Süd Ost Journal

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„Larimar", so heißt er, dieser hellblaue Halbedelstein, der nur hier auf dieser Insel vorkommt. „Larimar", benannt nach Larissa, der Tochter eines Kunstsachverständigen und nach dem Meer, spanisch Mar. Der Stein „Larimar" ist nur einer der Besonderheiten, die diese Insel prägt. Mit dem 6. Dezember 1492 wanderte die Insel unter dem Namen Hispaniola (Klein-Spanien) in das Bewußtsein Europas ein. Von der weißen und christlichen Welt bis zu diesem Tag bislang verschont.

Von Christoph Columbus als „Amerika" entdeckt. Eine epochale Entdeckung für die damalige Welt. Mit Unmengen von Gold, Edelsteinen, Bernstein, Zuckerrohr, Tabak und noch mehr Blut, Sklaven und gieriger Macht in Folge. Hispaniola, die allererste von Columbus entdeckte Insel in der Karibik, ist heute geteilt.

Im Westen in Haiti, im Osten in die Dominikanische Republik. Während man in Haiti mit tiefster Armut und sonstigen riesigen Problemen beschäftigt ist, präsentiert sich die Dominikanische Republik als touristisches Wunderland. Mit kilometerlangen, weißen Stränden, einem türkisfarbenen Meer, Palmen und Sonne übers ganze Jahr. Nahezu kitschig schön. Eine Urlaubsdestination für nahezu 365 Tage im Jahr. Mit garantierter Wassertemperatur nicht unter 30 Grad und ansonster heißer Schwüle, die durch die Winde ein wenig gemildert ist. In den Wintermonaten November bis März herrschen die mildesten Temperaturen. Im Juni und Juli ist quasi „Regenzeit" mit vereinzelten Regengüssen. Von Juli bis November wird es mitunter windig. Wirbelstürme oder Hurrikans könnten in diesem Zeitraum auftreten.

Unser Kooperationspartner TUI hat mit seinem Partner, der Hotelkette RIU, ein völlig neues Hotel im Angebot: Das RIU Palace in Punta Cana. Seit 28. April 2006 erst eröffnet. Für die Süd-Ost Journal Leser im Juli 2006 getestet. Der Weg nach Punta Cana erfolgte über den Flughafen München. Weil die Condor-Maschine in diesen Monaten keinen Direktflug von Wien anbietet. Nicht unbedingt ein Problem. Wenn man dann endlich in der „normalen Klasse" der Condor sitzt, freut man sich wahrlich auf das Aussteigen. Für gut zehn Stunden Flugzeit ist ziemlich enges Sitzen angesagt. Um 11.55 Uhr hebt die Condor von München ab in Richtung Karibik. Um 16.00 Uhr landet der „Urlauber-Bomber" auf der Piste von Punta Cana. Zuhause in der Steiermark ist es nun bereits 22.00 Uhr. Eben sechs Stunden Zeitverschiebung.

Punta Cana liegt genau an der östlichsten Spitze der Dominikanischen Republik. Dort, wo das Karibische Meer sich mit dem Atlantik verbindet. Die nächste größere Insel von hier ist Puerto Rico, im Jahr 1493 von Christoph Columbus bei seiner II. Fahrt nach Hispaniola entdeckt. Punta Cana, die Kokosküste zieht sich über unzählige Kilometer hinweg. Kokospalmen, wohin das Auge blicken kann. Ein grüner Saum der Palmen auch direkt den weißen Strand entlang. Sand wie Puderzucker oder Mehl. So fein, so weiß. Die tausenden Kokospalmen an der Kokosküste sind im Laufe der Jahrhunderte durch vom Meer angeschwemmte Nüsse entstanden.

Angeschwemmt wurde hier vor 65 Jahren auch ein kleiner Öltanker. Mit der Breitseite zerborsten am Riff durch die aufgewühlten Wassermassen in einem Wirbelsturm. Die entstandene Ölpest versickerte in der damaligen Interesselosigkeit eines ehemals nahezu unbewohnten Gebietes. Lediglich Kokospalmen und Zuckerrohrfelder.

Vor gut 20 Jahren wurde das erste Hotel in Punta Cana gebaut. Jetzt reihen sich unzählige Ressorts und Hotels an der „Playa Coco" aneinander. Vorrangig 4-Stern und 5-Stern Ressorts mit einem großen All Inclusive- Anteil. Eine Perle unter den Hotelbauten ist das RIU Palace Punta Cana. In direkter Sichtweite zum rostigen Tankerwrack errichtet. Das neue, wunderschöne Hotel und das Wrack bilden eine Art Liebes-Symbiose. Speziell dann, wenn das abendliche Licht den rostigen Stahl inmitten des türkisfarbenen Meeres zum goldigen Flimmern bringt. Jeder Trettbootfahrer, jeder Paddler, jeder Segler hat das Wrack als Ziel. Und erschaudert am lauten Dröhnen, wenn die Brandung des Meeres in den Schiffsrumpf vordringt.

Das RIU Palace ist ein stolzes Projekt. Mit 612 Junior Suiten, 20 Suiten und acht Jacuzzi-Suiten in Toplage der Türme. Platz für 1.300 Gäste. Gut 400 Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Gäste. All Inklusive lebt hier gut 24 Stunden lang. Vom faszinierenden Frühstück bis zu Spät-Frühstück, bishin zu Lunch, Dinner, den Spezialitätenrestaurants und Bars. Die Poolbar hat sowieso nach der Frühstückszeit bis zum Dinner das volle Programm. Pina Colada, Batida de Coco, Cuba Libre, Caipirinha, Mojito usw. haben den ganzen Tag Saison. Nicht im grausigen Übermaß. Aber für gute Laune ist das angenehme Trinken ausgelegt. Ich persönlich meide solche Poolbar-Gewässer. Weil ich die dortigen Frohnaturen beim stundenlangen Trinken, um deren Blase bewundere. Noch niemals hat dort einer nach vier Bier das „stille Örtchen" besucht. Ein Weltwunder der Organbeherrschung. Das stört aber all die Menschen nicht, die in den Poolbars tauchen.

Das Barprogramm nach dem Dinner beinhaltet Shows und Cocktails solange Magen und Hirn mitmachen. Wer nach 24.00 Uhr dann noch Durst und Hunger hat, dem steht die Sports-Bar mit Getränken und Hot Dogs immer zur Verfügung. In allen Suiten gibt es zudem Minibars und Getränkespender mit Marken-Rum, Wodka, Gin und Brandy. Wer mit dem als „Fluch der Karibik" benannten Animateur spätabends noch gut Merengue tanzen kann, der verträgt ausgesprochen viel oder hatte sich auf Kokosmilch verlegt.

Insgesamt fand ich in all den 14 Tagen im RIU Palace aber keine einzige „Schnapsleiche". Durchwegs ein angenehmes Gästepublikum. Derzeit 35 Prozent Amerikaner, 35 Prozent Deutsche, Rest Spanier, Porto Ricaner, Argentinier und US-Kubaner. Vor Jahren zählte man in Punta Cana noch über 80 Prozent Deutsche. Mit der Anhebung der Qualität, All Inclusive und besserem Marketing will man die Deutschen und Österreicher für Punta Cana wieder stärker interressieren. Für einen wohligen Erholungs-Urlaub reichen allein der Strand und das Hotel. Wer die Dominikanische Republik richtig erleben möchte, der sollte aus dem reichhaltigen Ausflugsprogramm wählen oder einen Leihwagen nehmen. Und das Abenteuer kann starten! Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.

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Mit der internationalen Realisierung von „All inklusive Tempeln" rund um den Globus fahren die Touristen locker in ihr Wunsch-Ferienland. Aber sie bewegen sich oftmals keine Schuhlänge aus dem jeweiligen Ressortkomplex hinaus. Einerseits, weil sie vorab sowieso „für alles" bezahlt haben und weil sie vielfach die heile Welt eines großzügigen Hotels nicht mit dem Anblick der Realität vermiesen wollen. Das mag eine Einstellung sein. Aber Land, Leben, Natur und Leute. Das alles fängt erst außerhalb der Hoteltore an.

Natürlich ist so ein Strandtag in einem RIU-Ressort in Punta Cana in der Dominikanischen Republik ein Erlebnis. Der feine weiße Sand, die Palmen im Wind, das türkisblaue Wasser und die Barkeeper mit jeder Menge Mojitos auf dem Tablett. Das ist wie im Bilderbuch. Doch Land&Leute und die Natur auf dieser wunderbaren Karibikinsel sind eine Reise ins Hinterland wert. Am nächsten Morgen werden die weichen Strandliegen mit einer eher harten Bank auf der Ladefläche eines LKW gewechselt. Die sogenannte Abenteuer- Higüey-Tour ist angesagt. Für Bandscheiben-Geschädigte abzuraten. Immerhin massieren die Vibrationen aus dem LKW-Fahrwerk den Körper von den Zehen bis hin zu den Stirnfalten permanent durch.

Entlang der Straße hat die Welt der Einheimischen begonnen. Tourismus gibt es an den Stränden. Speziell in der Metropole Punta Cana. Doch hier in den Dörfern entlang der Straße nach Higüey geht es schlicht und einfach sehr karibisch zu. Entlang der Straße trocknen Schweineteile auf hölzernen Latten in der Sonne. Fleisch für den berühmten karibischen Eintopf. Wir hatten gut im Hotel gefrühstückt. Also war der Gusto auf diese Landesspezialität eher gering. Mittlerweile hat sich die karibische Sonne in den Zenit des Himmels gedreht.

Erster Stopp in einer Zuckerrohrplantage. Mit der Machete mäht der Fahrer ganze Stämme des Gewächses ab. Der Europäer benötigt ein Messer, um die süßen Fasern mundgerecht zu schneiden. Der einheimische Fahrer beißt mit seinen Zähnen die Stämme klein. Die Geschichte von der Degeneration der Zivilisation mag wohl stimmen. Dann gibt es die erste Erfrischung auf der Fahrt. Santo Libre heißt der leckere Drink. Ein halber Becher weißer Rum. Der Rest Sprite eisgekühlt. Santo Libre war dann für diesen Tag die sogenannte Droge gegen die Rüttelfahrt.

Nach mehreren Dörfern dann Higüey. Der kleine LKWparkt unweit des Marktes. Also drängt man sich durch das Getümmel der Marktstände. Frische Fische, Gemüse und Gewürze jeder Art. Wunderbare Süßkartoffeln in unglaublichen Mengen. Es duftet, riecht und stinkt. Dann die Hähne in den Käfigen, die an diesem Tag letztmalig krähen. Daneben auf dem Hackstock wird Geflügel vom Leben in den Tod gebracht. Zumindest frisches Fleisch aus heimischer Zucht. Nicht wie in Afrika, wo europäisches und amerikanisches Tiefkühlfleisch die dortigen Märkte überrennen. Fleisch, das wegen der mangelhaften Tiefkühlkette schon längst nicht mehr genießbar ist. Aus dieser Sicht hatten die Hähne in den Käfigen bis zum heutigen Tag ein besinnlich-karibisches Leben. Bis heute.

Higüey ist in erster Linie das wichtigste Pilgerzentrum der Dominikanischen Republik. Speziell am 21. Jänner kommen Tausende von Pilgern aus der Dominikanischen Republik und Haiti zur Wallfahrt hierher. Am 21. Jänner 1691 tobte in La Limonada die Schlacht zwischen Franzosen und Spaniern. Die Spanier siegten. Die Madonna soll dabei ihre Hand im Spiel gehabt haben. Seither ist Higüey ein gewaltiger Wallfahrtsort.

Erst 1971 wurde die neue Wallfahrtskirche Nuestra Senora de la Altagracia geweiht. Auf jedem 50-Peso-Schein ist diese Kirche verewigt, die mit ihren Turmbögen eine einzigartige Architektur präsentiert. Gut 8.000 Menschen finden im Inneren der Kirche Platz. Und das Glockenspiel ist das größte ganz Amerikas. Ein Werk des französischen Architekten Andre Jacques Dunoyer. Nach diesem Einstieg in die kirchliche Welt ist der Santo Libre im Becher vom LKW-Fahrer allgemein sehr begehrt.

Die Fahrt führt nun die Berge nördlich von Higüey. Kleine Dörfer und Natur pur. Nach einer Stunde Rüttelstraße ist das nächste Ziel, eine Farm angepeilt. Eine Pferdefarm. Die Spanier brachten mit Columbus auch die Pferde in die „Neue Welt". Womöglich war dieses Pferd, auf dem ich nun im Sattel saß, ein Nachfahre jener Pferde der spanischen Eroberer. Ich eroberte jedenfalls mit dem Ritt auf dem steilen Gelände wiederum mein Selbstwertgefühl, was das Reiten betrifft. Gelernt ist eben gelernt! Ein Abenteuer schlußendlich, das nicht ganz ungefährlich aber sehr einprägsam war. Süßkartoffeln, Reis, Bohnen und Fleischeintopf waren auf der Farm eine wundervolle Alternative zum „All inklusive" im Hotel-Resort. Dazu natürlich wieder ein Becher Santo Libre.

Auf derlei Abenteuer- Reisen ist die Zeit immer knapp. Also ab und weiter in den „wilden Norden". Dort wo Bananen und Kakao wachsen und Schlangen gut gedeihen. Und so kam ich erstmals zum Kakaostrauch. Ein Gewächs aus dessen Früchte dieser Stoff der Sinne, eben die Schokolade hergestellt wird. Und demnach wird hier Kakao und Schokolade produziert. Nicht nach dieser industriellen Form der heimischen Vermarkter, sondern Natur pur. Auf offenem Feuer werden die Kakaobohnen in einer Eisenpfanne erhitzt, hernach mit einem Mörser zu Pulver gemahlen und mit Rohrzucker „gewürzt". Mit der frischen Milch von den Kühen auf der nahen Weide entwickeln sich Kakaobohnen, Rohrzucker und Milch zu einem Kakao der Extraklasse. Ein Gourmeterlebnis mitten in der Natur im Nordosten der Dominikanischen Republik.

Bei so einer Abenteuer-Tour darf der Nerven-Kick nicht fehlen. So glauben es die Organisatoren zu wissen. Jedenfalls war plötzlich der Schlangenmann mit Unmengen von Schlangen da. Ungiftige Nattern freilich. Um für Erinnerungsfotos ein Dutzend der Schlangen um die Nacken der Touristen zu winden. Ich verzichtete freiwillig und verzog mich mit einem Becher Santo Libre hinter den LKW. Eine Natur hier wie in einem Wundergarten. Pflanzen, in unseren Breiten teure Zimmerpflanzen, wachsen hier wie Unkraut in der Natur. Orchideen leuchten mit ihren Blüten auf diversen Bäumen in der abendlichen Sonne. Dieser Tag bleibt in Erinnerung. In jedem Detail, ja nahezu minutiös. Erleben ist halt doch, was das wirkliche Leben erbringt. Und nicht nur die Zeitverbringung in einem Luxusressort zwischen Frühstück, Mittagessen und Dinner. Ein Land erkosten und erproben ist das Ziel der Reise. Die Dominikanische Republik außerhalb der Touristenzentren läßt grüßen.

 

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Strand

Nach Nach all den Katastrophen und Terrorakten innerhalb der ersten zehn Jahre im neuen Jahrtausend war dann noch die gewaltige Rußwolke über ganz Europa die Draufgabe. Wer hat schon mit dem Ausbruch dieses Vulkans auf Island mit dem schier unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull gerechnet. Erstmals blieben somit auch alle Flieger in Europa am Boden. Flugreisen werden künftig noch komplizierter und problematischer. Wenngleich die Flugzeiten selbst aufgrund der technischen Verbesserung immer kürzer werden. So locken zehn Stunden an Flugzeit schon für eine Woche im kalten mitteleuropäischen Winter ins Karibische „abzuhauen". Die Dominikanische Republik war somit das „Kurzziel. Der Vulkan auf Island schlummerte noch. Die Maschine der Air Berlin nach Düsseldorf war pünktlich unterwegs. Dann in Düsseldorf mehr als drei Stunden Zwischenstop. Endlich dann der Atlantikflug des Air Berlin Airbusses. Kurz vor der Landung in Punta Cana dann der Trick, den Vielflieger und Globetrotter weltweit anwenden: Fünf Stunden auf die Ortszeit umstellen und das Hirn, Gemüt, Magen und Verdauung urplötzlich auf „das Neue" eintrimmen. In der Steiermark wäre es bereits 24 Uhr gewesen. Hier in Punta Cana leuchtete noch die späte Nachmittagssonne. Es war 19 Uhr! Und somit stand für den karibischen Abend noch einiges bevor.

Zuerst aber einmal landen, dann Paßkontrolle, Gepäck einsammeln, durch den Zoll eilen, Hotelbus suchen und die zahllosen Gepäckträger abwimmeln. Dann im Hotel Riu Palace Macao einchecken, Zimmer illustrieren und noch nach der Toilette das nächtliche Dinner aufsuchen. Mittlerweile war es auch in Punta Cana 22 Uhr geworden. Zuhause in der Steiermark wäre es bereits drei Uhr morgens. Aber daran denke ich nicht. Denn sonst würden mir die gegrillten Spare Ribbs mit den Feuerbohnen und der Ladung Tabasco Sauce wohl kaum munden.

In der Nähe an einem Tisch jener kleine, schreckliche Franzose mit seinem ordinär gänzlich offenen Hemd und seinem Spielzeug: Eine Trillerpfeife. Der aufreibende Typ war eine Art Strafverschärfung für die nächsten Tage. Immer und über all, am Strand, beim mittäglichen Grill, beim Dinner und sogar in der Bar war er in meiner Nähe. Langsam begann ich diesen Franzosen mit seiner Pfeife zu hassen. Dafür war es Luci, die nette Kellnerin in der Salonbar „La Boheme", die das Stimmungsbarometer wieder höher bringen konnte. Lizzy ist eine kleine schwarzhäutige Mischung aus einem Mix aus den Genen von Indios und Afrikanern mit einer spanischen Zugabe. Luci erfüllte die karibischen Drinkwünsche perfekt. Von Pina Colada bis Mojito, Caipirinha und Santo Libre. Der dominikanische Rum ist übrigens ein Geheimtip. Für 24 Stunden bietet das Riu Palace Macao All Inklusive rund um Essen und Trinken.

An Restaurants gibt es hier das „ El Patio", das Japanische Restaurant „Kabuki", das Poolrestaurant „Internacional" und die Bars „ Cubano", „La Boheme", „La Sirena" und „Chrininguito". Dazu noch Roomservice rund um die Uhr und eine eigene Zimmerbar auch mit vier Flaschen an harten Drinks samt Eiswürfelmaschinen in den Etagen. Bei all der Verführung rund ums Trinken fiel keiner der Gäste negativ auf. Bis auf den kleinen Franzosen mit seinem ewig voll geöffneten Hemd.

Mit seinen 356 Zimmern ist das RIU Palace Macao eine Art Kulthotel auf der Karibikinsel. Ein Juwel im RIUResort mit den angrenzenden Hotels Riu Palace Punta Cana, Riu Bambu, Riu Taino und Riu Naiboa. Mit eingebunden die sogenannte „Karibische Straße" mit Disco und zahlreichen Geschäften. Eine Welt für sich hier am wunderschönen Sandstrand mit den tausenden Kokospalmen, die sich permanent im Winde wiegen. Die Gäste, großteils Amerikaner, lassen hier zwischen Kokosnusssaft und Mojito buchstäblich die Seele baumeln. Vergessen dürfte sein, daß diese Insel als erste aller Inseln am 6. Dezember 1492 von Christoph Columbus entdeckt wurde. Zum Vorteil der Spanier und zum riesigen Nachteil der damaligen Indios.

Columbus nannte die Insel Hispaniola. Nach über 500 Jahren hat sich auf dieser Karibikinsel alles verändert. Die Indios wurden nahezu ausgerottet. Die Negersklaven aus Westafrika wurden für die Plantagenarbeit unter grauenhaften Umständen hierher verschleppt. Dazu siedelten sich die Spanier als damalige Herrenmenschen an. Aus dem Cocktail der Versklavung, Unterdrückung und exzessiver Lebensbegierden entstand das heutige Volk der Dominikaner. Da gibt es Familien mit zwei schwarzen und einem eher blonden und blauäugigen Kind. Kein Kind aus einem vermeintlichen „Seitensprung" heraus, sondern aus der Reihe der langen Verkettung der verschiedenen Kulturen. Punta Cana ist mit seinem riesigen Palmenstrand der äußerste Osten der Insel.

Der westliche Teil der Insel ist Haiti. Das sogenannte Armenhaus in der gesamten Karibik. Nicht etwa durch das grauenhafte Erdbeben allein. Die wirkliche Katastrophe auf Haiti ist die Korruption. Die Insel selbst ist wie mit einem Lineal in die zwei Teile in die Dominikanische Republik (spanisch) und Haiti (französisch) geteilt. Bereits im Jahre 1697 mußte Spanien den Westteil der Insel an Frankreich abtreten. Damals war Hispaniola in der Gesamtheit als Insel noch eine der reichsten Kolonien der Neuen Welt.

Im Jahre 1804 ernannte sich ein bestimmter Jean-Jacques Dessalines selbst zum ersten Kaiser von Haiti. In all den Jahrzehnten hernach entwickelte sich Haiti zum „Armenhaus der Karibik". Türkisblaues Meer, fruchtbare Böden und Karibik pur. Und dennoch Null Tourismus. Auf dem östlichen Inselteil in der Dominikanischen Republik blüht seit vielen Jahren der Tourismus als gewaltiger Wirtschaftszweig. Eine märchenhafte Region ist Punta Cana, die Kokospalmenbucht. Mittlerweile ist der idyllische Flughafen Punta Cana zu einem begehrten Ziel der Airlines aus Europa und der USA geworden. Sozusagen das ganze Jahr landen hier die „Riesenvögel" der Marken Boing und Airbus der Chartergesellschaften. Mit den Hotelbussen ist es ein Katzensprung in die einzelnen Ressorts entlang des langen, feinsandigen Strandes von Punta Cana. Der Alltag findet hier in Riesenschritten seinen Ausgang. Natürlich trägt zum besonderen Feeling auch der Rum bei, der ja als regionale Spezialität in nahezu allen Drinks leicht versteckt vorhanden ist.

Info:

Fremdenverkehrsamt der Dominikanischen Republik

Jagdschlossgasse 24, 1130 Wien

Tel. 01/8777148-111

 

www.godominicanrepublic.com

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In jenem Jahr 1493 sah Christoph Kolumbus endlich Land. Indien mit all seinen Gewürzen und Reichtümern hatte er erhofft. Doch niemand erahnte zur damaligen Zeit, daß zwischen dem bekannten Europa und Asien noch ein Kontinent sein könnte: Amerika. Christoph Kolumbus glaubte zuerst, daß jenes Land mit den weißen Sandstränden und den vielen Kokospalmen irgendein Teil von Indien sei. Stattdessen hatte er Amerika entdeckt. Jedenfalls eine der dem Festland vorgelagerten Inseln in der Karibik. Kolumbus nannte das Land Hispaniola, eben „Klein- Spanien". Jene Insel, die heute zwischen Haiti im Westen und Dominikanische Republik im Osten klar aufgeteilt ist.

Seit jenem Jahr 1493 hat sich auf „Hispaniola" alles blitzartig verändert. Damals, als die „Santa Maria" und die Gefolgsschiffe zufällig vor dem Kokospalmenstrand ihre Anker setzten. Mit diesem Zufall begann die völlige Vernichtung der Ureinwohner der Insel. Die Tainos, Angehörige des Indio-Stammes der Arawak waren im zweiten Jahrhundert nach der christlichen Zeitrechnung mit Kanus vom südamerikanischen Festland auf die Insel gelangt. Die Insel wurde ihre neue Heimat und sie bezeichneten sie „Quisqueya" (Mutter Erde) und „Aiti" (gebirgiges Land). Sie unterteilten die Insel in fünf Herschaftsgebiete mit männlichen und auch weiblichen Häuptlingen. Dazu in der Hierarchie der Rat der Alten und die Schamanen. Die Tainos waren Bauern. Der Anbau von Mais und Yuca, eine Knollenfrucht, aus der heute hier noch Brot gebacken wird, war die hauptsächliche Tätigkeit. Und sie beteten den Sonnengott Ataberira an.

Den Sonnengott könnte man 500 Jahre nach dem für meine Begriffe unsäglichen Ereignis zwischen Christoph Kolumbus und „der Insel" auch noch anbeten. Sonne gibt es ja genug in der Dominikanischen Republik. Kokospalmen und weißen Sandstrand auch. Unmengen von Zuckerrohrplantagen, Tabak und dafür keine Tainos mehr. Aber dafür Schwarze, Mischlinge zwischen spanischem und negriden Blut. Heute gibt es in der Dominikanischen Republik noch die Touristen. Vor einigen Jahren beinahe schon ein „Hausmeisterziel", ist heute die Dominikanische Republik mit all den neuen und pompösen Ressorts ein touristisches Ziel erster Klasse. US-Bürger, Argentinier, US-Kubaner, Porto Ricaner, Deutsche, Österreicher und jede Menge Sonnenhungriger aus den neuen EU- und alten Oststaaten.

Im Normalfall hätte auch dieser Tag im 14- tägigen Aufenthalt am Strand des neuen RIU Palace Punta Cana am wunderbaren Kokospalmenstrand vollends gereicht. Aber die Begierde „ins Geschichtliche" einzusteigen, scheint auch für mich wie eine Sucht zu sein. Also war die Fahrt nach Santo Domingo angesagt. Nicht mit dem geordneten TUI-Busprogramm, sondern mit dem Leihauto von Europcar. Der Name klingt zwar irgendwie seriös aber die Herrschaften wollten meine American Kreditkarte als Kaution behalten. Und so fuhren wir mit dem Mitsubishi Canter von Punta Cana im äußersten Osten der Dominikanischen Republik in Richtung Santo Doningo. Weil Santo Domingo die älteste Stadt in der so genannten „Neuen Welt" ist.

Die 205 Kilometer von Punta Cana bis an die Stadtgrenze der Millionenstadt Santo Domingo ist alles andere als ein Honiglecken. Straßen enden plötzlich irgendwo im Abseits und Aus. Verkehrsschilder sind Mangelware. Und in der Metropole sowieso Stau. Als erster Stop auf dem Trip nach Santo Domingo war der Besuch einer kleinen Zigarrenfabrik geplant. Genannt „Domenico". Eine wirtschaftliche Oase der Firmenchefs Michaela und Karl Strome aus Österreich. Die nach Kuba-Manier gerollten Zigarren duften hervorragend. Weniger gut der Mitsubishi Canter auf dem Trip weiter nach Santo Domingo. Vorbei an Dörfern mit kleinen Häusern und Hütten.

In der Zeit des Fahrens lasse ich die Geschichte dieses schönen Landes wieder aufkommen: Keine Schwarzen und Mischlinge, sondern die Taino-Indios lebten auf der Insel. Diese tanzten zu Ehren der Götter und inhalierten dabei Tabak und Kräuter, um mit den Göttern in Kontakt zu treten. Im Jahre 1492 dürften an die 300.000 Tainos auf der Insel gelebt haben. Dann kamen die Spanier und mit ihnen Mord, Inquisition, Infektionskrankheiten, Sklavenarbeit. Wenige Jahre später, 1518 zählte man noch gut 4000 Indios. Unter dem Indio Enriquillo gab es dann 1519 bis 1533 den letzten großen Aufstand der Tainos gegen die Spanier. An die 500 Tainos überlebten und wurden für den Untergang ihres Volkes in ein Reservat abgeschoben.

Die Spanier brachten Golde, Silber, Edelsteine, Kartoffeln, Bohnen, Mais, Tomaten, Truthähne usw. nach Europa. Dafür importierten sie Zuckerrohr von den Kanarischen Inseln auf alle Inseln der Karibik. Und beauftragten Sklavenhändler, um Menschen in Afrika zu fangen. Diejenigen Schwarzen, welche die Tortur auf den Sklavenschiffen überlebten, rackerten sich auf den Plantagen und Minen auf der Insel ab.

Im Sog der Kriege zwischen Spanien und Frankreich wurde 1697 der Westteil der Insel „ Saint-Dominique" (heute Haiti) an Frankreich abgegeben. Dann im Rahmen der Französischen Revolution erhoben sich 1791 über 500.000 Sklaven. 1795 kam auch der gesamte Ostteil der Insel zu Frankreich. 1814 gelang es den Spaniern nochmals den Ostteil der Insel zu beherrschen. Ein jahrelanger Krieg zwischen Haiti und die Dominikanische Republik war programmiert. Im Autoradio knistert es nach Merengue- Rhythmen. Jener Inseltanz, der in den schleifenden Bewegungen nach den Sklaven in Fußketten nachempfunden werden kann. Trotz allem wird Christoph Kolumbus auf der Insel mehr denn je gefeiert, trotz einiger Proteste. Schon allein anläßlich der 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas im Jahre 1992.

Vor den Toren der Altstadt von Santo Domingo suchen wir den Parque Mirador des Este auf. Dort steht das neue Wahrzeichen und gleichzeitig auch das „achte Weltwunder". Es ist der 1992 eingeweihte „Leuchtturm des Kolumbus". Das gewaltigste und teuerste Mausoleum, das in der Neuzeit geschaffen wurde. In den Maßen von 240 Meter lang, 34 Meter breit und 46 Meter hoch. Als Grundriß ein lateinisches Kreuz, das mit 146 Laserstrahlern mit 350.000 Watt in den Himmel projiziert wird. In der Innenstadt von Santo Domingo kommt urplötzlich aus heiterem Himmel ein gewaltiger Regenschauer auf. Auf den Straßenmärkten schwemmt es den Menschen die Mangos, Papayas und Bananen weg. Einfache Menschen sind eben der Erde näher!

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