es nicht die Hotelburgen an der Küste oder die Lodges in der Masai Mara. „Afrika pur" beginnt in der Geschichte und führt hinüber in die Gegenwart. In die Unverständlichkeit des Lebens. Die Uhr schlägt in Afrika anders oder gar nicht. Das Leben ist einfach und doch so weit weg von einfach. Der Mensch zählt hier immer noch nicht viel. Söhne und Männer mehr, Töchter und Frauen sehr wenig. Wenngleich Kenia quasi der Mercedes unter den afrikanischen Staaten ist. Das „Frausein" ist hier elendig. Ich sah vor Jahren diese bildhübsche Frau vor dem Fort Jesus in Mombasa. Gut zehn handgeknüpfte Besen trug sie auf ihrem Kopf. Das Baby an ihrem Rücken. Ein Besen für einen Euro. Zehn Besen, zehn Euro für eine Woche oder mehr. Was hat diese schöne Frau schon mitgemacht? Wurde sie als Kind beschnitten oder nicht? Hatte sie das Glück unter den 50 Prozent der Frauen zu sein, deren Scham nicht grauenhaft mit Rasierklingen verstümmelt und zugenäht wurde, dann ist ihr Leben schon gut. Vor all meinen Afrika-Trips glaubte ich, daß der „böse Westen" an der menschlichen Katastrophe in Afrika seine große Schuld hat. Ja, indirekt schon. Mit den großartigen Spendengeldern werden die allerfeinsten Autos und Waffen eingekauft. Doch insgesamt sind die Afrikaner für ihr Sein und auch Nichtsein selbst verantwortlich. In all den für uns grauenhaften Ritualen. Dem übertriebenen Wertgefüge der Männer und der tiefen Wertigkeit der Frauen. Und weil Lustgefühl beim Sex nicht für Frauen sein soll, werden täglich in Afrika tausende Mädchen ihrer Klitoris entraubt. Mit Messern oder Rasierklingen. Viele überleben die Tortur ohnehin nicht. In der EU weiß man zumindest darüber Bescheid. Man hat sogar eine höchst unerfolgreiche Akion gegen die Beschneidung ins Leben gerufen. Einen „Administrationstempel", der an der Realität voll vorbei geht. Denn nur vom schönen Reden in der EU hört die Beschneidung der Mädchen Afrikas nicht auf. Voll auf die EU hört man zumindest mittlerweile im Arabuko-Sokoke-Waldreservat. Gedi, die alte Ruinenstadt ist das Ziel. An der Straße zwischen Mombasa und Malindi spannt sich ein sehr hoher Zaun. Gegen die Elephanten, die in der Trockenzeit von Tsavo East immer wieder an die Küste kommen wollen. Einige Kilometer vor Gedi liegt das Arabuko- Waldreservat. Ein EU-Projekt. Sehr gut mit Euro finanziert. Und so braucht man auch dort anscheinend keine Besucher. Die dortigen Angestellten sind nicht einmal interessiert, daß irgendwelche Besucher in das Naturschutzgebiet einreisen. Die Eintrittspreise übertreffen demnach alles in ganz Kenia. Für womöglich einige Schmetterlinge oder Affen oder Antilopen. Viecher, die es ansonsten sowieso an jeder Straßenkreuzung gibt. Arabuko ist ein Beispiel für den Westen, für die EU und für das Geld aus Europa. Eine eigene Welt, fernab von der Realität in Kenia. Ein Leben und Wirken unter dem Füllhorn der EU. Mit den horrenden Arabuko-Eintrittspreisen konnte auch ich mich nicht anfreunden. Also fuhren wir weiter, direkt nach Gedi. Vor Malindi auf der Küstenstraße hinein in den Dschungel. Der erste Begrüßer im Dschungel der Ruinenstadt Gedi ist Saddam. Ein Pavian-Männchen, das sich jedem Besucher als Foto-Model präsentiert. Wehe, man hat dann keine Zuckerl oder Bananen als „Honorar" bei sich. Gedi ist eine Ruinenstadt im Dschungel. Errichtet einstens aus Korallenresten, roter Erde und Korallenkalk. Eine Stadt auf einer Fläche von über 20 Hektar mit einstens über 2.500 Bewohnern. Bereits gegründet im 14. Jahrhundert. Eine reine Swahili-Stadt mit steinernen, einstöckigen Häusern, einem Palast, Moschee, Stadtmauern, Toren und einem einfachen Viertel mit Hütten für die Armen. Im Zuge der Ausgrabungen wurden 14 große Häuser im erkennbaren Zustand freigelegt. Mit Brunnen, Höfen und Toiletten. Sanitäre Einrichtungen, deren hoher Status im heutigen Kenia fünf Sterne erhalten würden. Der derzeitige Durchschnitt im „Sternen-Vergleich" liegt zwischen minus 0 und 2. Eine Grabinschrift zeigt das Datum 808. Was dem Jahr 1399 nach Christus gleichzusetzen ist. In dieser Zeit war Amerika von Columbus noch nicht entdeckt worden. Der portugiesische Entdecker Vasca da Gama hatte sich in den folgenden Jahren im nahen Malindi mit einer starken Söldnerpräsenz eingeigelt. Verstrickt in die Kämpfe mit den Arabern. Weder Araber noch Portugiesen dürften von der Existenz der Stadt Gedi etwas gewußt haben. Und von dieser schwarzen Swahili- Hochkultur im Küstengebiet Ostafrikas. Jedenfalls betrieb Gedi sogar regen Tauschhandel. Mit China und Venedig. Davon deutet die chinesische Porzellanschale der Ming-Periode des frühen 16. Jahrhunderts. Gefunden im „Haus der Porzellanschale". Oder die in Venedig gefertigte Halskette, gefunden im „Haus der venezianischen Perle". In der Sprache der kriegerischen Galla bedeutet Gedi „kostbar". Die Galla waren es dann auch, die mit ihren Angriffen den zeitweiligen Untergang Gedis herbeiführten. Über etliche Jahre war die gesamte Stadt verwaist und unbewohnt. Im 18. Jahrhundert unterjochten die neuen Bewohner von Gedi die Stämme an der Küste. Mystisches, Gefährliches und Unheimliches überdeckte in den folgenden Jahren Gedi und die allseits verhaßten Galla. Die Nachfahren dieser Galla leben heute im Gebiet nördlich von Malindi rundum von Lamu bishin zur Grenze von Somalia. Ein touristisch kaum aufgeschlossenes Gebiet für unerschrockene Abenteurer. Gedi selbst wurde zum unheilvollen Ort erklärt. Vor drei Jahrhunderten wurde Gedi restlos verlassen. Der Urwald nahm wieder Besitz von der Stadt. Sträucher, Bäume, Lianen und Wurzeln überwucherten die Bauten. Die Tiere benutzten die Häuser als Bleibe. Malerische Blüten über den Ruinen. Dazwischen die Geister von Gedi, die alles überblickend, auch jetzt die heutigen Herren der Ruinenstadt sein sollen. Im Jahre 1948 wurde die Ruinenstadt für den Tourismus geöffnet. Der Archäologe James Kirkman war an den Ausgrabungen beteiligt. Und Kirkman selbst erinnert sich, daß er immer das Gefühl hatte, daß irgendjemand hinter den Mauern lauerte und abwartete, was in Gedi geschehen soll. Wer Gedi im wunderschönen Farben- und Lichtspiel des Urwaldes gesehen hat, wird diese Mystik rund um diese Ruinenstadt verstehen können.

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Papier ist nun einmal geduldig und touristische Farbprospekte sind es umso mehr. Daher lüfte ich den Geheimtip für all jene, die in Kenia Urlaub, Ruhe, Erholung, Natur und Badespaß suchen. Die beiden Top-Adressen heißen Watamu und Kilifi Creek. Watamu, der kleine Badeort an der Turtle Bay, liegt wenige Kilometer südlich von Malindi, jener einstigen touristischen Hochburg der 70er-Jahre. Hier bei Watamu eröffnet sich der größte überlebende Küsten-Trockenwald ganz Ostafrikas, genannt Arabuko-Sokoke-Waldreservat. In diesem 417 Quadratkilometer umfassenden Naturschutzgebiet bildet sich ein Refugium für einzigartige Tierarten. Besonders sind es seltene Vogelarten und exotische Schmetterlinge, die hier in großer Vielfalt vorkommen.

In unmittelbarer Nähe von Watamu zeigt sich mitten im Dschungel Gede. Oder besser, was von der einstigen Swahili-Stadt Gede im Laufe der Jahrhunderte übriggeblieben ist. Betitelt als Gede National Monument sind die Ruinen von Gede die wohl interessantesten archäologischen Fundstätten in der gesamten Küstenregion. Mit all seiner Pflanzenwelt hat der Dschungel die einstige Stadt gänzlich zurückgeholt und überwuchert. Erst 1948 hat man damit begonnen, große Teile der einstigen mittelalterlichen Stadt freizulegen. Die Jahreszahl auf einem Grab weist die eingravierte Zahl 802 auf. Was umgerechnet auf die christliche Zeitrechnung das Jahr 1399 bedeutet. Auf gut 20 Hektar Fläche zeigen sich die gut erhaltenen Ruinen einer einstigen Steinstadt im Dschungel. Moscheen, Patrizierhäuser, Brunnen, Tore und gar Toiletten und Latrinen zeugen von einer einstigen sehr guten Wohn- und Lebenskultur.

Um das Jahr 1450 dürfte Gede wohl seine höchste Blütezeit erreicht haben - unbemerkt von den Arabern und den Portugiesen, die damals gar ihre Truppen in Malindi stationiert hatten. Den damaligen Niedergang der Stadt provozierten die Überfälle der kriegerischen Galla, die die Bewohner der gesamten Küstenregion unterjochten.

Heute ist die „vergessene Stadt" im Dschungel Fixpunkt jedes Besichtigungsprogrammes der Touristen, die speziell in Watamu Urlaub und Erholung suchen. Weiß ist der puderig-feine weiße Sand am Strand von Watamu. Einstens ein Fischerdorf, hat sich heute in der Bucht von Watamu eine Art sanfter Tourismus eingerichtet. Einzigartig sind der Blick auf das Meer und die vorgelagerten Riffe. Das Wasser spiegelt sich in den Farben zwischen Türkis und Hellblau. An dieser außergewöhnlich schönen Bucht errichtete der African Safari Club sein Club Hotel „Watamu Beach". Ein Top-Hotel der Extraklasse mit stilvoll errichteten Bungalows. Wer hier Urlaub macht, findet Sonne, Sand und Meer. Speziell für die Taucher sind die Korallenriffe in der Bucht von Watamu ein Paradies.

Viele farbenprächtige Korallenfische, an die 140 Korallenarten und auch Wasserschildkröten machen eine prachtvolle Unterwasserfauna aus. Daß in diesem Hotel der ASC-Gruppe auch die kulinarische Verpflegung der Gäste über dem üblichen Standard abläuft, bringt den Urlaub auf Watamu nahezu in die Nähe der Perfektion. Wer noch eine Portion mehr an Ruhe und Idylle sucht, lege ich allerdings die ASC-Anlage „Sea Horse" am Kilifi Creek ans Herz. Einige Kilometer südlich von Watamu liegt Kilifi Creek. Auch hier wüteten vor Hunderten von Jahren die wilden Krieger der Gallas und zerstörten eine einstige Stadt.

Die heutigen Mnarani-Ruinen zeugen von der ehemaligen Besiedelung und dem Leben hier am Creek. Wo ehemals eine Fähre über die Bucht verkehrte, spannt sich seit Jahren eine große Brücke als Verbindung zwischen Malindi und Mombasa. Hier, in dieser weitgezogenen Bucht, wo sich das Wasser des Flusses Goshi aus dem Gebiet des Tsavo East mit dem Wasser des Indischen Ozeans mischt, liegt Kilifi Creek. Holpernd müht sich der Kleinbus den löchrigen Weg bergab.

Eine Oase voller Kokospalmen in einer engen Schlucht zum Meer eröffnet sich als die ASC-Anlage „Sea Horse". Wohl eine der Klubanlagen Kenias mit einer Extraportion Idylle. Neben dem Haupthaus als Restaurant zieren etliche mit Palmenwedeln gedeckte Bungalows den Kokospalmenwald. Die Bungalows sind ausreichend eingerichtet. Der Deckenventilator surrt ein wenig ruppig, doch daran gewöhnt man sich sehr rasch. Entscheidend ist die Kühle der Luftzirkulation, die die Rotorblätter erzeugen. Afrika-Oldies freuen sich auch über den einen oder anderen Geko. Jene Eidechse, die so wendig wie eine kleine Maus ist und nur dem Menschen nützt. Der Geko fängt Insekten, Ameisen und Moskitos. Speziell wenn es regnet, kommen kleinere Armeen von Ameisen zum Vorschein. Wenn diese dann die Betten zum Aufmarschgebiet erobern, ist die Sache weniger humorvoll. Bis auf die „Geschichte mit den Ameisen" ist „Sea Horse" ein Pfad zum Paradies auf Erden.

Auch Wassersport ist im „Sea Horse" natürlich angesagt. Kilometerlang säumen die Mangrovenwälder die malerische Bucht. Mit dem Paddelboot erkundet man all das, was man vorher noch nie gesehen hat. Hitchcocks Thriller „Die Vögel" könnte hier gedreht worden sein. Alle möglichen Vogelarten nisten in den Mangroven, deren Luftwurzeln ein eigenartiges Geflecht über dem Wasser bilden. Tausende Bienenfresser paaren sich zudem zu bestimmten Monaten am Kilifi Creek. Die Bucht bekommt zusätzliche Farbenspiele, wenn bei Sonnenuntergang die balzenden Gefieder im Licht erstrahlen. Was das Service im Sea Horse angeht, hat man sich auf individuelle Gäste eingestellt. Die netten Sportanimateure stehen für Tennis, Tauchen, Bootfahren, Kilifi-Rundgänge usw. zur Verfügung. Gesprochen wird in Englisch, Französisch und in Brocken Deutsch und Italienisch.

Vielfach ist unter den Gästen Ruhe und Besinnung angesagt, obwohl dann die Animateure um ihren Job zu bangen beginnen. Als Alternative klettern sie halt auf die Palmen und ernten Kokosnüsse. Bei der anschließenden Kokosnußmilchparty sind sogleich alle Gäste wieder vertreten. Kein Wunder, die Milch aus den frisch geernteten Kokosnüssen schmeckt umwerfend gut.

 

In knapp einer halben Stunde wechselt am Kilifi Creek der abendliche Himmel in die Nacht. Angenehm bläst eine laue Brise über den Strand. Aus dem Gehölz klingen die musikalischen Laute der afrikanischen Nacht in der Natur. Dazu hört man von irgendwo dumpfes Trommeln. Die Idylle am Kilifi Creek wird man wohl lange nicht vergessen! Foto oben: Der weiße Sandstrand von Watamu mit den vorgelagerten Riffen. "Sea Horse", eine Hotelanlage voll Idylle. "Sea Horse", umringt von Palmen und Mangrovenwäldern. In den Mangrovenwäldern gibt es jede Menge Vögel. In diesen Bungalows übernachtet man im "Sea Horse". Frische Kokosmilch für die Urlaubsgäste. "Sea Horse" ist ein Geheimtip für Kenia-Urlauber.

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Niemals zuvor war ich in „Schwarzafrika". Damit ist man ein Greenhorn, was den Umgang mit so einem Land wie Kenia betrifft. Nach der Landung der recht komfortablen DC-10 des African Safari Club auf dem Mombasa Airport und der Bezahlung von 50 Dollar für das Visum, rückt man in eine andere Welt des Denkens, der Gefühle und der Sinne. „Paradise Beach" steht auf einer Tafel an der Windschutzscheibe eines der nicht mehr ganz neuen Kleinbusse. Paradise Beach ist eine Hotelanlage und das Ziel nach der Nacht im Flugzeug. Man träumt von ein wenig Erholung, Kaffee und Schlafen. Wie ohne Stoßdämpfer schlägt der Bus über den kraterartigen Straßenbelag des Makupa Causeway auf dem Weg nach Mombasa. Die Stadt mit ihren gut 600.000 Einwohnern ist wie eine Halbinsel in den Indischen Ozean vorgelagert. Alles, was nördlich von Mombasa kommen will, beschreitet diesen Weg über die Nyali Bridge zur Nordküste.

Dazwischen öffnet sich Afrika in seiner Schattenwelt, der Slum von Mombasa. Links und rechts der Straße ein einziges geordnetes Chaos von Buden, Wellblech, Verkaufsständen und riesigen Pfützen. Dazwischen Unmengen von Menschen, sitzend, stehend und liegend. Frauen mit ihren Kindern, deren große schwarze Kulleraugen auf die Weißen in den Bussen von Richtung Flughafen gerichtet sind. Denn neue Weiße bringen neues Geld. Dollar oder Euro, Socken oder speziell Kugelschreiber sind sehr beliebt. Natürlich nimmt man auch die Landeswährung, den Kenia Schilling, der im Land des Daniel arap Moi immer langsamer rollt. Mehr als die Hälfte der Einwohner lebt unter der Armutsgrenze und die Arbeitslosigkeit steigt permanent in diesem Land, das die Korruption „gepachtet" hat. Zudem steigt auch permanent die Bevölkerungsziffer. Von dem Elend, das man durch die lange nicht mehr geputzten Busscheiben sieht, ist der Afrika-Frischling berührt und geschockt. Diejenigen Businsassen, die schon mehrmals hier waren, juckt das nicht mehr sonderlich. Das ist eben der Alltag in Kenia.

In der mit Palmenwedeln gedeckten Empfangshalle des Paradise Beach übertönt der auf das Dach schlagende Regen das höfliche „Karibu" der Empfangsmannschaft. Zudem rüttelt ein ziemlich ausgewachsener Pavian an der Spitze des Daches derart, daß man es mit einem Erdbeben vergleichen könnte. Die Köche, mit Gewehr, Messern, Kochlöffeln und furchtbarem Geschrei ausgerückt, versuchen den Pavian zu vertreiben. Davon völlig unberührt ist das Rudel der Meerkatzen, das sich von den Palmen auf die Terrassen der Hotelanlage schwingen. Manche haben ihre Babys dabei, die sich wie Klammeraffen am Bauch der Mutter festhalten. Die zutraulichen Meerkatzen animieren jeden tierliebende Greenhorn, sie anzufassen, doch mit ihrem kräftigen Gebiß schnappen sie dann oftmals zu. Da gibt es meist als Folge eine mehrtägige Urlaubsunterbrechung im Krankenhaus in Mombasa. So beginnen die Tage in Kenia.

Man denkt an „Out of Africa" und bewundert den Sunrise, jenen blitzartig ablaufenden Sonnenuntergang innerhalb einer halben Stunde. Wenn die Nacht ihre Dunkelheit über Kenia breitet, schluckt man mit dem aus Wien mitgebrachten Wachauer Marillenbrand Ereignisse des Tages und vermeintliche Bazillen hinunter. Der tägliche große Schluck Marillenbrand schützt auch die inneren Organe vor derlei Mißgeschick. Wenn dann die Flasche mit den destillierten Marillen wenige Tage später nach dem täglichen Putzmanöver der allesamt männlichen Putzbrigade restlos leer ist, löst der fehlende Schnaps doch noch das Befürchtete aus.

Am nächsten Tag steht Tsavo East auf dem Programm, mit 11.747 Quadratkilometern der größte kenianische Nationalpark in nordwestlicher Richtung von Mombasa. Der Nairobi-Mombasa-Highway trennt Tsavo East von Tsavo West. Der Highway nach Nairobi, die Staatsstraße Nummer eins, ist das Allerschlimmste, was man noch Straße nennen kann. Die „Straße" ist jener noch erkennbare Teil von Asphalt, der Löcher in riesigen Dimensionen miteinander verbindet. Die heillos überladenen Lastwägen, Busse und Geländewägen kämpfen sich über den Highway. Nach diversen Schaukelstunden dann der Tsavo East, der 1948 eröffnet wurde. Die Fahrt führt über Pisten hinein in die Welt der wilden Tiere. Rot, nahezu purpurrot ist hier die Erde. Rot, bis in eine Höhe von mehreren Metern zieren Termitenhügel wie prachtvolle Festungen die Landschaft. Rot sind hier auch die Elefanten.

Die „roten Elefanten" gibt es nur im Nationalpark Tsavo East. Hier blasen sich die Dickhäuter bei ihren Staubbädern diesen eisenhaltigen und intensiv roten Lateritstaub mit ihrem Rüssel über ihre Körper, um sich so einbalsamiert vor Sonne und Insektenstichen zu schützen. Die Landschaft wechselt alle paar Kilometer ihr Gesicht. Die rote Erde wechselt gegen eine gelbliche, und die Savanne wird mit Büschen und Baumgruppen versetzt. Kleine Rudel von Impala-Antilopen und Thomsongazellen und eine Horde Paviane in unmittelbarer Nähe. Wenige Kilometer weiter die ersten Elefanten, Giraffen, Warzenschweine und ein Strauß. Die Tiere haben sich an das friedliche Miteinander mit dem Menschen gewöhnt. Seelenruhig holt die Giraffe saftige Blätter von den höchsten Ästen herab. Ein einsames Gnu steht ruhig an einem Wasserloch.

Wenige Fahrminuten weiter ein weit ausladender Baum, auf dessen mächtigem Ast sich ein Gepard ausruht. Über 100 Kilometer schnell ist so ein Gepard, der somit immer leichte Beute macht. In einer Art Baumoase ist "Lunch-Time". Ein traditioneller Ort für die Safaris im Tsavo East. Gegrillte Hendln, Salat und Cola. Auf den Ästen sitzen die Paviane, angelockt vom Geruch der Speisen und der Spendenbereitschaft der Safari-Teilnehmer. Blitzartig hamstert so mancher Pavian ein Stück Salat oder ein Teil vom Huhn. So lustig die Paviane auch zu sein scheinen, sie sind extreme Raubtiere, die wie ein Gepard zubeißen vermögen. Nach der Mittagspause geht es weiter. Eine Hyäne plaziert sich neben dem Safaribus. Wohl wissend, daß ihr nichts geschehen kann. Die Piste führt über eine Anhöhe und läßt den Blick frei über ein weites Tal. Da liegt er dann, gelblich-braun der König der Tiere. „Simba", der Löwe. Irgendwie müde und desinteressiert von dieser Welt. Wahrscheinlich verdaut er gerade eine Beute, die von der fast immer jagenden Löwin erlegt werden konnte - der natürliche Kreislauf hier in Tsavo East wie in jedem anderen Nationalpark Kenias. Das ewige Spiel der Natur, das Geben und Nehmen im Ausgleich und in der gegenseitigen Erhaltung der einzelnen Gattungen der Tiere. Kenia hat ausreichend Tiere. Man hat sogar an Unganda Wildtiere verkaufen können. Dort haben in jahrelangen Bürgerkriegen die Söldner die Wildtiere getötet. „Alles aufgefressen", so sagte es der sehr nette Kikuyu, namens Abdullah, vom African Safari Club von der Shanzu Beach. Hoffentlich passiert sowas nie in Kenia! Foto oben: Rot ist auch die Piste im "Tsavo East". Elefanten gleich neben der Piste. Riesige Termitenhügel zieren die Landschaft. Aug' in Aug' mit den Pavians. Die Giraffen sind über alles erhaben. Begegnung von Safaribussen. Ein Hauch von "Out of Africa".

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Wer einmal nach Kenia kommt, der wird sicherlich nicht nur am Pool seines Hotels herumliegen. Der Blick ins Land, in die einzelnen Reservate und Nationalparks, zu den zahlreichen Tieren und Eingeborenen reizt unendlich. Der Kenia- Profi „African Safari Club" hat einige ganz tolle Safaris im Programm. Wie etwa die „Big 5 Safari", eine viertägige Jeep- und Flugsafari. Natürlich würde man liebend gerne den wunderschönen Aufenthalt im African-Hotel Flamingo an der Shanzu Beach bei Mombasa einerseits nicht unterbrechen. Doch die Safari ruft. Der Drang nach Abenteuer, Wildnis und all den Tieren, die man ansonsten nur in den Tiergärten hinter sicheren Gittern zu sehen bekommt. Der Hauch von „Jenseits von Afrika".

 Also geht es mit dem Kleinbus von Mombasa und der Küste ins Landesinnere. Auf diesem berüchtigten Mombasa-Highway, der parallel zur Uganda-Bahn errichtet wurde. Jene alte Eisenbahnverbindung zwischen Mombasa und Nairobi. Der Mombasa-Highway dürfte wohl der schrecklichste aller Highways dieser Welt sein. Kolonnen von riesigen Schwerlastern wälzen sich wie Elefantenherden dahin. Über all die tiefen Schlaglöchern und Straßenabsenkungen hinweg. Entlang der Straße immer wieder einige kleine Dörfer. Männer, die irgendwo herumsitzen, Kinder die spielen und Frauen, die vollgefüllte Wasserkanister auf dem Kopf von einem Wasserloch ins Dorf tragen. Und immer wieder Paviane und Springböcke am Straßenrand.

Die Verbindung Mombasa nach Nairobi ist mühsam und kaum an einem Tag erreichbar. Wenn dann im afrikanischen Sunrise urplötzlich die Nacht einbricht, dann ist der Highway zudem extrem unsicher. Es kommt immer wieder zu Überfällen. Vielfach legen Straßenräuber Nagelbretter auf die Straße und rauben dann die hängengebliebenen Fahrzeuge aus. Das betrifft unser Fahrzeug nicht. Denn wir verlassen den Highway in Richtung Tsavo West, dem 1.000 Quadratkilometer umfassenden Nationalpark zwischen dem Tsavo River und dem Mombasa Highway. Das Mittagessen gibt es im Rahmen dieser Safari in einer wunderschönen Lodge. Vor der Lodge-Terrasse ein Wasserloch, das in der Nacht von den Wildtieren aufgesucht wird. Einzelne Baumgruppen, Buschwerk und riesige Termitenhügel säumen die Piste. Und nun zeigt sich auch die Tierwelt in erster Faszination. Giraffen, Springböcke und Zebraherden.

Die Tiere haben sich an den Anblick der kleinen Safari- Busse gewöhnt und sind demnach alles andere als scheu. Eine Straußenfamilie, Papa und Mama Strauß mit ihren Küken hat dem Kleinbus den Vorrang genommen. In einem kleinen Wasserloch haben es sich drei Flußpferde heimelig gemacht. Nur die Augen der drei monströsen Viecher lugen aus dem Wasser. Daneben im Gestrüpp ein Wasserbüffel bei seiner Nachmittags- Siesta. Bei einem Gate steigt dann ein junger Mann mit einem Maschinengewehr in unseren Safari- Bus. Obligatorisch für jedes Fahrzeug, das sich in Tsavo West in Richtung Shetani-Lavafeld bewegt.

Die Gegend und auch die Piste wird immer bizarrer. Das Auto vibriert und stöhnt auf der Fahrt über die vielen Steinbrocken. „Shetani" ist auf Swahili das Wort für Teufel. Denn man glaubt, daß unzählige Menschen damals vor 200 Jahren unter der flüssigen Lava begraben wurden. Als der Vulkan in den Chyulu-Hills ausgebrochen ist. Die Menschen im Umfeld dieses Lavafeldes glauben noch immer dem Gerücht, wonach in den Nächten die Hilfeschreie der Geister zu hören seien. So bringen die Menschen hierher immer wieder Opfergaben, um die Geister zu beruhigen. Diese essbaren Gaben sind dann auch immer wieder weg. Die Piste führt vorbei an den Dörfern der Masai. Die einzelnen Herden der Rinder und Schafe wirbeln auf dem trockenen Boden Fontänen von Staub auf.

Bei einem Gate umringen Gruppen von Masai-Frauen unseren Bus. Man will etwas verkaufen. Geschnitzte Figuren, rote Masai- Tücher usw.. Noch vor der Dämmerung kommen wir im Kimana- Tierreservat an. Das 41 Quadratkilometer große Gelände wurde 1994 als Reservat ausgewiesen. Auf Basis einer Regelung mit den Masai, wodurch diese im Regelfall sich weder hier ansiedeln, noch ihr Vieh weiden lassen. Daß die Masai hier in der Kimana die traditionelle Jagd ganz eingestellt haben, das will niemand beschwören.

Das Ziel der Tagesfahrt ist die Zebra Lodge des African Safari Clubs. Ein romantisches kleines Hüttendorf mit perfekter sanitärer Ausstattung. Bevor die Nacht hereinbricht, begleiten uns zwei Masai mit ihren Löwenspießen zu einem Wasserloch gleich hinter der Lodge. Dort suhlt sich ein riesiges Nilpferd schnaufend und röhrend in dem Wasser. Innerhalb von 20 Minuten ist es stockdunkel. Doch die Wildnis lebt. Man hört das Schreien von Löwen, das Schnaufen des Nilpferdes und von weither das Trompeten eines Elephanten. Nach dem Abendessen im Lodge-Restaurant begleitet einer der Masai die Gäste bis zu ihren Hütten. Und zwar pole, pole, was langsam auf Swahili bedeutet.

Die Nacht in der Kimana ist im August kalt. Und der Morgen scheint noch kälter zu sein, als man in aller Dunkelheit noch geweckt wird. Los geht es zur Morgensafari mit Fahrzeugen, wie man sie vom Kultstreifen Hatari kennt. Auf der Suche nach Zebras, Wasserbüffel, Masai-Giraffen, Warzenschweinen und Elephanten. Im Buschwerk steht dann eine Gruppe Elephanten. Wahre graue Riesen, die mit ihren Stoßzähnen die dornigen Sträucher und Bäume zerreißen und hinunterschlingen. Ein anderer Elephant reibt seinen Rüssel an einem Stamm. Weiter geht es in die sandige Steppe, wo eine Herde von Zebras sich im Staub wälzt. Dazwischen jede Menge Gnus und Antilopen. Weiter geht es mit dem Buschflugzeug in die legendäre Masai Mara. Dem nördlichen Teil der berühmten Serengeti in Kenia. Der überwiegende Teil dieses großen Nationalparkes liegt ja im benachbarten Tansania. Das dortige Ziel der Safari-Reise ist das Mara Buffalo Camp des African Safari Club.

Fortsetzung folgt...

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"Karibu" (Willkommen) und „Jambo, Jambo?" (Wie geht's?) klingt es überall dort, wo Einheimische auf Touristen treffen. Nach wenigen Tagen in Kenia ist „Jambo, Jambo" in die tiefsten Gehirnzellen eingedrungen. Ja, man vergißt „Grüß Gott" und „Guten Tag", „Servus" oder das penetrante „Hallo". „Jambo, Jambo" ist ein Teil der Idylle und ein Ausdruck der Seele dieses ostafrikanischen Landes zwischen dem Indischen Ozean, dem schneebedeckten Kilimanjaro und dem Viktoria-See. „Kiswahili" nennt man diese Bantu-Sprache, die ein ethinisches Klangergebnis aus der jahrhundertelangen Verbindung zwischen den hier lebenden Urvölkern und den Arabern, Indern und Persern darstellt. „Swahili" leitet sich vom Arabischen ab und bedeutet soviel wie „Küste" oder „Meer".

Die Küste und der Indische Ozean waren über lange Jahre der Geschichte das Tor zur Versklavung. Ganze Dörfer der vorwiegend in den Küstengebieten lebenden Stämmen der Kikuyus wurden von arabischen und indischen Sklavenhändlern entvölkert. Heute ist die Shanzu Beach nördlich von Mombasa ein Treffpunkt der Urlaubswelt. Deutsche, Österreicher und Schweizer sind es hier vielfach, die ihre Visionen von Afrika realisieren wollen. Afrika, jene Faszination, die man hierzulande von Abenteuerfilmen her zu kennen glaubt. Löwen, Elefanten, Hitze, Großwildjäger, Sklavenhändler, Menschenfresser und spärlich bekleidete Eingeborene sind so die Gedankensprünge, die dem Schwarzen Kontinent vorauseilen.

Mit der Verfilmung von „Jenseits von Afrika" anfangs der 80er-Jahre wurden Sehnsüchte nach Kenia in Europa zudem wachgerüttelt. Den Traum der „Out of Africa"-Autorin Tanja Blixen wollte man sich erfüllen. Die Tourismusbranche stimmte sich auf „Jenseits von Afrika" in Kenia ein. Seit über 30 Jahren ist der African Safari Club die wohl bekannteste Buchungsadresse für den Urlaub in Kenia und speziell am Shanzu Beach. In knapp acht Stunden schafft es der DC-10-Großraumflieger vom Start in Wien bishin zur Landung auf der Piste in Mombasa. Zumeist ein Nachtflug, wobei der Anblick des Sonnenaufganges über dem Kilimanjaro für die Urlauber erste Begegnungen mit Afrikas Seele erbringen. Die ASC-Flieger bieten für die Passagiere drei Komfortkategorien: Royal Class mit 40 Plätzen, Club Class mit 86 Plätzen und ECO mit 148 Plätzen. Was die ECO angeht, sitzt man hier keineswegs eingezwängt, doch gegenüber der Royal Class ist es schon ein gravierender Unterschied. Der große Klassenunterschied liegt aber beim Limit für Freigepäck. Von der ECO-Klasse aufwärts steigt das Freigebäck von 23 Kilo bis 33 kg und schlußendlich 43 Kilo. Das Limit des Freigepäcks wird beim Rückflug in Mombasa streng kontrolliert. Und wer einige urige Teller, Gefäße oder Holzfiguren unter mühsamen Handeln erstanden hat, trifft vor dem Abflug die überaus böse Überraschung einer extrem teuren Übergewicht-Berechnung. Böse Folgen könnte man sich nach dem Afrika-Urlaub auch mit seiner Gesundheit eingehandelt haben. Impfungen gegen Hepatitis, Tetanus und Typhus sind ohnehin vor Reiseantritt die Basis. Doch Malaria, die heimtückische Tropenkrankheit ist so ein Hauptfaktor, daß gar nicht wenige Europäer einer Afrika-Reise den Urlaub in Italien oder Spanien vorziehen. Malariaprophylaxe ist somit für alle Afrika-Neulinge erstes Gebot. Wochen vor Reiseantritt schluckt man zuhause punktgenau zu bestimmten Zeiten diverse sündteure Präparate.

Diejenigen, die in Kenia schon länger leben, wie all die Manager vom African Safari Club", lehnen diese Malariaprophylaxe kategorisch ab. Bestimmte Präparate haben nämlich ein außerordentlich hohes Maß an Nebenwirkungen. Juckreiz, Depressionen, ja sogar Selbstmordabsichten stellen sich bei manchen Menschen ein. Die Eingeborenen und auch die ansässigen Europäer schützen sich mit speziellen Rindentees und afrikanischen Präparaten vor der Malaria. Letztlich geht es in erster Linie darum, sich vor den Insektenstichen der weiblichen Anopheles-Mücke zu schützen. Denn nur dieses „Vieh" überträgt die Malaria-Erreger. Also heißt es, dem Insekt so wenig Angriffsfläche an der Haut zu bieten. Wer glaubt, mit Ruderleiberl, Shorts und Sandalen seine Freude in Kenia zu finden, der ist wahrlich schief gewickelt. Der könnte nicht nur den entscheidenden Stich für die Malaria bekommen, sondern auch mit einer Schlange eine unliebsame Begegnung erfahren. Insektenschutzmittel, lange Hosen und Ärmel und ein Moskitonetz sind eine gute Basis, nicht mit Malaria Bekanntschaft zu machen.

Wer in Kenia das sexuelle Abenteuer sucht, der riskiert ein „Mitbringsel" der besonderen Art, nämlich AIDS. An die 700 Menschen sterben hier täglich an der Seuche AIDS. Noch vor gut 20 Jahren galt Kenia als ein begehrtes Ziel des Sextourismus. Alleinreisende Frauen hatten sehr bald ihren „Beach Boy" und den Herren stellte sich in den Touristenzentren ein üppiges Angebot von Prostituierten. Offiziell ist Prostitution verboten. Doch es gibt unter dem wirtschaftlichen Druck der Familien mehr Prostituierte und darunter in der Folge auch mehr HIV-Infizierte denn je. Doch das juckt den auf Sonne, Strand und exotische Eindrücke brav fixierten Urlauber kaum. Der erfreut sich an den Kokospalmen, die von Affenrudeln regelrecht bevölkert sind. Die Meerkatzen sind ja ziemlich niedlich, nur reizen und anfassen sollte man sie nicht. Ein schmerzhafter Biß in den Finger ist schneller bekommen als man denken kann.

Wundern tut sich so ein Kenia-Frischling, warum trotz türkisblauem Meer und weißem Sand alles rund um den Swimming Pool herumliegt. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens ist vielen der Strände ein extrem seichtes Korallenriff über etliche hundert Meter vorgelagert, darauf kann man sich höchstens mit Badeschuhen fortbewegen. Zweitens sind es die sogenannten „Beach Boys", die in Massen vor den Hotelstränden auf Kunden warten. Die Linie einer Schnur ist jene klare Grenze, die die Welt der Urlauber vor dem Territorium der Verkäufer trennt. Geht man dann doch einmal über diese Grenze, kommt ein Dutzend, ja zwei Dutzend jener „Beach Boys", die auf Deutsch, Englisch oder Französisch ihre Waren und Dienste anpreisen. Sie stehen den ganzen Tag über, von morgens bis abends, in der Sonne und fixieren die Welt der vermeintlich Reichen und Mächtigen von drüben. Sie handeln wie aufgezogen und nehmen außer Dollar, Mark und Kenia-Schillinge auch Socken und speziell Kugelschreiber. Denn gerade diese sind in Kenia eine Rarität.

Am Shanzu-Beach führt der African Safari Club die Hotelanlagen „Shanzu Beach Hotel", „Paradise Beach Hotel" und „Coral & Palm Beach Hotel". Unweit davon liegt neben dem „Dolphin Hotel" das absolute Spitzenhaus, das „Flamingo Beach Hotel". Hier läßt allein der wunderbare Pool die unglückliche Strandsituation vergessen. Foto oben: Strandmotiv mit Kokospalme wie aus der Bounty-Werbung. Im Flamingo Beach Hotel gibt es eine Wasserlandschaft vom Feinsten. Außerhalb der „Strick-Grenze" ist das Gebiet der „Beach Boys". Herrliche Sonnenidylle am weißen Sandstrand. Meerkatzen-Mutter mit ihrem Baby auf dem Terrassenbalkon. Die „Beach Boys" ernähren sich von den Deals mit den Touristen. Aparte Raumlösungen im Flamingo Beach Hotel.

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